Händlerumfrage

Sneaker – ein stabiler Umsatzbringer

Sneakerstores sind Treffpunkt der Sneakerszene und müssen authentisch geführt werden. (Foto: G-Star Raw)
Sneakerstores sind Treffpunkt der Sneakerszene und müssen authentisch geführt werden. (Foto: G-Star Raw)

Gekommen, um zu bleiben. Sneaker haben ihren festen Platz in den Sortimenten und gehören zum Alltag dazu. In der einschlägigen Szene zählt Glaubwürdigkeit und davon profitieren die Sneakerläden, die mit professioneller Beratung und fundiertem Wissen angesagter Styles und Marken punkten.

„Wir sind hier in Bremen eine Sneaker-Boutique“, sagt Jascha Weber, Sneakerstore Glückstreter, stolz. „Die Stimmung ist insgesamt gut und wir haben hier im Viertel eine echte Community.“ Insgesamt seien die Leute gut drauf und „daraus sind schon einige wirkliche Freundschaften entstanden“. Auch im Sneakerstore 43einhalb ist die Stimmung seit Mai wieder gut, bestätigt Geschäftsführer Mischa Krewer. Die Frequenz instore und online sei auf einem guten Level. Gefragt sind bei ihm gerade Court Unisex Styles quer durch die Bank weg von Adidas, New Balance, Nike, Autry, Moea & Co. Überhaupt profitieren die Sneakerläden von ihren engen Kontakten zu den Kunden und Kundinnen. „Es wird oft unterschätzt, wie wichtig der lokale Einzelhandel ist“, sagt Jascha Weber. Generell kommen die Kunden gerne, sei es auf eine Cola oder um sich von den Styles inspirieren zu lassen. Da haben die Sneaker-Spezialisten einen klaren Vorteil gegenüber dem Internet, bestätigt nicht nur Glückstreter aus Bremen.

 

Überzeugt, dass Sneaker bleiben

Der Sneaker-Filialist Snipes verkauft seit über 24 Jahren erfolgreich Sneaker und Streetwear. „Wir sprechen gar nicht mehr von einem Sneakerboom, denn sie sind für die meisten Menschen fester Bestandteil des Alltagsoutfits“, erklärt Simon Bus, Head of Entertainment & Communications Snipes. „Wir sind überzeugt, dass das auch so bleiben wird.“

Auch in den klassischen Schuhhäusern bleiben Sneaker, Urbanwear & Co. ein konstanter Umsatzbringer, so auch im Sortiment von Schuh Mücke. „Seit 2018 kommt dem Segment eine stetig wachsende Bedeutung zu. Wir gehen in der Post-Corona-Zeit davon aus, dass wir an die Umsätze vor Einsetzen der Pandemie anknüpfen können“, sagt Janine Crettaz von Schuh Mücke. Der Young Fashion-Bereich zählt bei Mücke inzwischen zu den stärksten Warengruppen und profitiert von einer stetig wachsenden Zielgruppe, ergänzt Crettaz. Dennoch sehe sich das Schuhhaus in dieser Warengruppe wiederkehrenden Herausforderungen ausgesetzt.

Aufsteiger in den Sortimenten

„Bei der Auswahl geht es darum, die Sneaker-Enthusiasten anzusprechen, die auf der Suche nach dem nächsten Hot Release sind. Aber auch den Hip-Hop-Fan, für den eher die Classics das Must-Have sind“, so Simon Bus von Snipes. Der Filialist arbeitet gerade stark daran, das Basis-Sortiment noch weiter auszubauen. Aktuell werden Nike, Jordan, New Balance, Converse und Karl Kani stark nachgefragt und bei den neuen Marken favorisiere Snipes vor allem Clarks als Unisex-Trend. Bei Trail/Outdoor heißen die Favoriten Salomon und Asics und auch die 2000er-Runner von New Balance und Asics seien aktuell wichtig. Bei 43einhalb werden Nike, New Balance, Adidas und Autry stark nachgefragt und erfolgsversprechende Aufsteiger sind Moea und Crocs. Bei Schuh-Mücke stehen die Sneakermarken Nike, New Balance und Converse im Fokus, bei den Accessoires werden vor allem Sonnenbrillen, Bucket-Hats und Cross-Body-Bags gekauft. Überhaupt tauchen Asics und New Balance immer wieder in der Hitliste auf. Jascha Weber: „Wichtig sind 80er-Styles und klassische Silhouetten“.

 

Kunden fragen nach Nachhaltigkeit

Ein auffallender Trend bei den Sneakerstores sind nachhaltige und vegane Sneaker. „Wir kümmern uns sehr um diesen Bereich und auch die Kunden fragen explizit danach“, so die Erfahrung von Jascha Weber, „die Beratung werde geschätzt. Wir erklären genau, dass die Sneaker in Europa produziert werden und setzen uns mit den Schuhmodellen auseinander. Dann zahlen die Kunden auch gerne 150 bis 200 Euro für ein Paar Sneaker. Die Hitliste der nachhaltigen Sneaker umfasst Flamingo Life, Saye, Moea, aber auch der Tobacco Gruen Dark von Adidas oder der Classik SP Vegan von Reebok.

Auch bei 43einhalb gehören nachhaltige Sneaker wie Moea und Veja zu den Favoriten. Modisch dominieren generell Unisex-Styles. Speziell für Frauen bleiben Chunky Boots mit fetten Sohlen auf der Überholspur, bestätigen die Sneaker-Experten. „Plateaus sind gekommen, um zu bleiben – vor allem im Women-Bereich“, davon ist Simon Bus von Snipes überzeugt. Aber auch bei Männern hätten sie mehr Relevanz. Nach wir vor herrsche eine große Nachfrage nach Running-Silhouetten. Auch die Frauen in Bremen schätzen die Plateau-Sneaker. „Komplett Chunky ist nicht mehr relevant und zu sleek und slim auch nicht“, schränkt Mischa Krewer ein: „Angesagt ist ein stabiler Court Style”, darauf will er auch die Priorität beim Einkauf F/S 2023 setzen. Ein Aufsteiger im Running-Bereich sind für Snipes die 70er- und 80er-Styles bis hin zu den 00er-Runners. Hält der Sneakerboom weiter an? „Definitiv. Aber bei vielen der Bereiche fehlt es an Ware, um den eigentlichen Bedarf zu decken“, so das Fazit von Mischa Krewer.

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Lisa Dartmann / 21.07.2022 - 12:22 Uhr

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