Zahlen zu den ersten Monaten des Jahres

Germanfashion: „Wir schlagen uns wacker“

Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer Germanfashion, während der gemeinsamen Pressekonferenz der deutschen 
Bekleidungsbranche am 13. Juli 2022. (Foto: Igedo Company)
Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer Germanfashion, während der gemeinsamen Pressekonferenz der deutschen Bekleidungsbranche am 13. Juli 2022. (Foto: Igedo Company)

Im Rahmen einer Pressekonferenz der deutschen Bekleidungsbranche stellte der Modeverband Germanfashion am 13. Juli 2022 aktuelle Zahlen vor.

Es seien „herausfordernde Zeiten“, erklärte Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer des Modeverbands Germanfashion, am 13. Juli in Düsseldorf. Das Jahr 2021, geprägt von längeren Lockdowns, brachte der Bekleidungsbranche insgesamt ein leichtes Plus von 3% ein. Das Segment Oberbekleidung erreichte 2,6% Umsatzzuwachs. „Wir hatten die Hoffnung, dass bis Ende 2022 das Niveau von 2019 wieder erreicht werden könnte“, schilderte Lange. Doch der Krieg in der Ukraine mit allen Schwierigkeiten, die darauf folgten, dämpften diese Aussichten empfindlich.
In den ersten Monaten dieses Jahres, von Januar bis April, erwirtschaftete der Bekleidungssektor insgesamt ein Plus in Höhe von 25,5% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; das Segment Oberbekleidung erreichte ein Plus in Höhe von 28,3%.
„Das hört sich hoch an, es beinhaltet aber sicherlich auch Nachholeffekte vom Anfang des Jahres, als wieder erste Events stattfanden, für die neue Kleidung gekauft wurde, während es im Vergleichszeitraum des Vorjahres Lockdowns gegeben hatte“, so Lange. Insofern sei die derzeitige Aussage zu relativieren; man müsse sich die Zahlen von 2019 anschauen, um einen echten Vergleich herzustellen. Dieser ergibt dann laut Thomas Lange für den gesamten Bekleidungssektor ein Minus von 10%, allein für die Oberbekleidung ein Minus von 13%.

„Wir sind nicht so optimistisch, dass wir das Niveau von 2019 Ende diesen Jahres erreicht haben werden. Aber trotzdem: Wir schlagen uns wacker“, so Lange. So sähen die Exportzahlen laut dem Hauptgeschäftsführer recht gut aus. Vor allem die Exporte nach Österreich legten deutlich zu (0,77 Mrd. Euro, +20,28%), ebenso in die Niederlande (0,58 Mrd. Euro, +16,62%) und ins Vereinigte Königreich (0,22 Mrd. Euro, +14,30%). Erwartungsgemäß gingen die Lieferungen nach Russland deutlich zurück (0,14 Mrd. Euro, -19,14%). Erhebliche Zuwächse gab es im Gegensatz dazu bei den Exporten in die USA (0,06 Mrd. Euro, +74,41%). „Wir sind eine mittelständische Branche, eine kreative Branche; kreativ auch in der Bewältigung von Herausforderungen“, so Lange.
Bei den Importen hat Bangladesch China von Rang 1 verdrängt (2,05 Mrd. Euro, +34,35%). Weitere wichtige Importländer für die deutsche Bekleidungsindustrie sind nach Bangladesch und China (2,13 Mrd. Euro, +26,95%) die Türkei (1,13 Mrd. Euro, +38,84%) sowie Vietnam (0,41 Mrd. Euro, +23,13%) Pakistan (0,43 Mrd. Euro, +17,63%) und Kambodscha (0,34 Mrd. Euro, +20,05%).

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Petra Steinke / 13.07.2022 - 21:28 Uhr

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