„Beobachten in einigen Lagen Nachholeffekte“

Modebranche belegt Platz eins mit Flächenumsatz

Der deutsche Einzelhandelsvermietungsmarkt hat im ersten Quartal laut des Beratungsunternehmens JLL einen Flächenumsatz von 109.000 qm verzeichnet. Großanmietungen von Textilhändlern hatten maßgeblich dazu beigetragen, dass der Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal 2021 um 10% anstieg.

Dirk Wichner, Head of Retail Leasing sagte dazu: „Der Modehandel ist wieder deutlich agiler, weil viele das staatliche Schutzschirmverfahren der Pandemiephase genutzt haben, um ihr Portfolio aufzuräumen. Entsprechend wurden weniger lukrative Standorte aussortiert und der Fokus auf gut sichtbare Läden in zentralen Lagen gerichtet.“

Vor allem Bekleidungshäuser und Young-Fashion-Anbieter sorgten für einen Branchenanteil von 41%.

Bundesweit legte die die Zahl der Vertragsabschlüsse im ersten Quartal um 5% zu und stieg damit auf 213 Anmietungen. Die meisten Anmietungen gab es mit 20 Abschlüssen in Berlin, dicht darauf folgte Köln mit 18. Dahinter lagen Hamburg und Düsseldorf mit 13 Anmietungen. In München gab es 12 und in Frankfurt 11 neue Anmietungen.

In Berlin wurde mit 13.200qm am meisten Fläche angemietet, Köln liegt mit 10.400qm dahinter, damit verdreifachte die Stadt am Rhein ihren Umsatz.

Dirk Wichner erklärt: „Wir beobachten in den Toplagen vieler Metropolen nun einige Nachholeffekte. Die Menschen zieht es spätestens mit den Lockerungen wieder in die Innenstädte, um einzukaufen, aber vor allem zu genießen. Erfolgreich sind deshalb vor allem Händler, die in den vergangenen beiden Jahren ihre Konzepte überdacht und neu ausgerichtet haben.“

In den vergangenen Jahren hatte die Textilbranche den Spitzenplatz mehrmals an die Gastronomie und Foodindustrie, die im ersten Quartal 2022 mit 20% Flächenumsatz den zweiten Platz erzielt, abgeben müssen.

Dieses Quartal waren vor allem die Supermärkte weniger expansiv. Dirk Wichner sagt dazu: „Lebensmittelhändler haben in den vergangenen Jahren wie kaum eine andere Branche in den zentralen Lagen expandiert und sich durch Präsenz gegen den Onlinehandel behauptet. Wer den nächsten Nahversorger immer in Sichtweite hat, bestellt weniger online. Allerdings sind die Standortnetze nun auch sehr stark ausdifferenziert, zugleich bieten sich in den Toplagen derzeit kaum noch Optionen, um weiter in der zuletzt gewohnten Dynamik anzumieten.“

Dieses Quartal haben sich die Mieten in fast allen Städten wieder stabilisiert. Die höchste Miete pro Quadratmeter wird nach wie vor in München mit 340 Euro gezahlt. Darauf folgen Berlin mit 310 Euro pro Quadratmeter, Frankfurt mit 290 Euro und Düsseldorf mit 275 Euro.

In Hamburg kostet der Quadratmeter 265 Euro, in Stuttgart 260 Euro und in Köln 235. Hannover (175 Euro), Nürnberg mit 150 Euro und Leipzig (110 Euro) folgen mit etwas Abstand.

Für das Jahr 2022 sieht Dirk Wichner viel Potential, um wieder auch Vorpandemie-Niveau zu kommen. Allerdings sei es schwer abzuwägen wie stark der Krieg in der Ukraine, gestörte Lieferketten, Inflation und steigende Energiepreise die Händler und deren Kunden beeinflussen werden.

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Quinn Grabowski / 21.04.2022 - 14:17 Uhr

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