„Wir sehen die erwartete Normalisierung“

Otto Group wächst online langsamer

Sebastian Klauke, Vorstand E-Commerce, Technologie, Business Intelligence und Corporate Ventures bei der Otto Group. (Foto: Otto)
Sebastian Klauke, Vorstand E-Commerce, Technologie, Business Intelligence und Corporate Ventures bei der Otto Group. (Foto: Otto)

Die Otto Group wird das Geschäftsjahr 2021/22 nach ersten Prognosen mit einem Onlineumsatz von fast 11 Mrd. Euro abschließen – ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr.

Vom Umsatz der Otto Group Geschäftsjahr 2021/22, das am 28. Februar endet, entfallen auf Deutschland davon voraussichtlich fast 7,6 Mrd. Euro gegenüber 7 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Global wächst der E-Commerce-Umsatz der Unternehmensgruppe mit ihren rund dreißig wesentlichen Konzerngesellschaften im laufenden Geschäftsjahr damit um knapp 10% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in Deutschland um fast 9%. Die erfreulichen Zahlen zeigen laut dem Unternehmen erneut, dass die Otto Group mit der konsequenten Digitalisierung der eigenen Geschäftsmodelle, Prozesse und Vertriebskanäle die richtigen Weichen gestellt habe, um auf das zunehmend veränderte Einkaufsverhalten der Konsumenten zu reagieren.

Sebastian Klauke, Konzern-Vorstand E-Commerce, Technologie, Business Intelligence und Corporate Ventures: „Wir wachsen im E-Commerce nachhaltig erfolgreich. Das freut uns und beweist, dass wir auf dem Weg einer umfassenden digitalen Transformation unserer Konzernunternehmen und unserer Geschäftsmodelle schon sehr weit gekommen sind. Als Konzern mit großen, im Multichannel aktiven Unternehmensgruppen sehen wir jedoch gleichzeitig die erwartete Normalisierung im Vergleich zum ersten Jahr unter Pandemie-Bedingungen.“ So haben sich nach den extrem hohen Zuwächsen im ersten Jahr der Pandemie die Wachstumsraten im Jahr 2021 erwartungsgemäß etwas abgeschwächt. Dabei haben sich die Konzerngesellschaften der Otto Group analog zu den weltweiten Onlinehandelsmärkten entwickelt. Am Beispiel Deutschland: Auch die Otto Group konnte als größter Onlinehändler vom wiederbelebten Geschäft im Markt für Mode online profitieren. Auf der anderen Seite waren die Zuwächse im für die Otto Group besonders bedeutenden Markt der Möbel und Wohnaccessoires zwar noch zweistellig, aber nicht mehr so fulminant wie im ersten Jahr der Pandemie.

Besonders im Zweijahresvergleich zeigt sich die zunehmende Bedeutung des Onlinehandels. So hat der E-Commerce-Umsatz der Otto Group im Vergleich des aktuellen Geschäftsjahres mit dem Vorvorjahreszeitraum 2019/20 weltweit um etwa ein Drittel zugenommen. Allein bei Otto ist die Zahl der aktiven Kunden im Kalenderjahr 2020 um rund 30% und in 2021 erneut um rund 20% auf jetzt weit über 11 Mio. gestiegen. Auch Bestellungen und Bestellfrequenz nahmen bei Otto, gerade im vergangenen Weihnachtsgeschäft, noch einmal deutlich zu. Einen auffälligen Zuwachs verzeichneten dabei der Textilbereich, hier vor allem Schuhe und Jacken, sowie das DIY-Segment (Do-it-yourself).

Sebastian Klauke: „Der E-Commerce gewinnt weiter an Relevanz, über alle Altersgruppen hinweg. Wir rechnen damit, dass dieser Trend anhält, gleichzeitig gehen wir jedoch von einem moderateren Wachstum und einer Stabilisierung auf hohem Niveau aus.“ So sei angesichts einer weiterhin hohen Inflationsrate, in erster Linie begründet in den aktuell stetig steigenden Energiepreisen, sowie der fortbestehenden Unsicherheit im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und die kritische geopolitische Situation von einer gedämpften Konjunkturlage, verbunden mit einem spürbaren Rückgang der Konsumlaune auszugehen. Die Otto Group rechnet deshalb für das kommende Geschäftsjahr mit einer abnehmenden Dynamik auch im E-Commerce und einem Wachstum im hohen einstelligen Bereich.

 
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Helge Neumann / 10.02.2022 - 17:16 Uhr

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