Stores to Watch: Sneaker-Läden mit Vorbildcharakter

Sneak Peek

Veja, Paris Montmatre (Foto: Veja)
Veja, Paris Montmatre (Foto: Veja)

Gutes Store Design sollte den Spirit einer Marke aufgreifen und in jedem Detail widerspiegeln. Die Neueröffnungen im Sneaker-Sektor machen vor, wie das geht.

Veja, Paris Montmartre: Upcycling

Im Pariser Stadtteil Montmartre hat Veja kürzlich sein viertes Geschäft eröffnet. Die Gestaltungsidee beruht immer auf der Wertschätzung des Bestands: Erhalte möglichst viel von dem, was da ist, und addiere nur das, was notwendig ist, lautet die Losung. Mit Böden, Wänden, selbst Möblierung arrangiert man sich, spendiert hier neuen Schliff, kultiviert dort den Charme des Gebrauchten, wertet es so auf statt ab. In Montmartre verputzte man die Wände mit Lehm von Pariser Baustellen und addierte Neon-Installationen des brasilianischen Künstlers Kleber Matheus. Das Resultat ist ein minimalistischer Sneaker Space, der den Markenkern des für Sneaker aus veganen oder recycelten Materialien bekannten französischen Labels perfekt repräsentiert.

Overkill, Köln: Materialität

Am Heimatstandort Kreuzberg betreibt Overkill bereits seit Jahren zwei Läden. Seinen dritten Store eröffnete der Berliner Sneaker- und Streetwear-Händler nun am Rhein. Es ist eine Premiere in zweifacher Hinsicht, denn Overkill an der Kölner Hahnenstraße ist nicht nur die erste Fläche außerhalb der Hauptstadt, es ist auch der erste Auftritt mit neuem Konzept: In der Domstadt präsentiert sich eine Sneaker- und Streetwear-Boutique mit Interieur, das geprägt ist von charismatischer Materialität und ausgefallenen Details. Die gestalterische Basis ist die Konfrontation von Statuario Venato Marmor aus Carrara mit gebürstetem Edelstahl, etwa für die Kassentheke, die handgefertigten Warenträger oder Sitzbänke, bei denen oft ein roher Marmorfels als Fundament dient. Dazu Details wie ein in den Stein gemeißelter Sohlenabdruck oder der Overkill-Schriftzug im Kassenblock. Die Krönung im Wortsinne ist ein aus gläsernen Adidas-Turnschuhen gestaltetes Lichtobjekt.

 

Breuninger, Nürnberg: Futurismus

Seine besondere Expertise in Sachen Schuhe und Fashion stellt das in Stuttgart beheimatete Department Store Unternehmen Breuninger auch beim Umbau seines 11.500 qm großen Nürnberger Hauses unter Beweis. Das Highlight der 700 qm großen Schuhabteilung ist die Sneaker Zone, wo ein Gitter aus unbearbeitetem Metall, das sich vom Basement bis ins Obergeschoss erstreckt, die Blicke auf sich zieht. Mittig im Raum platziert, schottet das Sneaker-Regal nicht ab, sondern gewährt dank seiner Rasterstruktur Durchblick. Der augenfällige Edelstahlboden unterstreicht den futuristischen Appeal.

Harrods, London: Luxus

Marmor, Spezialleder, hochglanzpolierter Edelstahl und Rauchglas – das sind die Ingredienzien der Männerschuhabteilung der Londoner Kaufhaus-Ikone Harrods. Die Fläche versteht sich als Ort, der den modernen Lifestyle des anspruchsvollen Kunden mit besonderer Vorliebe für hochwertiges Schuhwerk widerspiegelt. Auch das Sneaker-Sortiment erfüllt höchste Ansprüche und präsentiert sich standesgemäß im warm ausgeleuchteten Upper-Class-Ambiente.

Sportler, Innsbruck: Regionalität

Das Credo für die Innenarchitektur von Tirols größtem Bergsporthaus lautet: Wo es eine Hinwendung zum Sport gibt, fühlt man sich auch der Natur verbunden. Daher setzte man bei der Einrichtung des 4.000 qm großen Sportler-Stores in Innsbruck auf nachhaltige Materialien aus der Region, recycelten Kunststoff für die Mittelmöbel und meist nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip produzierte Polsterstoffe. Die Sneaker-Wand, einer der Eyecatcher, wurde mit sogenanntem Eco-Stone gestaltet.

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Annette Gilles / 25.04.2022 - 13:02 Uhr

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