Hilfsprojekte, Lieferstopp, Sorge um Geschäftspartner

So reagiert die Schuhbranche auf den Krieg in der Ukraine

Viele Schuhhersteller unterhalten Geschäftsbeziehungen in die Ukraine oder nach Russland. Der russische Überfall auf die Ukraine stellt die Unternehmen vor Herausforderungen. (Foto: Unsplash/Max Kukurudziak)
Viele Schuhhersteller unterhalten Geschäftsbeziehungen in die Ukraine oder nach Russland. Der russische Überfall auf die Ukraine stellt die Unternehmen vor Herausforderungen. (Foto: Unsplash/Max Kukurudziak)

In der Ukraine tobt ein Krieg. Auch in der Schuhbranche ist das Entsetzen darüber groß. Wie reagieren die Unternehmen? Alle Entwicklungen im schuhkurier Ticker. 

28. März: Cads – Ukraine-Krieg gefährdet nachhaltige Lieferketten

Die Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Schuhindustrie, Cads, geht davon aus, dass der Ukraine-Krieg die Bemühungen um umweltfreundliche und faire Schuhproduktion erheblich beeinträchtigt.

Vor Beginn der Krise sei die Ukraine ein wichtiges Zulieferland für fair produzierte und umweltfreundliche Schuhe und Lederwaren gewesen, heißt es seitens Cads. So sei unter anderem Filz als Naturmaterial für Schuhe aus der Ukraine gekommen. Zudem führten Transportwege aus Asien durch Russland und stellten eine klimafreundlichere Alternative zu den Schiffsrouten dar. „Jetzt sind ukrainische Standorte gefährdet. Der Zugverkehr für Güter unterbrochen“, so Cads-Geschäftsführer Manfred Junkert. Mitglieder des Vereins, darunter der Kinderschuhhersteller Ricosta oder der Lederwarenhersteller Picard, seien von starken Einschränkungen bis zur Stilllegung der Produktion betroffen. 

Mit dem develoPPP Förderprogram des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hatte Cads nach der russischen Annexion der Krim Zulieferer in der Ukraine stärken wollen und 2016 Pilotprojekte für eine nachhaltige und faire Produktion gestartet. „Es war Ziel, Sozialnormen sowie Umweltschutzmaßnahmen und -prozesse sowie die toxikologische Produktsicherheit nachhaltig bei unseren Lieferanten in der Ukraine zu verbessern“, sagt Projektleiter Jörg Ertl, stellvertretender Geschäftsführer und Nachhaltigkeitsmanager bei Ricosta. „Jetzt gilt unsere Sorge der Sicherheit und Gesundheit der Menschen in der Ukraine“, so Ertl. 
Aktuell stünden jedoch andere Aufgaben an, erläutert Manfred Junkert: „Hilfe für die Menschen in der Ukraine steht jetzt im Vordergrund, wirtschaftliche Fragen müssen dahinter zurückstehen. Daher stehen wir klar hinter den Sanktionen der EU gegenüber Russland. Mit unseren Mitgliedern sind wir gleichzeitig im ständigen Austausch, um Lösungen für die Auswirkungen der Krise auf die Lieferketten zu erarbeiten.“

   

28. März: Gabor stellt Geflüchtete im slowakischen Werk ein

17 Geflüchtete aus der Ukraine haben nun im Gabor-Werk in der Slowakei eine Anstellung. Der Schuhhersteller rechnet damit, dass es noch mehr werden.

Bei den neuen Arbeitskräften handelt es sich laut Gabor überwiegend um Frauen, die mit eigenen und zum Teil auch Kindern von Verwandten und Bekannten aus dem Kriegsgebiet geflohen seien. Die Kinder würden in den kommunalen Kindergärten der Stadt betreut, während die Frauen ihrer neuen Beschäftigung nachgehen.
Laut Gabor sind die Geflüchteten für das Unternehmen eine wertvolle Unterstützung. Nach den schwierigen Corona-Jahren fahre man die Produktionskapazitäten gerade wieder kräftig nach oben und sei auf der Suche nach zusätzlichen Arbeitskräften.
Im Gabor-Werk im slowakischen Banovce sind mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Das Land grenzt direkt an die Ukraine und ist Zufluchtsort für viele Geflüchtete aus der Ukraine.

   

25. März: GMS-Händler sammeln Spenden für die Ukraine

Die Mitarbeiter der Kölner Verbundgruppe GMS haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Zahlreiche Händler aus mehreren europäischen Ländern machen mit.

Alle teilnehmenden Händler des GMS Verbund erhielten ein Paket, bestehend aus Aktionsplakaten für den POS sowie passenden Spendendosen, um die Aktion im Geschäft präsentieren zu können. Die Verbundgruppe stellt zudem nach eigenen Angaben einen Presseleitfaden zur Verfügung, um regionale Tageszeitungen über die Aktion zu informieren. Jeder teilnehmende Händler spendet bis Ostern für jedes verkaufte Paar Schuhe zwei Euro. Am Ende der Aktion will GMS alle Spenden gesammelt an das Organisationsbündnis Deutschland Hilft e.V. weiterleiten und den Spendenbetrag in nennenswerter Höhe aufstocken.
„Die Resonanz ist überwältigend. Die Kunden zeigen sich begeistert von der Aktion und spenden vielfach zusätzlich aus eigener Tasche. Die Idee, mit dem Schuhkauf gleichzeitig etwas Gutes zu tun, kommt an“, bestätigen die Schuhhändler Alexandra und Michael Perdun aus Everswinkel.

   

24. März: Lloyd spendet für ukrainische Kinder

Die Kinderhilfe des Sulinger Schuhanbieters Lloyd spendet 10.000 Euro an Unicef Deutschland.

„Die aktuelle Lage in der Ukraine und das humanitäre Leid der vielen Menschen, insbesondere der Kinder, machen uns sprachlos. Wir wollen unsere Solidarität ausdrücken und mit unserer Spende den Kindern in Not helfen“, erklärt Andreas Schaller, Sprecher der Geschäftsführung von Lloyd Shoes.
An der Grenze zwischen Ukraine und Rumänien befinden sich zurzeit viele Kinder, die Kälte, Hunger, Verletzungen und Krankheiten ausgesetzt sind und psychologische Betreuung benötigen. Für diese Kinder setzt die Hilfsorganisation Unicef aktuell rund 50 mobile Kinderschutz-Teams vor Ort ein. Sie kümmern sich verstärkt auch um unbegleitete Kinder.
„Unsere Lloyd Kinderhilfe wurde gegründet, um in Not geratene Kinder zu unterstützen sowie Bildungsprojekte zu stärken“, erklärt Andreas Schaller. „Daher ist es aktuell mehr als notwendig, Hilfsorganisationen wie Unicef, die vor Ort großartige Arbeit leisten, zu unterstützen.
Aktuell hat der Schuhhersteller außerdem die wirtschaftlichen Beziehungen zu russischen Kunden außer Kraft gesetzt und nimmt von ihnen keine Aufträge mehr an. „Auch wenn wir sicher sind, dass unsere Partner in Russland die Vorgehensweise ihrer Regierung nicht unterstützen, und wir bedauern, diese langjährigen, teilweise freundschaftlichen Partnerschaften in der derzeitigen Situation nicht fortführen zu können, glauben wir, dass nur ein konsequentes Handeln aller Beteiligten ein Umdenken der verantwortlichen Politiker nach sich ziehen wird“, erklärt Andreas Schaller die Haltung des Unternehmens.

   

21. März: Picard sammelt Spenden für die Ukraine

Der Obertshausener Taschenhersteller Picard betreibt eine eigene Produktionsstätte in der Ukraine. Das Unternehmen sammelt Spenden für eine Hilfsorganisation – mit großem Erfolg.

Picard-Werksleiter Stanislav Didenko engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für eine kleine Hilfsorganisation namens Dobrotschynez in Mukatschewo. Die Organisation kümmert sich um notleidende Familien. Ganz aktuell vor allem um geflüchtete Familien, die jetzt in großen Scharen im Westen der Ukraine stranden. Mit den Erlösen sollen vor allem Bedürftige und aus dem Osten des Landes geflüchtete Familien unterstützt werden. Auf der ILM sammelte Picard bereits Gelder für die Organisation.

In einem Beitrag auf LinkedIn gab der Taschenhersteller einen ersten Zwischenstand zur Spendenaktion bekannt. „Wir sind überwältigt, zutiefst gerührt und vor allem dankbar für die grenzenlose Hilfsbereitschaft, die wir in den letzten Tagen erfahren durften. Uns erreichte sehr viel Zuspruch für unsere Spendenaktion für die Hilfsorganisation Dobrotschnynez.“ Man habe bereits 45.000 Euro an die Hilfsorganisation überwiesen. 
Das Spendenkonto soll geöffnet bleiben; man lade weiterhin ein, Spenden auf das eingerichtete Konto zu überweisen. „Denn es werden wahrscheinlich noch viel mehr geflüchtete Familien in diese Region um Mukatschewo kommen.“

Überweisungen können weiterhin getätigt werden:

Picard Lederwaren GmbH & Co. KG - Spendenkonto Ukraine
IBAN: DE16 5065 2124 0001 1464 71
BIC: HELADEF1SLS
Sparkasse Langen-Seligenstadt
Überweisungszweck: „Spende für notleidende Menschen in der Ukraine“

   

14. März: Deichmann zieht Konsequenzen

Deichmann zieht sich dauerhaft aus Russland zurück. Die knapp 40 Geschäfte werden geschlossen.

„Wir haben uns entschieden, uns aus dem russischen Markt zurückzuziehen. Darum bereiten wir nun eine geordnete Schließung der Läden vor“, so ein Deichmann-Sprecher gegenüber schuhkurier. Mit dieser Entscheidung, die nach reiflicher Abwägung aller relevanten Argumente erfolgt sei, setze man ein klares Zeichen gegen die furchtbaren humanitären Auswirkungen des Krieges. „Das Schicksal und die Zukunft der Kinder, das Leben alter Menschen, von Frauen und Männern in der Ukraine darf uns allen nicht egal sein. Wir haben uns diesen Schritt allerdings mit Blick auf unsere russischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie auf die russische Zivilbevölkerung nicht leicht gemacht. Unseren Mitarbeitenden werden wir in dieser schwierigen Phase zur Seite stehen und sie finanziell unterstützen.“ Deichmann ist seit 2014 in Russland vertreten und betreibt dort 37 Filialen. In der Ukraine ist der Schuhhändler nicht aktiv.  

 

10. März: Skechers spendet

Skechers hat die Lieferungen an russische Kunden Anfang März vorübergehend eingestellt. Außerdem spendet das Unternehmen bis zu einer halben Million Dollar.

Skechers hat 250.000 Dollar an humanitäre Hilfsorganisationen, die Menschen in der Ukraine und Polen unterstützen, gespendet. Zudem will Skechers Spenden von Mitarbeitern um bis zu 250.000 Dollar verdoppeln. „Wir sind tief besorgt um die Ukraine und ihre Bürger, die alles tun, um ihr Land zu verteidigen und zu überleben, während sie belagert werden. Und obwohl unser Team in der Ukraine derzeit in Sicherheit ist, ist dies eine herzzerreißende Zeit für sie, ihre Familien und Nachbarn“, sagte Michael Greenberg, President von Skechers. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um die humanitären Bemühungen in der Region zu unterstützen, und hoffen gemeinsam mit der ganzen Welt auf Frieden.“

 

10. März: Das sagt Sioux zur Ukraine-Krise

Seit zwei Wochen herrscht Krieg in der Ukraine. Wie sich das auf das Geschäft auswirkt und ob die Konsumenten sich davon beeinflussen lassen, hat schuhkurier Lewin Berner, Geschäftsführer bei Sioux gefragt.

„Wir hatten bei Sioux bis 2014 (Annexion der Krim) über 10% Russlandanteil, der danach mit den damaligen Sanktionen deutlich rückläufig war. In den letzten Jahren hatte sich unser Russland-Geschäft wieder etwas erholt. Zuletzt lag es um die 2-3%. Aktuell gehen wir davon aus, dass das Russlandgeschäft kurzfristig komplett kollabiert und auf absehbare Zeit auch nicht zurückkehrt. Wie sich die Ukraine-Krise und vor allem die Sanktionen und zu erwartbaren Gegensanktionen auf Konjunktur und Konsum in Deutschland mittelfristig auswirken werden, ist im Moment überhaupt noch nicht absehbar. Kurzfristig führen die stark steigenden Energiepreise und die durch den Konflikt deutlich angeheizte Inflation natürlich zu dunklen Wolken am Konjunkturhimmel. Und ich hoffe sehr, dass wir nicht in eine Energiekrise hereinschlittern. Andererseits sitzen die Deutschen im Moment auf Rekordsummen an Erspartem, da sich in den letzten zwei Jahren viel Konsum aufgestaut hat. Ich gehe davon aus, dass es hier merkliche Nachholeffekte geben wird: die Menschen werden nach Beendigung der Corona-Maßnahmen ihre Freiheit nutzen wollen. Dazu kommt, dass einfach mehr Events, Veranstaltungen und Familienfeste stattfinden werden, also Trageanlässe für Mode, Accessoires und neue Schuhe. Es liegt also alles zwar ein wenig im Nebel, ich bleibe aber unter dem Strich optimistisch für den stationären Handel, da auch ein merklicher Anteil des in den Online-Bereich abgewanderten Volumens wieder in die Innenstädte zurückkehren wird. Dessen bin ich mir sicher.“

   

9. März: Marc Cain spendet für Flüchtlingskinder

Aus der Ukraine flüchtende Kinder benötigen Nahrungsmittel, Medizin und psychologische Beratung. Marc Cain spendet für die Hilfsorganisation Save the Children, die sich an den Grenzen um die Kinder kümmert.

Das Modeunternehmen hat angekündigt, 200.000 Euro an Save the Children zu spenden. „Die aktuelle Situation und das humanitäre Leid der vielen Menschen, besonders der Kinder, machen mich fassungslos. Wir wollen unserer Betroffenheit Taten folgen lassen und mit unseren Spenden den Kindern in Not helfen“, erklärt Inhaber Helmut Schlotterer. An den Grenzen nach Rumänien befinden sich zurzeit viele Kinder, die Kälte, Hunger, Verletzungen und Krankheiten ausgesetzt sind und psychologische Betreuung benötigen. Die Hilfsorganisation Save the Children setzt sich vor Ort für den Schutz der Kinder ein und geht davon aus, dass der Nothilfe-Bedarf in den kommenden Wochen noch steigen wird.

   

8. März: GMS startet Spendenaktion

Der GMS Verbund hat eine Spendenaktion zur Unterstützung von ukrainischen Kriegsopfern gestartet. Director Martin Schneider erklärt Details.

schuhkurier: Wie kam es zu der Spendenaktion?

Martin Schneider: Russische Truppen greifen die Ukraine an. Es herrscht Krieg mitten in Europa. Millionen Kinder, Frauen und Männer bangen um ihr Leben und ihre Zukunft. Am vergangenen Freitag war es in einem Vertriebsmeeting der einstimmige Wunsch aller Mitarbeiter, dass wir gemeinsam mit unseren Händlern eine Aktion aus der Taufe heben. Wir haben alles andere liegen lassen und in kürzester Zeit die Aktion geplant.

Wie sieht diese konkret aus?

In der Zeit vom Aktionsstart bis Ostersamstag, den 16. April spenden alle teilnehmenden Schuhfachhändler zwei Euro für jedes verkaufte Paar Schuhe. Die Spende wird im Beisein des Kunden in eine Spendenbüchse eingezahlt. Alle gesammelten Gelder werden bei GMS zusammengeführt und vom GMS Verbund um weitere 10.000 Euro aufgestockt. Der aufgestockte Gesamtbetrag wird an Deutschland Hilft e.V. überwiesen, um Hilfsgüter für die Ukraine zu organisieren. Alle vom Schuhfachhändler benötigten Materialien bekommen die Teilnehmer von GMS kostenfrei.

Was erwarten Sie von der Aktion?

Wir sind davon überzeugt, dass die Aktion ein Erfolg wird und viele Kunden die Spende aus Überzeugung aus eigener Tasche aufstocken werden. Die Kunden tun mit jedem Schuhkauf etwas Gutes, die Händler sind begeistert und wir freuen uns, Teil des Ganzen zu sein.

   

8. März: Gabor spendet für Ukraine-Flüchtlinge

Die Gabor Shoes AG spendet für Menschen, die aus der Ukraine flüchten müssen. Die Lieferungen an Kunden in Russland wurden mit sofortiger Wirkung eingestellt.

Die Gabor Shoes AG spendet 25.000 Euro und 3.500 Paar Schuhe. „Mit Entsetzen verfolgen wir den Krieg in der Ukraine. Abertausende Menschen suchen Schutz und müssen ihr Heimatland verlassen. Mit unserem Produktionswerk in der Slowakei sind wir in einem Land tätig, das direkt an die Ukraine grenzt und in dem täglich viele geflüchtete Menschen ankommen, die dringend Hilfe benötigen“, erklärt Achim Gabor.

Die Spenden gehen auf ein Konto beim slowakischen Roten Kreuz, so dass die Gelder ohne Umwege bei den Menschen in Not ankommen. Auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gabor beteiligen sich an der Aktion.

   

7. März: Italienische Schuhbranche fürchtet „schweren Schlag“

Russland und die Ukraine sind wichtige Märkte für die italienische Schuhindustrie. Verbandspräsident Siro Badon befürchtet massive Umsatzverluste aufgrund des Kriegs in der Ukraine.

„Für die italienische Schuhindustrie sind Russland und die Ukraine wichtige Märkte mit einer hohen Nachfrage nach Luxuswaren, auf denen wir regelmäßig Messeveranstaltungen organisieren. Die Situation ist wirklich sehr kritisch, und wenn sich die Lage nicht bessert, könnte neben der humanitären Krise, die natürlich unsere Hauptsorge ist, auch unsere Branche einen sehr schweren Schlag erleiden. Und nach zwei Jahren Pandemie, steigenden Energiekosten und Rohstoffpreise und Inflation könnte der lang ersehnte Aufschwung gefährdet sein“, so Siro Badon im Interview mit schuhkurier.

 

7. März: Immer mehr Modeunternehmen kehren Russland den Rücken

Weitere Konzerne haben wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine Konsequenzen gezogen. Unter anderem schließt die Zara-Mutter Inditex mehr als 500 Läden.

Der Inditex-Konzern schließt sämtliche 502 Geschäfte in Russland. Zu dem Unternehmen gehören unter anderem die Marken Zara, Massimo Dutti, Pull & Bear und Bershka. Russland ist nach Spanien der wichtigste Markt für Inditex, das dort mehr als 9.000 Menschen beschäftigt. Im vergangenen Jahr erzielte Inditex in Russland nach eigenen Angaben 8,5% des gesamten EBIT. Auch LVMH, Puma, Under Armour, Richemont und Prada haben ihre Aktivitäten in Russland vorerst eingestellt.

 

4. März: Finn Comfort unterstützt Ukraine-Hilfe

Immer mehr Unternehmen reagieren auf den Krieg in der Ukraine. So auch der Komfortschuhhersteller Finn Comfort. Das Unternehmen handelt dabei auf zwei Ebenen.

Der Schuhhersteller will 300 paar Schuhe für die Sofort- und Hothilfe an die Ukraine spenden. Die Spende soll direkt den Menschen zugute kommen, die von den Folgen des Krieges betroffen sind, so das Unternehmen.
Parallel dazu stellt Finn Comfort die Geschäfte mit Russland vorübergehend ein. 

   

4. März: Deichmann prüft alle Optionen

Deichmann betreibt 37 Schuhgeschäfte in Russland. „Wir prüfen derzeit ergebnisoffen alle Optionen“, so ein Deichmann-Sprecher auf Anfrage von schuhkurier.

„Kaum jemand hätte es für möglich gehalten, dass es im 21. Jahrhundert auf europäischem Boden wieder einen Krieg geben würde. Wir verfolgen die aktuellen Entwicklungen im Russland-Ukraine-Konflikt mit großer Sorge“, erklärte ein Deichmann-Sprecher gegenüber schuhkurier. Es müsse alles getan werden, um Menschenleben zu retten. Jegliche Kampfhandlungen seien daher schnellstmöglich zu beenden. „Selbstverständlich verfolgen auch wir die aktuellen Entwicklungen sehr genau. Die wirtschaftlichen Folgen sind noch nicht absehbar“, so der Sprecher weiter.
Deichmann ist seit 2014 in Russland aktiv und betreibt dort aktuell 37 Filialen. In der Ukraine ist das Unternehmen dagegen nicht aktiv. „Wir prüfen derzeit ergebnisoffen alle Optionen“, so der Deichmann-Sprecher auf die Frage nach der Zukunft der Geschäfte. Haltung, Weitsicht und Fingerspitzengefühl seien geboten und viele Aspekte in der aktuellen Lage zu berücksichtigen.

 

3. März: H&M schließt alle Stores in Russland

H&M stellt vorübergehend den Geschäftsbetrieb in Russland ein. Angesichts des Überfalls der Ukraine schließt der Modehändler alle Stores und den Onlineshop.

Die H&M Group sei zutiefst besorgt über die tragischen Entwicklungen in der Ukraine und stehe an der Seite der Menschen, die darunter leiden, teilte das Unternehmen mit. Daher habe man beschlossen, alle Verkäufe in Russland vorübergehend zu pausieren. Darüber hinaus rief die H&M Group zu Frieden auf. Das Unternehmen spende zudem Kleidung und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Die H&M-Stiftung habe bereits Spenden an Save the Children und an das UNHCR geleistet.
Russland gehört zu den wichtigsten Märkten der H&M-Group. Das Unternehmen betreibt dort mehr als 150 Geschäfte. Im Jahr 2020 lagen die Umsätze bei rund 580 Mio. Euro.
Am 2. März hat zudem der britische Onlinehändler die Belieferung von russischen Kunden eingestellt. Auch Nike hat den Onlineshop in Russland geschlossen, wie aus einer Meldung auf dem russischen Webshop hervorgeht.

   

3. März: Ricosta stellt Lieferungen nach Russland ein

Der Kinderschuhhersteller Ricosta will bis auf weiteres keine Schuhe mehr nach Russland liefern.

„Frieden und Freiheit sind unser höchstes Gut“, erklärt das Unternehmen auf Instagram. Man sei in Gedanken bei den Menschen in der Ukraine und bei allen, die sich auf der Flucht befinden. Vor allem denke man an die ukrainischen Kinder. „Diese untragbare Situation geht zulasten der Kleinsten, unseren Schutzbefohlenen, unserer Zukunft – und das verurteilen wir aufs Schärfste“, heißt es weiter in dem Post des Unternehmens.

Ricosta-Schuhe werden über zwei Importeure in Russland vertrieben. Laut Vertriebsleiter Kai Moewes sind die Schuhe des Unternehmens in allen größeren russischen Städten, darunter St. Petersburg, Moskau und Nowosibirsk, erhältlich. 

   

2. März: Krieg in der Ukraine – das sagen Schuhhersteller

Das Entsetzen über die Gewalteskalation in der Ukraine ist groß, auch in der Schuhbranche. Zahlreiche Schuhhersteller unterhalten Geschäftsbeziehungen nach Russland und in die Ukraine. schuhkurier sprach mit Unternehmern.

Wie kann die kriegerische Auseinandersetzung in Europa gestoppt werden? Welche Folgen haben die gegen Russland verhängten Sanktionen? Die Unternehmen der deutschen Schuhindustrie sind durch die Situation unterschiedlich betroffen.

Nach Informationen des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) liegt Russland im Ranking der Exportländer für die deutschen Unternehmen der Branche auf Rang 21 (2020). Im vergangenen Jahr wurden 1,8 Mio. Paar Schuhe nach Russland exportiert. Die Ukraine liegt als Ziel von Exporten auf Rang 40. Im vergangenen Jahr wurden 300.000 Paar Schuhe in die Ukraine geliefert.
Umgekehrt ist die Ukraine auch Standort der Schuhproduktion. 2021 wurden fast 1 Mio. Paar Schuhe aus der Ukraine nach Deutschland importiert. 
Das Pirmasenser Unternehmen Caprice unterhält Tochterunternehmen in Russland und in der Ukraine und ist daher sehr involviert. „Unseren ukrainischen Beschäftigten haben wir angeboten, dass sie mit ihren Familien nach Pirmasens kommen – sie haben bislang abgelehnt, weil sie ihr Land verteidigen wollen. Unser Angebot steht weiter. Wir stehen in ständigem Kontakt in die Ukraine und auch zu unseren Beschäftigten und Kunden in Russland“, erklärt Caprice-Geschäftsführer Jürgen Cölsch.
Russland ist für das Unternehmen der zweitwichtigste Markt. „Wir sind daher im Krisenmodus“, so Cölsch. „Für uns ist es wichtig, dass wir unseren Partnern in dem Land nicht die Geschäftsgrundlage entziehen, indem wir unsere Lieferungen einstellen. Wir wollen unsere Partner weiter unterstützen, auch wenn das für uns ein Verlustgeschäft bedeutet. Derzeit sind die Transportwege über Belarus und die baltischen Staaten noch offen. Die Läden in Russland sind geöffnet; es gab zwischenzeitlich Probleme bei der Nutzung von Geldautomaten. Diese sind aber behoben. Wir haben unser Business in Russland über fünfzehn Jahre aufgebaut und hoffen, dass sich die Situation möglichst schnell entspannt.“

   

2. März: Zalando spendet 1 Mio. Euro

Zalando spendet 1 Mio. Euro für Kriegsbetroffene in der Ukraine. Der Onlinehändler will das Logistiknetzwerk in Polen zur Verteilung von Hilfsgütern nutzen.

„Wir alle sind schockiert und zutiefst beunruhigt über den militärischen Überfall der russischen Regierung auf die Ukraine. Als europäisches Unternehmen stehen wir zu demokratischen Grundwerten und hoffen auf ein sofortiges Ende der Gewalt in der Ukraine. Unsere Gedanken sind bei der ukrainischen Bevölkerung, bei allen, die von der Invasion betroffen sind und bei allen, die Hilfe organisieren“, so die beiden Zalando-Gründer und Co-CEOs Robert Gentz und David Schneider in einem gemeinsamen Statement. Zalando will die Kompetenzen des Logistiknetzes in Polen und Markenpartnerschaften in ganz Europa dazu nutzen, um über NGO-Partner das bereitzustellen, was zur Unterstützung der Geflüchteten am dringendsten benötigt wird. „Mit einer Million Euro unterstützen wir die humanitäre Hilfe für Kriegsbetroffene, zusätzlich zu Sachspenden, freiwilligem Engagement der Mitarbeitenden und der Flüchtlingshilfe“, so Gentz und Schneider.

 

2. März: Gerhard Bachmaier: „Zutiefst schockiert“

Der Högl-Geschäftsführer zeigt sich bestürzt über den Angriff auf die Ukraine.

„Zutiefst schockiert und bestürzt über diesen Angriffskrieg und das damit verbundene Leid der Menschen in der Ukraine“ zeigt sich Dr. Gerhard Bachmaier, Geschäftsführer der Högl Shoe Fashion GmbH aus dem österreichischen Taufkirchen. „Zudem werden auch die Menschen in Russland in eine Isolation gedrängt, die Kaufkraft wird sinken und die Armut weiter wachsen – anstelle einer großartigen Möglichkeit, die Menschen zu vereinen und gemeinsam in Europa und Russland zu wachsen – so wie wir dies auch in den osteuropäischen Märkten erleben durften. Der seit der Besetzung der Krim stagnierende und rückläufige Handel in Russland wird weiter verlieren“, so Bachmaier.

   

2. März: Gabor zeigt sich besorgt angesichts der Folgen des Krieges

Der Rosenheimer Schuhhersteller äußert sich.

Der Rosenheimer Schuhhersteller Gabor verkauft Schuhe nach Russland und in die Ukraine; speziell der russische Markt hat aus Sicht des Unternehmens jedoch im Zuge der Finanzkrise erheblich an Bedeutung abgenommen; man betreibe dort kein nennenswertes Geschäft. Zwar habe man zuletzt wieder einen gewissen Aufwind wahrgenommen; dies werde aber wahrscheinlich durch den Krieg zunichte gemacht, so das Unternehmen gegenüber schuhkurier. Mit Sorge blickt man in Rosenheim auf die weiteren Folgen des Krieges, den Verfall der Währung, Inflation und steigende Rohstoffpreise. 

   

2. März: Alptraum

Ein Kommentar von Petra Steinke

Wo warst Du am 24. Februar 2022? Wir werden diese Frage für den Rest unseres Lebens beantworten können. Wir stehen fassungslos vor einer Situation, die wir so nicht für möglich gehalten haben und deren Folgen nicht abzusehen sind.

Unermessliches Leid, hunderttausende Menschen auf der Flucht und rohe Gewalt, zwei Flugstunden von uns entfernt. Es ist 2022 und es herrscht Krieg in Europa. Wenn diesem Horror etwas Positives abgewonnen werden kann, dann wohl nur, dass es – zumindest im Moment – Einigkeit und Geschlossenheit mit Blick auf die erforderlichen Reaktionen gibt. Erste Entscheidungen wurden schnell getroffen: Von der Städtepartnerschaft über das Sport-Sponsoring bis hin zu Kulturveranstaltungen wurden zahlreiche Kooperationen mit russischen Kommunen, Firmen und Verbänden auf Eis gelegt. Parallel brachte die Politik beispiellose Sanktionspakete auf den Weg. Die deutsche Wirtschaft signalisiert große Bereitschaft, diese mitzutragen. Das alles ist gut und richtig – und alternativlos.
Es ist wichtig, zusammenzustehen und eine derartige Völkerrechtsverletzung nicht hinzunehmen. Klar ist aber auch:Dieser Konflikt könnte weiter eskalieren. Und er wird dauern.
Der Krieg wird auch Teile der Schuhbranche verändern. Für einige Unternehmen der Schuh- und Lederwarenindustrie ist Russland ein wichtiger Markt. Es habe dort sehr erfolgreiche Aktivitäten gegeben, erklärt HDS/L-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert. Und es gab die begründete Hoffnung, die Corona-Krise langsam hinter sich zu lassen. Zudem unterhalten einige deutsche Hersteller Produktionskapazitäten in der Ukraine. An wirtschaftliche Aspekte dächten diese Unternehmen derzeit nicht, so Junkert – sondern einzig an die betroffenen Menschen.
Reflexartig spricht man in der derzeitigen Lage von einem Alptraum. Sie ist aber weitaus schlimmer. Aus einem Alptraum erwacht man, schüttelt sich und vergisst ihn. Das wird hier nicht der Fall sein.

   

2. März: Messe Düsseldorf setzt Russland-Geschäft aus

Angesichts des Krieges in der Ukraine stellt die Messegesellschaft ihre Aktivitäten in Russland bis auf weiteres ein.

Als Konsequenz aus den Ereignissen in der Ukraine hat der Aufsichtsrat der Messe Düsseldorf beschlossen, die Geschäftstätigkeit der Unternehmensgruppe in Russland bis auf Weiteres einzustellen. Dies schließt auch die Aktivitäten der Tochtergesellschaft Messe Düsseldorf Moskau mit ein.
Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Messe Düsseldorf, erklärt: „Ganz Düsseldorf ist in Gedanken bei den Menschen in der Ukraine. Nachdem wir bereits die Städtepartnerschaft zwischen Moskau und Düsseldorf auf Eis gelegt haben, ist es nur folgerichtig, dass auch die Messe Düsseldorf als Stadttochter ihre Aktivitäten in Russland vorerst einstellt.“
Wolfram N. Diener, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, ergänzt: „Die aktuellen Ereignisse stehen im Widerspruch zum Auftrag und zu den Werten unseres Unternehmens, internationale Marktplätze für einen freien, grenzüberschreitenden interkulturellen und wirtschaftlichen Austausch zu schaffen.“

Im Januar 2022 hatte in Moskau die Interplastica stattgefunden. Die Messe für die Kunststoffindustrie hatte laut den Organisatoren die Erwartungen übertroffen. Die nächste Interplastica ist für Ende Januar 2023 geplant. Auf der Homepage der Messe Düsseldorf in Moskau heißt es jetzt, dass alle Veranstaltungen ausgesetzt sind. Man werde zu gegebener Zeit weitere Informationen geben. 

Auch die Modemesse CPM, die in Kooperation mit der Igedo Company organisiert wird, ist von der Entscheidung betroffen. Vom 21. bis zum 24. Februar lief die jüngste Ausgabe der Messe in Moskau. Die nächste Veranstaltung, geplant für Ende August/Anfang September, ist abgesagt. 

   

2. März: European Outdoor Group will Ukrainern helfen

In einem Statement gibt der Verband der Outdoor-Branche bekannt, dass man den gesamten Sektor mobilisieren wolle, um den vom Krieg betroffenen Zivilisten zu helfen.

Der Hersteller von Outdoor-Artikeln spendet Geld- und Sachspenden im Wert von 50.000 Euro für Geflüchtete an den ukrainischen Grenzen nach Polen, Slowakei und Ungarn. Die Geldspenden gehen an die Hilfsorganisationen Rotes Kreuz und Global Giving. Die Sachspenden werden mit lokalen Händlern und Polen und Tschechien koordiniert, um Flüchtlinge mit wetterfesten Schuhen, robuster Outdoor-Kleidung und anderen lebensnotwendigen Dingen zu versorgen. Gemeinsam mit der Industriegruppe European Outdoor Group will man auch andere Unternehmen der Branche davon überzeugen mit Bargeld wie mit Kleidung, Lebensmitteln oder Hygieneartikeln Flüchtlinge zu unterstützen. Auch die Scandinavian Outdoor Group koordiniert zur Zeit Hilfsaktionen und die Bereitstellung von wetterfester Outdoor-Ausrüstung.

Laut dem Verband koordinieren die Polish Outdoor Group, das Unternehmen (über seinen polnischen Vertriebspartner) und der Scandinavian Outdoor Group bereits die Beschaffung und Verteilung von Outdoor-Ausrüstung an Flüchtlinge, die vor dem Konflikt fliehen, und andere Betroffene. Man sei in den an die Konfliktgebiete angrenzenden Ländern aktiv und könne feststellen, welche Hilfe benötigt wird und wie sie bereitgestellt werden kann. Das EOG-Team stehe selbst in engem Kontakt mit den helfenden Unternehmen.
„Wir werden die Situation weiterhin genau beobachten und unseren Ansatz entsprechend anpassen. Im Moment ist unsere Botschaft jedoch klar. Es handelt sich um eine dringende humanitäre Krise, und Outdoor-Unternehmen können den Zivilisten vor Ort, die in Not sind, helfen.“
Jede Organisation der Outdoor-Branche, die in der Lage sei, Materialien oder Produkte zur Unterstützung der vom Konflikt in der Ukraine betroffenen Zivilisten anzubieten, könne sich an die in der Krise aktiven Verbände und Unternehmen wenden:

- Das EOG-Team unter info@europeanoutdoorgroup.com

- Die Polnische Outdoor-Gruppe unter pt@4outdoor.pl

- Die skandinavische Outdoor-Gruppe unter david@scandinavianoutdoorgroup.com

- Keen unter Jeroen.meijer@keenfootwear.com.

Das Hauptziel der European Outdoor Group sei es, die Zusammenarbeit in der Outdoor-Branche zu fördern und zu leiten, mit Aktionen, die dem Wohl der Menschen und des Planeten dienen. Dies beruhe auf einer Verpflichtung zu gegenseitigem Respekt und einem impliziten Engagement für den Frieden.
„In diesem Moment werden wir Zeuge der Massenvertreibung von Familien und Einzelpersonen in der harten Kälte des Winters – dies ist sowohl eine große Tragödie als auch eine unmittelbare humanitäre Priorität. Als Verband der Outdoor-Branche haben wir vielleicht nicht die Möglichkeit, militärische Aktionen zu beeinflussen, aber wir können unsere Mitglieder und den gesamten Sektor mobilisieren, um den unschuldigen Zivilisten zu helfen, die von diesen Aktionen betroffen sind. Unsere Branche ist auf die Entwicklung, Herstellung und Produktion von Ausrüstungen spezialisiert, die den Menschen unter den härtesten Bedingungen helfen können, und wir können jetzt aktiv werden, um Hilfe zu leisten. Dies ist keine Marketinggelegenheit, sondern ein Aufruf zum Handeln.“

   

2. März: Keen spendet für Flüchtlinge

der Ukraine und ruft auch andere Branchenvertreter zu weiteren Spenden von wetterfester Outdoor-Kleidung auf.

Der Hersteller von Outdoor-Artikeln spendet Geld- und Sachspenden im Wert von 50.000 Euro für Geflüchtete an den ukrainischen Grenzen nach Polen, Slowakei und Ungarn. Die Geldspenden gehen an die Hilfsorganisationen Rotes Kreuz und Global Giving. Die Sachspenden werden mit lokalen Händlern und Polen und Tschechien koordiniert, um Flüchtlinge mit wetterfesten Schuhen, robuster Outdoor-Kleidung und anderen lebensnotwendigen Dingen zu versorgen. Gemeinsam mit der Industriegruppe European Outdoor Group will man auch andere Unternehmen der Branche davon überzeugen mit Bargeld wie mit Kleidung, Lebensmitteln oder Hygieneartikeln Flüchtlinge zu unterstützen. Auch die Scandinavian Outdoor Group koordiniert zur Zeit Hilfsaktionen und die Bereitstellung von wetterfester Outdoor-Ausrüstung.

   

1. März: „Das Schlimmste, was passieren kann“

In einem ersten Statement äußert sich Manfred Junkert, Hauptgeschäftsführer des HDS/L, zu den Entwicklungen in der Ukraine.

„Ein Krieg ist immer das Schlimmste was passieren kann, vor allem für die direkt betroffenen Menschen“, so Junkert gegenüber schuhkurier. Die aus diesen massiven Unruhen resultierenden Folgen seien zum heutigen Zeitpunkt noch gar nicht absehbar. „Welche Folgen der Krieg für die Wirtschaft und für die Unternehmen der Schuhindustrie haben wird, ist daher aktuell schwer einzuschätzen. In den Betrieben herrscht eine große Unsicherheit. Wir machen uns natürlich Sorgen um die bislang sehr erfolgreichen Aktivitäten unserer Schuh- und Taschenhersteller in Russland. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem es begründete Hoffnung gab, die Corona Krise langsam hinter sich zu lassen. Zu einem Zeitpunkt, an den wir glaubten, dass die Aussichten für dieses Jahr durchaus positiv wären.“

Einige deutsche Hersteller haben sich laut dem HDS/L-Hauptgeschäftsführer in der Ukraine engagiert und unterhalten dort Produktionskapazitäten. „Diese Hersteller denken in diesen schweren Zeiten nicht an wirtschaftliche Aspekte, sondern an die betroffenen Menschen. Wir alle hoffen, dass die Situation nicht weiter eskaliert mit noch dramatischeren Folgen für Europa.“

   

1. März: ANWR Kinderhilfe spendet für Kinder in der Ukraine

Die ANWR unterstützt die Menschen in der Ukraine mit insgesamt 50.000 Euro. Die Spende geht an verschiedene Initiativen.

Um den 7,5 Mio. Kindern in der Ukraine, die durch den Krieg in Gefahr sind, zu helfen oder zumindest ihr Leid etwas zu mindern, spendet die ANWR Kinderhilfe insgesamt 25.000 Euro. Die Spenden gehen an die Stiftungen bzw. Initiativen „Wir helfen Kinder“, „Save the Children“ und das „Aktionsbündnis für Katastrophenhilfe“. Das Geld soll dazu beitragen, die Lebensperspektive insbesondere für betroffene Kinder und Jugendliche zu verbessern.

Darüber hinaus unterstützt die ANWR Group eG stellvertretend für alle Tochtergesellschaften in der Unternehmensgruppe die Menschen in der Krisenregion mit einer weiteren Spende in Höhe von 25.000 Euro. „Niemand hätte diesen Krieg in Europa für möglich gehalten. Jeder von uns hat an eine diplomatische Lösung des Konfliktes geglaubt“, so Frank Schuffelen, Vorstand der ANWR Group. „Umso wichtiger ist es, der Bevölkerung in der Ukraine Zeichen der Solidarität, Unterstützung und Hilfe zu senden. Alles drei sind fest verankerte Grundwerte unserer Genossenschaft.“

   
Login für Abonnenten
Sie möchten alle Inhalte lesen?
  • Website-Login
  • E-Paper-Zugang
  • Alle Newsletter
Petra Steinke / 28.03.2022 - 12:35 Uhr

Weitere Nachrichten