Onlinehandel gewinnt Marktanteile

So hat der Schuhhandel 2021 erlebt

Die Fashionbranche leidet unter der Corona-Krise. (Foto: Unsplash/Arturo Rey)
Die Fashionbranche leidet unter der Corona-Krise. (Foto: Unsplash/Arturo Rey)

Das vergangene Jahr war bereits das zweite Jahr, in dem der stationäre Schuhhandel unter der Corona-Pandemie gelitten hat. Der Handelsverband BTE geht davon aus, dass die Umsätze ein Viertel unter dem Vor-Corona-Niveau lagen.

Seit dem Ausbruch der Pandemie waren die meisten Schuhgeschäfte bis heute an rund der Hälfte aller möglichen Verkaufstage zwangsgeschlossen oder Einschränkungen wie der 2G-Regel unterworfen. Dies hat laut dem BTE, der Ende 2021 mit dem Handelsverband Schuhe (BDSE) fusionierte, kräftige Spuren bei Umsatz und Ertrag hinterlassen. Auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem HDS/L im Rahmen der Shoes Düsseldorf am 7. März blickte BDSE-Präsidentin Brigitte Wischnewski ein letztes Mal auf das vergangene und kommende Jahr. Sie wird nach 20 Jahren von dem Posten zurücktreten, der nun durch den Zusammenschluss mit dem BTE obsolet wird. Nach ersten Schätzungen endete das vergangene Jahr im Schuhfachhandel mit einem Umsatzminus von etwa 3%. Damit lägen die Schuhgeschäfte nun im Durchschnitt rund 25% unter den Umsätzen, die sie in Vor-Corona-Zeiten erzielt hatten, teilte sie mit.

Zwar seien die Online-Umsätze jener Schuhhäuser, die neben dem POS-Umsatz auch einen digitalen Vertriebsweg unterhalten, gewachsen, doch konnten die Online-Umsatzanteile den Rückgang im stationären Business nicht kompensieren. Zwei Drittel der Schuhhändler verzeichnen laut BTE einen Online-Umsatzanteil von unter 10% vom Gesamtumsatz. Dabei handelt es sich um Verkäufe über Plattformen, den eigenen Webshop oder über Social Media-Verkaufsaktivitäten. Die Online-Umsätze mit Schuhen insgesamt inkl. jener der Online-Pure Player, stiegen in 2021 nach ersten BTE-Berechnungen um 12 bis 15%. Vor diesem Hintergrund haben sich die Marktanteile auch im vergangenen Jahr weiter zugunsten des Online-Handels verschoben. Der BTE geht davon aus, dass nach knapp 35% in 2020 der Onlineanteil mit Schuhen auf aktuell 40% gewachsen ist. Während die Corona-Maßnahmen das stationäre Business hart trafen und es förmlich ausbremsten, wirkten sie für den Online-Handel wie ein Konjunkturpaket, so der Verband. „Jeder vierte Schuh wird mittlerweile online gekauft“, fasst es Brigitte Wischnewski zusammen. 

Bei rückläufigen stationären Umsätzen und steigenden Online-Verkäufe dürfte das Marktvolumen mit Schuhen in 2021 in etwa auf dem Niveau des Jahres 2020 geblieben sein. Damals betrug das Marktvolumen nach den Berechnungen des BTE 10,2 Mrd. Euro und lag um 1,6 Mrd. Euro bzw. 13% unter dem Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019. Hoffnungen mache der Erfolg der Combat Boots: einem Schuhtypen, mit dem vor allem klassische Lieferanten punkten könnten. Vor allem weiße Boots haben sich im letzten Jahr bewährt, blickt Brigitte Wischnewski zurück: „Man könnte meinen, im Winter will man lieber schwarze Schuhe, die nicht so schnell schmutzig werden, doch helle Schuhe waren in jedem Monat sehr erfolgreich.“

„Mit den vor einigen Tagen beschlossenen Lockerungen ist nun die Zuversicht in den Schuhgeschäften zurückgekehrt. Zwar herrscht noch immer ein gewisses Maß an Verunsicherung in der Bevölkerung, aber es ist abzusehen, dass sich diesbezüglich bald wieder Normalität im Einkaufsverhalten einstellt und bei den Menschen – wie bereits nach dem Ende des letzten Lockdowns – die Freude am Shoppen in den Schuhgeschäften zurückkehrt. Ein unbeschwerter Einkauf wird sich allerdings erst einstellen, wenn die Ukraine-Krise überwunden ist. Darauf hoffen alle“, teilte der BTE mit.

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Helge Neumann / 07.03.2022 - 12:58 Uhr

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