Nach positiver Steuerschätzung

Handel in Baden-Württemberg fordert Unterstützung

Der Handelsverband verlangt nach der positiven Steuerschätzung Hilfen für die von der Corona-Pandemie besonders hart getroffenen Branchen.

Der Handel in Baden-Württemberg fordert, dass die positive Steuerschätzung für das Bundesland, die im Vergleich zur Schätzung im November jährlich über eine Milliarde Euro mehr bis 2026 voraussagt, als Anlass zum Handeln gesehen werden solle. „Nach wie vor leiden zahlreiche Handelsunternehmen unter den ausgefallenen Umsätzen der vergangenen beiden Jahre. Auch unsere Innenstädte darben nach wie vor. Die Landespolitik muss jetzt ein schlagkräftiges Hilfsprogramm für die besonders betroffenen Branchen auf die Beine stellen, will sie unsere Innenstädte und unsere Handelsvielfalt in Baden-Württemberg vor dem Tode bewahren“, sagt Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW). Neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie habe der Einzelhandel auch mit den Folgen des Krieges in der Ukraine zu kämpfen, der sich negativ auf das Konsumverhalten von Kundinnen und Kunden auswirke. Ein möglicher Restart für den Handel werde hierdurch erneut erschwert, so dass Händlerinnen und Händler weiterhin kaum Mittel für dringend notwendige Investitionen aufbringen könnten.

Förderung für den Restart

Dass der Restart nicht ohne Weiteres gelingen werde, würden auch aktuelle Zahlen einer Umfrage des HBW belegen. So hätten die befragten Händlerinnen und Händler im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum ersten Quartal 2019 immer noch ein Umsatzminus von durchschnittlich 11% zu verzeichnen, im Textil- und Schuheinzelhandel seien es weit über 20% bis hin zu 30% Umsatzminus. Knapp 90% der Befragten hätten aktuell mit Lieferschwierigkeiten aufgrund von gestörten Lieferketten zu rechnen. Hinzu komme die massive Steigerung der Energiekosten. Entsprechend düster falle die Prognose der Händlerinnen und Händler für die nächsten Monate aus: Mehr als zwei Drittel würden die konjunkturelle Entwicklung der nächsten Monate negativ einschätzen. „Der Doppelhaushalt 2023/24 muss ein Aufbruchshaushalt werden. Die gesamte Landespolitik muss nun dafür sorgen, dass unsere Händlerinnen und Händler durch gezielte Hilfen dazu befähigt werden, einen kraftvollen Restart nach der Corona-Pandemie zu schaffen. Dazu braucht es eine Investitionsoffensive des Handels, die vom Staat durch ein entsprechendes Förderprogramm unterstützt werden muss, damit die Städte als eigenes Kulturgut sowie die dort vertretenen Unternehmen eine Zukunft behalten“, so Sabine Hagmann.

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Nina Ungerechts / 17.05.2022 - 15:47 Uhr

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