Green Deal der EU-Kommission

Die Modebranche soll nachhaltiger werden

Am 30. März legte die EU-Kommission Vorschläge für eine Strategie hin zu mehr Nachhaltigkeit vor. Teil des Green Deals sind die Reparaturfähigkeit und Wiederverwendbarkeit von Produkten. Das betrifft auch die Textilindustrie.

Das Ende von Fast Fashion? „Es ist höchste Zeit, dass wir das Modell der Wegwerfgesellschaft ad acta legen, das für unseren Planeten, unsere Gesundheit und unsere Wirtschaft so schädlich ist. Die heute vorgelegten Vorschläge stellen sicher, dass in Europa nur die nachhaltigsten Produkte angeboten werden“, erklärte Exekutiv-Vizepräsident Frans Timmermans im Rahmen einer Pressekonferenz am 30. März. Verbraucherinnen und Verbraucher könnten so ihren Energieverbrauch senken und kaputte Produkte reparieren lassen, anstatt sie zu ersetzen.
So sieht die EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien vor, dass Produkte besser und langlebiger ausgestattet sein sollen. Die EU-Kommission will verbindliche Ökodesign-Richtlinien entwickeln, um den Lebenszyklus, die Reparaturfähigkeit und die Wiederverwertbarkeit von Textilien zu verbessern.
Zudem soll die Vernichtung von nicht verkauften bzw. retournierten Textilien gestoppt werden. Um die Verschmutzung mit Mikroplastik zu minimieren, sollen auch für die Verarbeitung von synthetischen Fasern konkrete Vorgaben entwickelt werden.
Laut einem Factsheet der EU-Kommission hat sich die Textilproduktion zwischen 2000 und 2015 verdoppelt. Jede Sekunde werde eine volle LKW-Ladung Textilien zur Mülldeponie verbracht oder verbrannt. Nur 1% des zur Herstellung von Kleidung verwendeten Materials würde recycelt. Und bis zu 35% des gesamten in die Umwelt freigesetzten Mikroplastiks ließen sich zu Textilerzeugnissen zurückverfolgen.

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Petra Steinke / 01.04.2022 - 09:00 Uhr

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