Schuhindustrie betroffen

Droht Arbeitskräftemangel in Vietnam?

Die Erholung der Schuhindustrie in Vietnam nach dem monatelangen Lockdown wird durch einen Mangel an Arbeitskräften behindert. Mehrere Hunderttausend Arbeiter fehlen in den Industriezentren im Süden des Landes.

Laut einer Studie der Wirtschaftsuniversität von Ho Chi Minh City von Ende 2021 wollen 370.000 Wanderarbeiter nicht aus ihren Heimatprovinzen in die Region rund um die Metropole im Süden des Landes zurückkehren. Während 140.000 Arbeiter noch unentschlossen sein, hätten sich 230.000 bereits definitiv gegen eine Rückkehr entschlossen.

Hintergrund sind laut der Studie vor allem die Corona-Maßnahmen, die während des Lockdowns im Sommer und Herbst in Vietnam galten. So mussten die Arbeiter, die in den weiterhin geöffneten Fabriken geblieben waren, dort arbeiten, essen und schlafen. Ein Verlassen des Geländes war untersagt. Andere Produktionsstätten wurden vorübergehend ganz geschlossen. Während und nach dem Ende des harten Lockdowns im Oktober 2021 waren daher viele Wanderarbeiter in ihre Heimatprovinzen zurückgekehrt.

Laut der aktuellen Ausgabe des World Footwear Yearbook ist Vietnam nach China der zweitgrößte Schuhexporteur der Welt. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 1,23 Mrd. Paar Schuhe im Wert von mehr als 22 Mrd. Dollar ausgeführt. Der Weltmarktanteil lag bei 10,2%. Innerhalb der zurückliegenden Dekade hat sich der Wert der vietnamesischen Schuhexporte damit verdoppelt.

 
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Helge Neumann / 07.01.2022 - 09:40 Uhr

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