Antwort auf anhaltenden Fachkräftemangel

Handel will in Personal investieren

Laut einer EHI-Studie wollen Handelsunternehmen verstärkt die Personalentwicklung vorantreiben. An der Studie nahmen auch Händler aus der Modebranche teil.

Das Thema Personalentwicklung steht laut EHI bei den HR-Verantwortlichen im Handel weit oben auf der Agenda. Im Hinblick auf die allgemeine Arbeitsmarktsituation mit dem anhaltenden Fachkräftemangel sei es den Unternehmen wichtig, vorhandenes Personal gezielt zu schulen und im Unternehmen zu halten sowie neue Talente mit entsprechenden Angeboten zu gewinnen. Dafür wird investiert: „Die Budgets für die Personalentwicklung sind in den letzten drei Jahren tendenziell gestiegen und eine deutliche Mehrheit der Personalverantwortlichen geht von einer weiteren Steigerung in den nächsten drei Jahren aus“, erklärt Ulrike Witt, Leiterin Forschungsprojekt Personal.
Für die Studie „Personalentwicklung im Handel 2022“ befragte das EHI im Januar und Februar 2022 die HR-Verantwortlichen von 33 Einzelhandelsunternehmen in Deutschland. Der Lebensmittelhandel ist mit 40% der Teilnehmenden am häufigsten vertreten, gefolgt von den Branchen „Mode & Accessoires“ und „DIY & Einrichten“ mit je 15%.
Insgesamt hat für fast zwei Drittel der befragten Unternehmen (64%) die Personalentwicklung eine große oder sehr große Bedeutung. 79% sind der Meinung, dass dieser Bereich in Zukunft nochmals an Relevanz gewinnen wird. Ähnliche Entwicklungen lassen sich auch beim Budget für die Personalentwicklung feststellen. So ist es bei über der Hälfte der Unternehmen (52%) in den letzten drei Jahren gestiegen. Eine deutliche Mehrheit von 70% erwartet auch in den kommenden drei Jahren mehr Geld für Personalentwicklung.
 

Unternehmen investieren in die Personalentwicklung, um alle Positionen mit adäquat qualifiziertem Personal besetzen zu können, Fluktuation zu vermeiden und für zukünftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Wichtigste Ziele sind aus Sicht der HR-Profis vor allem die Sicherung des Fach- und Führungskräftebestandes sowie das Identifizieren und Fördern von Nachwuchskräften. Für 64% der Befragten liegt laut EHI der Fokus von Personalentwicklungsmaßnahmen im Jahr 2022 auf der Qualifikation von Führungskräften. Als größtes Hindernis bei der Umsetzung von Personalentwicklungsmaßnahmen gilt allerdings eine zu hohe Arbeitsauslastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (88%) und damit verbunden die fehlende Zeit für Fortbildungen. Hinzu kommen mangelnde Kapazitäten in der Personalabteilung und mangelnde Unterstützung durch Führungskräfte.
Der mit Abstand größte Teil der befragten Unternehmen (85 Prozent) repräsentiert den stationären Einzelhandel, hiervon geben 29 Prozent einen Jahresumsatz (in Deutschland) von über 5 Mrd. Euro an und zählen somit zu den größten stationären Einzelhändlern Deutschlands. Die übrigen Teilnehmenden haben die Vertriebsart Omnichannel oder reine Online-Handel. Der Umsatz der befragten Unternehmen entspricht insgesamt 29 Prozent (Schätzwert

Die Studie „Personalentwicklung im Handel 2022“ ist ab sofort im EHI-Shop verfügbar und für Mitglieder kostenlos.

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Petra Steinke / 06.04.2022 - 09:38 Uhr

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