Handelstechnologiemesse

Die wichtigsten Trends der Eurocis

Die Eurocis fand vom 30. Mai bis 2. Juni in Düsseldorf statt. (Foto: ctillmann/Messe Düsseldorf)
Die Eurocis fand vom 30. Mai bis 2. Juni in Düsseldorf statt. (Foto: ctillmann/Messe Düsseldorf)

Auf der Eurocis in Düsseldorf wurden wieder Innovationen der Handelstechnologiebranche vorgestellt. Dabei wurden einige Trends deutlich, die Kundinnen und Kunden Erlebnisse bieten können.

Nach dem sie vergangenes Jahr ausfallen musste, konnte die Handelstechnologiemesse Eurocis dieses Jahr vom 31. Mai bis 2. Juni wieder auf dem Gelände der Messe Düsseldorf stattfinden. Die Freude über den Austausch und darüber, auch mal selbst Hand an die neuen Technologien anlegen zu können, war an allen Ecken der beiden mit internationalem Publikum gefüllten Hallen zu spüren. „Die Stimmung in den Messehallen war durchweg positiv und von Optimismus geprägt“, zog Petra Cullmann, Executive Director der Messe Düsseldorf, Bilanz. An den drei Messetagen zählte der Veranstalter 9.010 Fachbesucher aus 88 Ländern und 345 Aussteller aus 33 Ländern. „Endlich konnten wieder persönlich Kontakte geknüpft und intensiviert werden“, so Cullmann. Der Handel habe sich durch die Pandemie sehr stark mit Digitalisierung beschäftigt. Auch die Aussteller reagierten mit ihren Innovationen auf Themen, die durch die Pandemie wichtiger wurden, und setzten einen auf der Messe allgegenwärtigen Trend: Nach der Touchsteuerung kommt jetzt die Gestensteuerung. Viele empfinden die Vorstellung unangenehm, einen Touchscreen anzufassen, den vorher so viele andere Menschen berührt haben. Die Nachfrage nach kontaktlosen und damit hygienischeren Steuerungsmöglichkeiten wächst. Partnertech stellte zum Beispiel eine Hologramm-Technologie vor, mit der das Bild aus dem Bildschirm ragt und mit der in die Luft der PIN eingegeben werden kann oder Produkte ausgewählt werden.

 

Digitalisierung der Mode

Ameria bietet Displays mit Gestensteuerung an. Das Unternehmen arbeitet bereits mit Porsche zusammen, dessen Modekollektionen auf dem Display durchsuchbar und per einfacher Handbewegung von allen Seiten betrachtbar sind. Zur Anprobe können Kundinnen und Kunden dann ihren Avatar auf den Bildschirm projizieren. Die Vision, über einen virtuellen Spiegel alles am eigenen Körper sehen zu können, ohne sich umzuziehen, sei hingegen noch Zukunftsmusik, so CEO Albrecht Metter: „Das verbraucht aktuell noch sehr viel Rechenpower und die entsprechende Hardware dafür wäre zu teuer, um sie flächendeckend in die Läden zu bringen.“
Auch digital erkennbare Tags an den Produkten sollen dabei helfen, kontaktlos zusätzliche Informationen zu liefern. Das Unternehmen Maxim erklärt, auf diesem Weg „den Produkten eine Stimme geben“ zu wollen. Die Firma möchte Marken eine Plattform bieten, um über einen QR-Code am Kleidungsstück auf komfortablem Weg Informationen mit den Kundinnen und Kunden zu teilen. Der Weg des Produktes von der Fabrik bis in den Laden könne so nachvollziehbar hinter dem QR-Code dargestellt werden oder auch Angaben darüber, wo die nächstgelegene Möglichkeit ist, das Produkt zum Recycling abzugeben. Der QR-Code soll zudem die Echtheit des Kleidungsstücks beweisen können und den Gebrauchthandel mit limitierten Schuhen und Kleidungsstücken sicherer machen.

Automatische Inventur und mehr Zeit für Beratung

Außerdem sollen digitale Tags und Chips den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die arbeitsaufwendige Inventur abnehmen und gleichzeitig die Fehlertoleranz senken, wie Kleiderbügelhersteller Mainetti verspricht, der RFID-Chips für Kleidung anbietet. Mithilfe dieser können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Ware im Laden schnell scannen und erfassen, welche Modelle in welchen Größen und Farben wie oft vorhanden sind. Diese Informationen sollen direkt an das System und den Online-Shop weitergeleitet werden können. So kann sowohl auf der Fläche als auch online präzise in Echtzeit kommuniziert werden, welche Ware es gibt. Die Mitarbeitenden sollen mithilfe von technischen Hilfsmitteln weniger mit automatisierbarer Arbeit beschäftigt sein, sondern mehr Zeit für die Beratung der Kundinnen und Kunden haben. Helfen sollen dabei auch die Self-Check-Out-Kassensysteme, die von diversen Anbietern das Bild auf der Eurocis prägten. Anker setzt dabei auf den modularen Zusammenbau der Hardware. Verschiedene Module können zusammengesetzt werden, um zum Beispiel Aufsätze für unterschiedliche EC-Karten-Lesesysteme anzuschließen.
Das Thema der Self-Check-Out-Kasse sei zwar nicht neu, doch gerade der Mode- und Schuhhandel ist erst seit Kurzem Zielgruppe, wie Vertriebsleiter Tarek Hussain erzählt: „Man hat in dem Thema lange Zeit vor allem eine Möglichkeit zur Personaleinsparung gesehen. Stattdessen sollte man von der Verbesserung der Customer Experience ausgehen. Mit den Kassensystemen rückt die Beratungskompetenz in den Fokus.“

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Christopher Mastalerz / 10.06.2022 - 09:28 Uhr

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