Schuh aus geschredderten Schuhen

Sneakerjagd geht in neue Runde

Laut den Machern hinter der Aktion soll es nun um eine „radikal konstruktive Produktentwicklung“ gehen. Dabei arbeitet man mit einer Schuhmarke und einem kenianischen Start-up zusammen.

Das Medien-Startup Flip will sein Rechercheprojekt Sneakerjagd fortsetzen und entwickelt nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem nachhaltigen Schuhhersteller Monaco Ducks einen Sneaker, der dabei helfen soll, Textilmüll in Afrika zu reduzieren. Dazu sollen nicht mehr nutzbare Sneaker in Kenia gesammelt und zu einem Granulat verarbeitet werden, aus dem neue Sohlen entstehen. Partner vor Ort ist das kenianische Recycling-Startup Africa Collect Textiles (ACT). Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Fakultät Textil & Design der Hochschule Reutlingen.
Die Recherchen der Sneakerjagd befassten sich Ende letzten Jahres mit der Frage, was mit entsorgten Sneakern passiert. Getrackte alte Schuhe von Prominenten wurden nach ihrer Rückgabe an verschiedenen Stationen verfolgt; dabei kam zu Tage, dass es um die nachhaltige Entsorgung von Schuhen nicht so bestellt ist, wie man sich das wünschen würde.

Ausgehend von der Recherche hat Flip jetzt eine Produktentwicklung angestoßen. In Kenia sollen nicht mehr nutzbare Sneaker gesammelt und zu einem Granulat geschreddert werden, das dann in neuen Mittelsohlen verarbeitet wird. Dadurch sollen alte Sneaker am Ende ihres Lebenszyklus nicht in der Umwelt oder auf illegalen Mülldeponien landen, sondern zum Ausgangsmaterial eines neuen Recycling-Sneakers werden. Ein derartiges Recycling von „Post Consumer Waste“ im Sneakerbereich gebe es bisher nicht, betont Flip.
Ein Pfandsystem soll zudem dafür sorgen, dass die Sneaker nach ihrer Nutzung zurückgegeben und erneut recycelt oder schließlich nach europäischen Standards fachgerecht entsorgt werden. Der Recycling- Sneaker soll außerdem perspektivisch in schrittweise wachsender Wertschöpfungstiefe vor Ort in Kenia entstehen. Der ökologische und soziale Impact des Projekts soll dabei fortlaufend unabhängig evaluiert werden. Das Projekt soll zugleich von Journalistinnen und Journalisten begleitet werden.  
Der Beginn der seriellen und crossmedialen Berichterstattung ist laut Flip für den Spätsommer geplant.  

 
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Petra Steinke / 27.06.2022 - 09:42 Uhr

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