Interview mit Stefan Frank

„Die Zeit ist reif für moderne Klassik“

Stefan Frank, CEO Peter Kaiser (Foto: Peter Kaiser)
Stefan Frank, CEO Peter Kaiser (Foto: Peter Kaiser)

Stefan Frank blickt zuversichtlich auf die neue Orderrunde. Im Interview verrät der Peter Kaiser-Chef modische Details zur H/W-Kollektion und erklärt, welchen Stellenwert Galanterie für ihn einnimmt.

schuhkurier: Herr Frank, mit welchen Erwartungen sind Sie in das neue Jahr gestartet?

Stefan Frank: Wir glauben fest daran, dass sich die Situation im Bezug auf die Pandemie, insbesondere im zweiten Halbjahr, verbessern wird. Für unseren Produktbereich wird es einen Nachholbedarf geben und wir haben dementsprechend unsere Kollektionen ausgerichtet. Somit sehen wir voller Zuversicht in die Zukunft.

 

Kurzer Rückblick: Wie haben Sie das zweite Corona-Jahr 2021 wahrgenommen, wo lagen die größten Probleme und wo erfreuliche Entwicklungen?

Es war ein sehr ereignisreiches Jahr und sicher kein einfaches. Wir mussten unsere Prozesse neu aufsetzen, insbesondere die Verlagerung der Produktion unserer Schuhmodelle zu den spezialisierten Partnern in Spanien und Italien. Wir haben die Zeit aber gut genutzt, um unsere neuen Strukturen aufzubauen, um in unserem kleinen Team effizient die Aufgaben anzugehen. Dies ist uns sehr gut gelungen und deshalb konnten wir viele Kunden erfolgreich beliefern.

 

Wie gelingt es Ihnen, in Kontakt mit dem Handel zu bleiben?

Wir haben bereits letztes Jahr auf der Micam, aber auch auf etlichen Regionalausstellungen ausgestellt und viele Kunden persönlich getroffen. Wir haben einen Showroom in München und ab Februar auch in Sindelfingen. Ich bin auch intensiv mit Kunden im Kontakt und besuche diese vor Ort. Ich bin sozusagen wieder bei meinen Wurzeln und das macht mir große Freude.

 

Auf welchen Messen/in welchen Showrooms wird die neue Peter Kaiser-Kollektion zu sehen sein?

Wir haben einen Showroom in München und Sindelfingen, sowie in Nieuwegein in Holland und in Salzburg über unsere externen Vertriebs-Agenturen. Wir sind auch auf der Shoes in Düsseldorf und der Micam vertreten.

Welche Modetrends prägen die neue Kollektion H/W 2022/23?

Wir haben eine Reihe von neuen Stiefeletten mit Glitzerschnallen und Glamour entwickelt, Sexy-Absätze in bequemen Sprengungen und wirklich elegante neue Formen in spitz, rund und Karré. Gespielt haben wir auch mit Sohlendetails: Interessante Rahmen, Profilsohlen auf unseren klassischen Leisten sowie lässige Blockabsätze runden unsere Kollektion ab.
Farblich bleiben Schwarz und Navy sowie die warmen Brauntöne. Das sind uns vertraute Farben und aus den Kollektionen nicht mehr wegzudenken. Wobei die Tendenz eher zu Schwarz als zu Dunkelblau geht. Neu sind aufgehellte Primärfarben, welche den Essentials der Kollektion Frische verleihen. Besonders beliebt ist das pudrige Rosé oder der sanfte Jadeton. Aber auch Nuancen von Weiß, Creme, Beige sowie helle Grautöne spielen eine große Rolle. Daneben setzen wir großartige
Akzente mit Metallic Optiken.

 

Gibt es aus Ihrer Sicht einen „ikonischen“ Schuhtyp der neuen Saison?

Wir haben auf unserem besten spitzen Pumps einen modischen Blockabsatz gesetzt. Es ist ein cooler Pumps-Look in winterlicher Optik. Hinzu kommen flache Booties und Boots mit dem Glitzerdetail. Großartig sind auch die besonderen Materialien der neuen Stoffstretcher.

 

Wie gewichten Sie Galanterie versus Sneaker? Gibt es eine Tendenz hin zu klassischeren Schuhen?

Wir spüren die verstärkte Nachfrage nach eleganten Schuhen. Wir glauben fest an Galanterie.  Wenn der Sneaker absolut gesehen einen großen Stellenwert behalten wird, so wird sich dennoch ein moderner, klassischer Look daneben neu etablieren. Die Zeit ist reif dafür.

 

Aktuell ist die Lieferketten-Problematik für die Schuhbranche herausfordernd. Wie stellt sich dies für
Ihr Unternehmen dar?

Erfreulicherweise hat die Verlagerung der Produktion der Schuhe zu unseren Partnern in Spanien und Italien sehr gut funktioniert. Wir haben lediglich einige kleinere Probleme im Sohlenbereich und bei den Schmuckteilen.

 

Die Schuhbranche diskutiert mögliche Preissteigerungen. Wie gehen Sie mit dem Thema um?

Wir glauben an unsere Preislagen und sehen unseren Markt im unteren Premiumbereich. Wir verbinden Preissteigerungen mit der Erhöhung der Handelsmargen für unsere Kunden und bleiben preislich kalkulierbar in unserem Preissegment.

 

Welche Services bieten Sie den Kunden im Handel an?

Wir haben unser NOS-Programm neu aufgestellt und sind ab Februar/März sehr gut sortiert.

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Petra Steinke / 18.02.2022 - 08:27 Uhr

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