Kommentar von Petra Steinke

Kommentar: Theorie

schuhkurier-Chefredakteurin Petra Steinke (Foto: Natalie Färber)
schuhkurier-Chefredakteurin Petra Steinke (Foto: Natalie Färber)

Es gibt wohl kein Unternehmen in unserer Branche, das sich nicht mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Dabei müssen Notwendigkeiten und Möglichkeiten abgewogen werden.

„Bei Themen wie Transparenz und Nachvollziehbarkeit hat die deutsche Schuhindustrie eher noch einen großen Nachholbedarf.“ Das sagt Berndt Hinzmann, Referent bei Inkota – Change your Shoes. Die Nicht-Regierungs-Organisation (NRO/ NGO) hat sich unter anderem dem Ziel verschrieben, Umweltschutz und Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern der Schuhbranche zu verbessern. Es geht um Arbeitsverträge, faire Löhne und die Einhaltung von Umweltstandards. Dabei bleibt Hinzmann im Interview mit unserer Redaktion eher unklar. Es gebe Ideen und Gespräche, so der Aktivist. Konkrete Beispiele benennt er nicht, formuliert aber eine konkrete Forderung: Er wünsche sich, dass die Schuhbranche die Probleme und Herausforderungen „progressiv und ambitioniert“ angeht.

Wenn man sich mit der Initiative Cads beschäftigt und auf die sehr konkreten Maßnahmen schaut, die sie initiiert hat, kann indes kaum der Eindruck entstehen, es werde nicht progressiv und ambitioniert gehandelt. Dort haben Fachleute und Unternehmer aus der Branche gemeinsame Ziele formuliert, die teilweise deutlich über gesetzliche Anforderungen hinausgehen. Man arbeitet laut dem Cads-Vorsitzenden Michael Tackenberg an mehreren Projekten und sucht das Gespräch auch mit NGOs. Es ist unstrittig, dass unsere Branche beim Thema Nachhaltigkeit noch weiter gehen muss – über die gesamte Lieferkette hinweg. Und zweifellos braucht Veränderung Impulse von außen. Dabei spielen gesetzliche Vorgaben, aber auch Nicht-Regierungs-Organisationen eine wichtige Rolle. Hier kann eine Chance im Dialog liegen, damit das, was theoretisch denkbar ist, mit dem praktisch Möglichen übereingebracht werden kann. Denn in einem Punkt dürfte Einigkeit bestehen: Nachhaltigkeit ist Zukunft.

Der Kommentar stammt aus der schuhkurier-Ausgabe 04/22 über Nachhaltigkeit in der Schuhbranche. Im E-Paper gibt es Interviews mit Berndt Hinzmann von Inkota und Michael Tackenberg von Cads.

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Petra Steinke / 27.01.2022 - 09:00 Uhr

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