Steigende Löhne erwartet

Neues Jahr bringt verschärften Fachkräftemangel

Unternehmen haben zunehmend größere Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Das zeigen Daten der aktuellen Personalleiterbefragung von ifo-Institut und Randstad.

In knapp der Hälfte der Unternehmen soll der Personalbestand den Angaben der befragten Personalverantwortlichen zufolge im ersten Halbjahr 2022 konstant bleiben. Bei den restlichen Antworten überwiegt die Steigerung des Personalbestands (37%). Nur sehr wenige der befragten Firmen bereiten eine starke Aufstockung ihres Personals vor (3%). Eine Reduzierung erwarten 12% der Teilnehmenden, von stärkeren Rückgängen ist hingegen nicht die Rede.

Gut 80% der befragten Personalleiter gaben an, dass sie 2022 auf der Suche nach Fachkräften sein werde. Große Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitenden benötigen am häufigsten Fachkräfte (90%). Jedoch sehen sich fast alle befragten Unternehmen, die für 2022 neue Fachkräfte suchen, mit mittleren bis sehr großen Problemen konfrontiert. Im Vergleich zur Befragung im Vorjahr zeigen die aktuellen Daten deutlich, dass sich das Finden geeigneter Fachkräften für die Unternehmen immer schwieriger gestaltet. Als die am besten geeignete Maßnahme zur Bekämpfung des Fachkräftemangels sehen die befragten Personalleiter die Erhöhung der Attraktivität von Berufsausbildung (90% hohe und mittlere Eignung). Eine weitere vielversprechende Maßnahme besteht darin, Engpassberufe stärker zu bewerben (über 80% gute Eignung). Auch indem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter gefördert wird, können gezielt mehr Fachkräfte gewonnen werden − 34% sehen darin einen hohen und 44% einen mittleren Nutzen.

Kräftige Lohnsteigerung erwartet

In dem durch die Umfrage abgedeckten Beschäftigtenkreis werden die Löhne im Jahr 2022 überwiegend steigen. 78% der Befragten gehen davon aus, dass in ihrer Belegschaft insgesamt die Löhne um durchschnittlich 4,7% zulegen werden. 21% erwarten gleichbleibende Löhne, sinkende Löhne wurde nur sehr vereinzelt gemeldet. Im Dienstleistungsbereich wird der Lohnanstieg mit durchschnittlich 5,8% voraussichtlich am höchsten ausfallen. Dagegen erwarten Industrie- und Handelsbetriebe Lohnsteigerungen um durchschnittlich 3,9% bzw. 4,0% in der gesamten Belegschaft. Während in Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten drei Viertel der Befragten von wachsenden Löhnen in der Belegschaft ausgehen, sind es in größeren Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden schon neun von zehn bzw. ab 500 Mitarbeitenden acht von zehn Befragten. Die durchschnittlich erwarteten Lohnsteigerungen liegen bei kleineren Unternehmen mit 6% jedoch fast doppelt so hoch wie bei größeren und Großunternehmen (3,3% bzw. 2,9%).

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Helge Neumann / 05.01.2022 - 13:43 Uhr

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