Vivien Heller von SABU im Interview

„So individuell wie möglich“

Vivien Heller ist seit Oktober 2021 als Projektmanagerin Onlinemedien und Content bei SABU tätig. (Foto: SABU)
Vivien Heller ist seit Oktober 2021 als Projektmanagerin Onlinemedien und Content bei SABU tätig. (Foto: SABU)

Vivien Heller berät als Projektmanagerin Onlinemedien und Content bei SABU Händlerinnen und Händler bei ihren Social-Media-Aktivitäten. Im Interview mit schuhkurier erklärt sie, wie die Zusammenarbeit mit dem Handel vonstatten geht.

Frau Heller, Sie unterstützen den Handel unter anderem im Bereich Social Media. Wo lagen die größten Hürden, als Sie mit diesem Thema starteten?

Zunächst einmal: Mit Social Media hat man sich beim SABU schon beschäftigt, bevor ich da war. Ich würde sagen, anfangs lag die größte Hürde darin, dass viele Händlerinnen und Händler Facebook, Instagram & Co. nicht privat nutzten, also nicht damit vertraut waren. Oft fehlte es am Bewusstsein dafür, wie wichtig die Nutzung von Social Media ist. Daher haben wir mit Webinaren und individueller Beratung begonnen, um das Thema den Händlerinnen und Händlern näher zu bringen. Mittlerweile sind viele aber sehr aktiv und auch erfolgreich damit unterwegs.

Worin besteht das Social Media-Angebot des SABU für den Handel?

Für dieses Jahr haben wir erstmals einen Contentplan erstellt; Start war Silvester 2021. In Zusammenarbeit mit der Agentur BSS Brand Communication haben wir darin viele spannende Anlässe und Themen aufgelistet. Diesen Kalender kann jeder Händler kostenlos zur Orientierung nutzen. Hinzu kommen Content-Pakete, bestehend aus Bild und ausformuliertem Text. Diese liefern wir den Händlern, die mitmachen, einmal pro Woche. Dabei geht es beispielsweise um Themen wie „Tag des Glücks“, „Frühlingsanfang“ und ähnliches. Zusätzlich gibt es von uns auch einmal pro Woche Do-it-yourself-Anleitungen und Tipps, damit Händler eigene Posts kreieren können. In diesen Anleitungen beschreiben wir beispielsweise einen Schuhtyp, der gerade angesagt ist. Jeder Händler kann dann selbst entscheiden, von welcher Marke er einen Schuh gemäß dieser Anleitung posten möchte.

Ist bei der zentralen Bereitstellung von Themen doppelter Content ein Problem?

Wir regen die Teilnehmer an, die Posts möglichst individuell zu gestalten. Das machen viele mit sehr viel Kreativität und Herzblut. Es werden Stories aus dem Alltag als Händler gepostet oder von der Order auf der Messe. Die persönliche Note, der Blick hinter die Kulissen des Unternehmens, das ist sehr sympathisch. Darüber hinaus ist aber doppelter Content heute im Bereich von Facebook und Instagram nicht mehr so problematisch wie noch vor einigen Jahren. Im Bereich von Websites und Landingpages wäre dies jedoch anders zu bewerten.

Wie können Händler das Thema Social Media in ihren beruflichen Alltag integrieren?

Zunächst einmal übernehmen viele Händlerinnen und Händler das Thema tatsächlich selbst, nicht selten auch ihre Söhne und Töchter – kurz, es ist oft in Händen der Inhaberfamilien. Das macht viele Posts sehr authentisch. Man muss bei Nutzung des Contentplans zu Beginn mit einem Aufwand von einer bis zwei Stunden pro Woche rechnen. Wir empfehlen, die Beiträge für die Woche vorzuplanen. Damit das gut organisierbar ist, senden wir unsere Content-Pakete immer am Mittwoch der Vorwoche, so dass ausreichend Zeit für die Vorbereitung bleibt.

Welche Kosten kommen auf den Handel zu, wenn er Ihren Social Media-Service nutzen möchte?

Die Teilnahme ist ganz einfach, ein Anruf oder eine Mail genügt. Die Nutzung von Content-Paketen für ein halbes Jahr kostet 50 Euro pro Monat. Zum Start waren die ersten beiden Monate kostenlos. Wer den Marketingbaukasten nutzt, zahlt nur 40 Euro. Und es ist auch möglich, einfach nur unserem Contentplan zu folgen, um immer wieder neue Ideen übers Jahr zu entwickeln.

Wie lässt sich der Erfolg von Social Media-Aktivitäten messen?

Es gibt positives Feedback von Händlern, die erfolgreiche Aktionen auf Instagram oder Facebook organisiert und damit erfreuliche Umsätze generiert haben. Andererseits muss man wissen, dass nicht jeder Kunde, der ins Geschäft kommt, explizit sagt, dass er wegen eines Instagram-Posts gekommen ist. Unbedingt messbar sind Erfolge daher nicht.

Wie unterstützen Sie Unternehmen, wenn es im Umgang mit Facebook & Co. Fragen und Probleme gibt?

Ein Großteil der Tätigkeiten in unserem Team sind individuelle Beratungen. Wir sind erreichbar und unterstützen unsere Mitgliedsunternehmer bei ihren Fragen und Problemen.

In der Pandemie haben viele Händler ihre Online-Aktivitäten deutlich intensiviert. Wie sehen Sie das Thema perspektivisch? Ebbt das Social Media-Engagement wieder ab, wenn es stationär wieder richtig gut läuft?

Wer in der Pandemie erfolgreich war, bleibt dabei. Viele haben das Thema für sich entdeckt und sehen es nicht als notwendiges Übel, sondern als eine Sache, die richtig Spaß macht. Damit die Freude am Posten auch weiterhin bestehen bleibt, planen wir neue Webinare, zum Beispiel über unseren Contentplan oder über die Produktion von kurzen Videos, den so genannten Reels. Und wir wollen den Erfahrungsaustausch fördern. So können sich die Händler gegenseitig unterstützen und motivieren. 

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Petra Steinke / 08.04.2022 - 14:14 Uhr

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