Fritzi aus Preußen wird zu Fritzi

Fritzi: (Fast) alles neu

Die Taschenmarke Fritzi startet mit Neuerungen in die F/S-Saison. (Foto: Fritzi)
Die Taschenmarke Fritzi startet mit Neuerungen in die F/S-Saison. (Foto: Fritzi)

Aus der Taschenmarke Fritzi aus Preußen wird zur neuen F/S-Saison Fritzi. Das Unternehmen plant Neuerungen bei den Modellen, im Vertrieb und bei den Materialien. An einigen bewährten Elementen wolle man aber auch festhalten, erklärt Geschäftsleiter Roman Kraus.

Die Pandemiejahre hätten große Herausforderungen mit sich gebracht – aber auch die Chance, Konzepte und Abläufe auf den Prüfstand zu stellen, teilt die Einsplusvier GmbH, Inhaber der Marke Fritzi, mit. Man habe die Zeit für die Weiterentwicklung der Marke genutzt, so das Unternehmen. Es sei ein sehr umfangreicher Prozess gewesen, sagt Roman Kraus rückblickend: „Wir haben uns überlegt: Was waren schon immer unsere Stärken? Was ist noch zeitgemäß und was muss anders sein? Und dann haben wir alles auf den Prüfstand gestellt.“

Die Neuausrichtung umfasst auch den Namen: Statt wie bisher Fritzi aus Preußen sind die Taschen der Marke künftig nur noch mit dem Label „Fritzi“ versehen. Einhergehend wurde auch ein neuer Schriftzug entwickelt. „Wir wollten zeitgemäß, kurz und knapp sein“, berichtet der Geschäftsleiter. Auch mit Blick auf die geplante Internationalität sei die Kurzform Fritzi eine gute Wahl – „auch vorher wurde oft auf die Ergänzung ’aus Preußen‘ verzichtet. Das haben wir nun einfach konsequent fortgesetzt“, so Kraus.

Kollektion: mehr Mut zur Farbe

Neuerungen soll es auch in der Kollektion der Taschenmarke geben. „Wir wollten einen etwas anderen Look wagen, einen, der ein bisschen ’drüber‘ ist“, erklärt Kraus. Wo früher – also vor der Pandemie – die Menschen bei wilden Farben und Styles vorsichtig reagiert hätten, seien gerade die auffälligeren Modelle in der Pandemiezeit „gerade richtig“ gewesen. „Es ist natürlich ein Wagnis, sich modische Styles ins Lager zu legen, von denen man nicht weiß, ob sie funktionieren. Aber genau das haben wir gemacht – und das waren dann die Artikel, die am schnellsten weg waren: Limited Editions und Farben.“ Man habe den Kunden die Möglichkeit gegeben, mit neuen Modellen zu experimentieren. „Wir haben ihnen angeboten: Probier es aus, wir nehmen es zurück, wenn es nicht klappt“, so Kraus. Aber es klappte: Taschen in frischen Farben wie leuchtendem Pink entpuppten sich als Trendmodelle. Und nicht selten griffen die Kundinnen zusätzlich noch zu Modellen in zurückhaltenden, zeitlosen Farben.
Im Kollektionsbild lässt sich die typische Fritzi-Anmutung trotz der neuen Styles erkennen, ist Kraus überzeugt: „Bestehen bleibt der etwas roughe Look. Mit dem sind wir groß geworden, das ist unsere Markenidentität.“
Der Fokus der Kollektion soll künftig klar auf Taschen liegen. Schuhe oder auch Bekleidung, wie sie in der Vergangenheit angeboten wurden, gehören nicht mehr zum Portfolio. Man wolle nicht „Umsatzkönig“ werden, betont der Geschäftsleiter, sondern das machen, was man am besten könne.Vorstellbar sei aber eine Markenlizenz im Bereich Schuhe. Und bis dahin gelte für Einsplusvier: „Schuster, bleib bei deinem Leisten.“

NOS als neues Konzept

Auch bei den Orderabläufen will die Einsplusvier GmbH mit Fritzi neue Wege gehen: „Früher hatten wir reine Kollektionen, bei denen man vorordern konnte und dann irgendwann die Ware geliefert bekam. Was verkauft war, war verkauft. In jeder Saison wurden neue Kollektionen mit neuem Bild gemacht. Das war lange Zeit erfolgreich. Aber es passt nicht mehr in die heutige Zeit“, ist Kraus überzeugt. Heute brauche der Handel mehr Verlässlichkeit, von der Qualität des Produkts bis zur präzisen Lieferung.
Zur neuen Saison werden 450 SKUs als NOS angeboten, darunter 30 bis 40% neue Produkte. Einhergehend mit dem neuen Konzept entfallen auch starre Mindestmengen. Stattdessen will die Einsplusvier GmbH individuelle Vereinbarungen mit ihren Kunden finden. „Für eine kleine Boutique mit Stammkundschaft ist eine starre Mindestmenge nicht hilfreich – sie hat oft gar kein ausreichend großes Lager. Und mit einem Filialisten, der 20 Standorte hat, sollte ich statt über Mindestmengen lieber über Konzepte sprechen“, ist Kraus überzeugt. Neben der Zusammenarbeit mit dem Lederwaren- und Modehandel generiert die Einsplusvier GmbH etwa 30% des Umsatzes über einen 2020 neu gelaunchten eigenen Onlineshop.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Als Unternehmen ist die Einsplusvier GmbH laut Roman Kraus seit längerer Zeit klimaneutral. Man unterstütze in jedem Jahr ein Umweltschutzprojekt, um den CO2-Ausstoß zu kompensieren. Zudem sei die Marke seit Jahren PETA-approved vegan. Im Mai 2022 erhielt die Einsplusvier GmbH zudem den GRS, Global Recycle Standard, für vier Fritzi-Eco-Linien mit Taschen aus recycelten Materialien. Eine professionelle Zertifizierungsstelle prüft dabei, ob alle verwendeten Materialien die ISO-Definition für recycelt erfüllen: Das umfasst auch die Produktionsstätten in China. „Der GRS gibt auch Auskunft darüber, wie viel Prozent pre- und post-consumer-Material verwendet wird. Wir wollen so viel Transparenz wie möglich“, erklärt Kraus.
Im Sinne der Nachhaltigkeit gibt es Lookbooks und weitere Materialien für den Handel zur neuen Saison nur digital. Jeder, der Ausdrucke benötigt, kann diese selbst gemäß seinen Anforderungen erstellen und Motive nutzen, um Produkte ansprechend am Point of Sale präsentieren zu können. Für Onlineshops stehen zudem professionelle Fotos von allen Produkten zur Verfügung.           

Über Fritzi

Die Taschenmarke Fritzi aus Preussen wurde im Jahr 2008 gegründet. Im Zuge einer Insolvenz in Eigenverwaltung Ende 2019 übernahm die Einsplusvier GmbH mit Sitz in Hannover das Unternehmen. Roman Kraus übernahm die Geschäftsleitung. Die F/S-Kollektion von Fritzi wird auf der Premium in Berlin, auf der SABU-Messe in Heilbronn sowie auf der Lederwarenmesse ILM in Offenbach und der Essenz in München gezeigt. 
Preislagen: 29 Euro (Portemonnaies) bis 99 Euro; Hauptpreislage 69 Euro.
Wichtigste Märkte: Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien, Benelux, Skandinavien

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Petra Steinke / 29.06.2022 - 14:32 Uhr

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