„Made in Europe“ aus Bangladesch

Maskenskandal um Youtube-Star

Youtuber Fynn Kliemann wurde 2020 nach eigenen Angaben zu einem der größten Textilmaskenhersteller, der in Europa produziert. Nach Recherchen der Sendung ZDF Magazin Royale habe er die wahre Herkunft der Masken verschleiert.

In der Sendung ZDF Magazin Royale, die am 6. Mai auf dem Youtube-Kanal der Sendung veröffentlicht wurde, wurden Recherchen über den Youtuber Fynn Kliemann präsentiert. Der Betreiber von „Kliemannsland“ ließ gemeinsam mit dem Textilhersteller Global Tactics nach Ausbruch der Corona-Pandemie 160.000 Textilmasken pro Woche produzieren, um den Bedarf nach Masken bei Pflegeheimen und Krankenhäusern zu decken und verkaufte sie auch über den Retailer About You an Privatkunden. Nach eigenen Angaben seien diese in Portugal und Serbien hergestellt worden und man sei einer der größten Maskenhersteller in Europa. In der Sendung wurden jedoch Privatnachrichten, Fotos und Sprachnachrichten präsentiert, die belegen sollen, dass diese Masken in Bangladesch und Vietnam produziert wurden. Dabei habe Fynn Kliemann und sein Team bewusst auf Packungen geachtet, bei denen die Herkunft der Masken nicht ersichtlich ist. Fynn Kliemann soll außerdem bewusst defekte Masken an Flüchtlingslager in Griechenland und Bosnien-Herzegowina gespendet haben. Fynn Kliemann äußerte sich bislang (Stand: 6. Mai, 9:30) nicht öffentlich zu den Vorwürfen. About You hat die Masken daraufhin aus dem Sortiment entfernt.

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Christopher Mastalerz / 06.05.2022 - 08:32 Uhr

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