GfK Konsumklima-Index am Boden

Konsumklima erreicht historisches Tief

Die Shopping-Laune in Deutschland ist aktuell historisch schlecht. (Foto: Jacek Dylag/Unsplash)
Die Shopping-Laune in Deutschland ist aktuell historisch schlecht. (Foto: Jacek Dylag/Unsplash)

Die Verbraucherstimmung der Deutschen hat sich im April zum zweiten Mal in Folge deutlich verschlechtert. Eine Trendwende hängt laut GfK von der Entwicklung in der Ukraine ab.

Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch die Anschaffungsneigung sind derzeit am Boden. Die GfK prognostiziert für das Konsumklima für Mai -26,5 Punkte und damit 10,8 Zähler weniger als im April dieses Jahres (revidiert -15,7 Punkte). Dies sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für April 2022.
Damit stürzt das Konsumklima auf einen neuen historischen Tiefststand und unterschreitet das bisherige Rekordtief aus dem Frühjahr 2020 während des ersten Corona-Lockdowns deutlich. Ein spürbarer Anstieg der Sparneigung im April hat diesen Absturz noch beschleunigt.
 

„Der Ukraine-Krieg sowie die hohe Inflation haben der Verbraucherstimmung einen schweren Schlag versetzt. Damit haben sich die Hoffnungen auf eine Erholung als Folge der Lockerungen pandemiebedingter Beschränkungen endgültig zerschlagen,“ erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte. Das explosionsartige Ansteigen der Energiepreise als Folge der großen Verunsicherung durch den Krieg sowie der umfangreichen Sanktionen gegenüber Russland haben laut GfK auch die Einkommensaussichten der Verbraucher abrutschen lassen. Hohen Inflationsraten ließen die Kaufkraft der Konsumenten dahinschmelzen. Folglich sinkt die Einkommenserwartung im April auf -31,3 Punkte. Das sind 9,2 Punkte weniger als im März und ist der niedrigste Wert des Indikators seit fast zwanzig Jahren. Im Februar 2003 wurde zuletzt mit -32,8 Zählern ein schlechterer Wert gemessen. „Eine nachhaltige Trendwende beim Konsumklima wird es nur dann geben können, wenn es beim Krieg in der Ukraine zu erfolgreichen Friedensverhandlungen kommt.“ 
 

Verbraucher sehen akute Rezessionsgefahr

Nach dem Einbruch im Vormonat muss die Konjunkturerwartung im April erneut deutliche Einbußen hinnehmen. Der Indikator verliert 7,5 Punkte und sinkt auf -16,4 Zähler. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres beträgt das Minus knapp 24 Punkte. Das Risiko für die deutsche Konjunktur ist aus Sicht der Verbraucher weiter gestiegen, die Gefahr einer Rezession wird als hoch eingeschätzt. Der anhaltende Ukraine-Krieg, eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegenüber Russland sowie unterbrochene Lieferketten bremsten die Konjunktur und verhinderten, dass die Lockerungen der pandemiebedingten Beschränkungen ihre positiven Impulse entfalten können.

Anschaffungsneigung mit drittem Rückgang in Folge

Analog zu sinkender Konjunktur- und Einkommenserwartungen nimmt auch die Anschaffungsneigung ab – zum dritten Mal in Folge. Mit einem deutlichen Minus von 8,5 Punkten sinkt der Indikator auf -10,6 Punkte. Das ist laut GfK der niedrigste Wert seit mehr als 13 Jahren. Im Oktober 2008, zu Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise, wurde mit -20,1 Zählern zuletzt ein schlechterer Wert gemessen. Neben der generellen Verunsicherung dämpfen vor allem die stark steigenden Preise die Konsumlaune. Wenn für Benzin, Heizöl und Gas deutlich mehr ausgegeben werden muss, bleiben entsprechend weniger finanzielle Mittel für andere Anschaffungen.

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Petra Steinke / 28.06.2022 - 09:15 Uhr

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