HDE-Prognose für 2022

Einzelhandelsumsatz schrumpft um 2%

Stefan Genth auf dem Handelskongress 2021 in Berlin. (Foto: HDE)
Stefan Genth auf dem Handelskongress 2021 in Berlin. (Foto: HDE)

Nach einer aktuellen Umfrage geht der HDE für dieses Jahr von einem nominalen Umsatzwachstum von 3% im Vergleich zum Vorjahr aus, inflationsbereinigt rutscht der Einzelhandel 2% ins Minus.

„Der russische Krieg in der Ukraine und Corona-Lockdowns in Asien stören die Lieferketten, die Inflation steigt und die Energiekosten erreichen ungeahnte Höhen. Die Lage ist alles andere als einfach“, so das düstere Szenario von HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Laut den aktuellen HDE (Handelsverband Deutschland) -Umfragedaten konnten noch knapp die Hälfte der Handelsunternehmen im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr Mehrumsätze verzeichnen. Deutlich verhaltener sind laut Genth die Erwartungen für das zweite Halbjahr: Hier rechnet nur noch ein Fünftel der Befragten mit Umsatzsteigerungen. Und auch bei den Multichannel-Händlern ist die Stimmung nicht mehr so gut. Knapp die Hälfte rechnet mit stagnierenden Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr. „Die steigende Inflation schmälert die Kaufkraft massiv. Gleichzeitig geraten die Gewinne der Unternehmen durch stark steigende Kosten unter Druck“, so Genth weiter. Insgesamt prognostiziert der HDE für 2022 ein nominales Umsatzwachstum von drei Prozent auf dann 607,1 Milliarden Euro, inflationsbereinigt entspricht das einem Minus von zwei Prozent. Dabei legen die Umsätze im stationären Handel um nominal 1,4 Prozent zu, während der Online-Handel ein Plus von 12,4 Prozent verzeichnet.

„Die Bundesregierung muss auf die aktuellen Herausforderungen noch entschlossener und zielgerichteter reagieren. Die Unternehmen dürfen durch die ungebremst ansteigenden Energiepreise nicht überlastet werden. Zudem muss die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher gestützt werden“, so der Appell von Genth. Der HDE setzt sich deshalb u.a. für die Abschaffung der kalten Progression und Entlastungen für Geringverdiener ein. Zudem fordert der Verband die Anpassung der bestehenden KfW-Kredit-Programme für Unternehmen, die von den hohen Energiepreisen überfordert sind. Bei den Energiepreisen müsse dringend Entlastung her und die Stromsteuer sollte auf ein Minimum reduziert werden.  

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Lisa Dartmann / 05.07.2022 - 13:02 Uhr

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