„Wir wollen keinen weiteren Lockdown“

Österreich führt 2G-Kontrollpflicht ein

Österreich führt eine 2G-Kontrollpflicht ein. (Foto: Unsplash/Jacek Dylag)
Österreich führt eine 2G-Kontrollpflicht ein. (Foto: Unsplash/Jacek Dylag)

Der Einzelhandel in Österreich ist seit dem 11. Januar verpflichtet, die 2G-Nachweise der Kundinnen und Kunden zu kontrollieren. Der Handelsverband fordert praxisnahe Umsetzungen.

Der Einzelhandel in Österreich ist künftig verpflichtet, Impf- bzw. Genesenennachweise zu kontrollieren. Die Kontrolle soll an den sogenannten Interaktionspunkten erfolgen, z.B. am Eingang, spätestens beim Bezahlen an der Kasse. In Österreich gilt darüber hinaus eine FFP2-Maskenpflicht in Geschäften und auch in Fußgängerzonen.

„Der Handel ist eindeutig kein Infektionstreiber: Das belegen alle verfügbaren Daten. Gleichzeitig unterstützen wir aber den konsequenten Kampf gegen die Corona-Pandemie, denn wir wollen keinen weiteren Lockdown für die österreichische Wirtschaft mehr erleben. Das muss jetzt die oberste Maxime sein“, betont Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Die nach den Beratungen von Bund, Ländern und Corona-Kommission GECKO österreichweit vorgesehenen, verbindlichen Kontrollen von 2G-Nachweisen im Handel trägt Trefelik mit, sofern dadurch künftige Zwangssperren ausgeschlossen sind. Er betont allerdings: „Der heimische Handel ist äußerst vielfältig: Die Kontrollen der 2G-Nachweise müssen maßvoll und praktikabel durchführbar sein und zwar in allen Geschäftsgrößen und -formen, von der kleinen Boutique bis zum großen Einkaufszentrum.“ Deshalb müssten den Betrieben unterschiedliche Möglichkeiten zur Kontrolle eingeräumt werden. Auch die „Bändchenlösung“, wie sie in Teilen Deutschlands praktiziert wird, sieht Trefelik als mögliche Variante. „Es darf zu keiner eklatanten Ungleichbehandlung und Wettbewerbsverzerrung mit Betrieben kommen, die unter anderem Güter des täglichen Bedarfs anbieten und deshalb keine Kontrollen durchführen müssen“, betont Trefelik: „Deshalb müssen die Kontrollen sowohl für die Kunden als auch die Betriebe rasch, ohne großen Aufwand und praktikabel durchführbar sein. Das ist ein Gebot der Fairness.“

Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Helge Neumann / 10.01.2022 - 13:40 Uhr

Weitere Nachrichten

Stefan Genth auf dem Handelskongress 2021 in Berlin. (Foto: HDE)

Einzelhandelsumsatz schrumpft um 2%

HDE-Prognose für 2022

In einer aktuellen Umfrage des HDE rechnen 44% von 800 befragten Unternehmen mit sinkenden Umsätzen. Der Verband geht für dieses Jahr von einem nominalen Umsatzwachstum von 3% im Vergleich zum Vorjahr aus, inflationsbereinigt rutscht der Einzelhandel 2% ins Minus.