Schuhhändler-Verband Schuhschweiz

Neue Grundbildung im Fokus

Generalversammlung des Schuhhandels-Verbandes Schuhschweiz Mitte Mai (Foto: Janine Tschopp)
Generalversammlung des Schuhhandels-Verbandes Schuhschweiz Mitte Mai (Foto: Janine Tschopp)

Die Bildungsreform im Schweizer Detailhandel beschäftigt die Schuhbranche derzeit sehr. Entsprechend war sie auch Spezialthema bei der 128. Generalversammlung, die der Verband Schuhschweiz am 19. Mai in Meisterschwanden durchführte.

Endlich konnte die Schuhschweiz-Generalversammlung wieder, wie geplant, im Mai durchgeführt werden. Im vergangenen Jahr wurde sie aufgrund von Corona in den Herbst verschoben. Mitte Mai versammelten sich nun also 33 Mitglieder in der „Seerose“ in Meisterschwanden. Im Jahresbericht ging Schuhschweiz-Präsident Lukas Kindlimann auf das vergangene Jahr ein und schilderte, dass die Pandemie den Detailhandel, insbesondere im ersten Quartal, noch immer im Griff hatte. Trotzdem sei man in der Schweiz mit einem „blauen Auge“ davongekommen, da sich die Lage nach dem zweiten Lockdown (18. Januar bis 28. Februar) spürbar stabilisierte. „Zeitweise war ein richtiger ’Run‘ nach neuem Schuhwerk zu spüren. Im Speziellen sind da Kinderschuhe sowie Wanderschuhe zu erwähnen. Auch in den Sparten Trekking-, Outdoor- und Freizeitartikel sowie Fahrräder war der Bedarf ungebrochen“, betonte Lukas Kindlimann.
Ein großes und wichtiges Thema, mit dem sich Schuhschweiz im vergangenen Jahr beschäftigte, so Kindlimann weiter, sei die Bildungsreform im Detailhandel „Verkauf 2022+“. Entsprechend war dies auch ein Spezialthema nach den offiziellen Tagesordnungspunkten.

„Es ist wichtig, junge Leute auszubilden“

Die Tagesordnungspunkte wurden schnell behandelt und die Anträge ohne Diskussionen und einstimmig angenommen. Unter dem Punkt „Diverses“ meldete sich Max Blattner zu Wort. Er ist ehemaliger Präsident der Berufsbildungskommission von Schuhschweiz und Autor des Fachbuches „Alles über Schuhe“. „Es ist wichtig, junge Leute auszubilden“, wandte er sich an die Generalversammlung. Für die Beratung, das Einkaufserlebnis und den Service nach dem Verkauf sei Fachpersonal unerlässlich. „Um neue Lernende zu gewinnen, sollte nicht nur Schuhschweiz in der Pflicht sein, sondern auch die Schuhhändler“, betonte Blattner. Das Thema sei beim Verband bekannt, meinte Lukas Kindlimann und ergänzte: „Jeder Betrieb muss die eigene Situation analysieren und eventuell neue Wege finden.“

„Wir freuen uns und sind motiviert“

In einem spannenden Referat zeigte Edith Frey, Präsidentin der Berufsbildungskommission und Referentin von Schuhschweiz, wichtige Punkte bei der Grundbildung „Verkauf 2022+“ auf. In den letzten Monaten hat sie, zusammen mit der Lifestylegruppe, über 700 Berufsbildner und Berufsbildnerinnen darüber informieren können. „Wir sind bestrebt, unsere Jungmannschaft dort abzuholen, wo sie sich gerade befindet. Und wir wollen die Lernenden mit einem vollen Rucksack in ihren Betrieb zurückgeben“, schildert Edith Frey. Die neue Grundbildung betrifft alle jungen Menschen, die ihre Ausbildung im Schuhdetailhandel nach den Sommerferien 2022 beginnen. „Es ist uns wichtig, dass die Lernenden ihr Wissen nach den überbetrieblichen Kursen (ÜK) im Betrieb anwenden können“, so Edith Frey. Die Ausbildung richte sich noch viel stärker auf den Verkauf aus als bisher. Wichtig dabei sei auch die Verkaufspsychologie. „Die Produkte sind austauschbar. Beim Verkauf geht es um Emotionen“, betonte Frey. „Wir freuen uns auf die neue Grundbildung und sind hoch motiviert“, sagte sie im Hinblick auf die neue Ausbildung.
Diskussionen gab es in Zusammenhang mit den beiden neuen Schwerpunktthemen. Bei der neuen dreijährigen Ausbildung muss sich der bzw. die Lernende zwischen den Themen „Gestalten von Einkaufserlebnissen“ und „Betreuen von Online-Shops“ entscheiden. Einige Mitglieder von Schuhschweiz sind der Meinung, dass das Schwerpunktthema „Online-Shop“ modular als Zusatz angeboten werden sollte.
Schließlich berichtete Andy Oechslin, Schuhschweiz-Vorstandsmitglied, über Konvink, die digitale Lernumgebung. Vorwiegend Lernende sowie Berufsbildner und Berufsbildnerinnen werden in Zusammenhang mit der neuen Grundbildung damit arbeiten müssen. Es sei ein gutes Werkzeug, brauche aber Zeit und Übung, sich zurecht zu finden und sich an den Umgang damit zu gewöhnen: „So wie bei jeder neuen Grundbildung“, erwähnte Andy Oechslin.
Ehrenpräsident Dieter Spiess bestätigte, dass im Zusammenhang mit der Anwendung des neuen Tools gewisse Ängste zu spüren seien. Die Lifestylegruppe (über sechs verschiedene Branchen, unter anderem Schuhschweiz) bietet daher eine Konvink-Schulung für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner an, berichtete er. Die letzte Bildungsreform liegt 17 Jahre zurück. Nun soll es darum gehen, Ausbilder und Lernende mit der aktuellen Reform vertraut zu machen. Edith Frey brachte es auf den Punkt: „Wir sind ein motiviertes Team und unternehmen alles im Sinne der Lernenden. Das ist unsere Zukunft.“

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Janine Tschopp / 02.06.2022 - 14:10 Uhr

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