Socken-Start-Up Godesock

Socke auf Platt

Nach einer spontanen Idee auf „der letzten Party vor Pandemiebeginn“ gründeten Robert Bartsch, Christian Dircks und Mark Denter im März 2020 die Sockenmarke Godesock. (Foto: Godesock)
Nach einer spontanen Idee auf „der letzten Party vor Pandemiebeginn“ gründeten Robert Bartsch, Christian Dircks und Mark Denter im März 2020 die Sockenmarke Godesock. (Foto: Godesock)

Pünktlich zu Pandemiebeginn gründeten drei Nottulner Unternehmer die Sockenmarke Godesock und profitierten von Mundpropaganda und einem TV-Bericht. Nun sollen neue Designs und mehr Präsenz im stationären Handel folgen.

Es war eine spontane Idee „auf der letzten Party vor Beginn der Pandemie“, erzählt Robert Bartsch, wie er im Februar 2020 gemeinsam mit seinen Freunden und ehemaligen WG-Mitbewohnern Christian Dircks und Mark Denter beschlossen hat, ins Sockengeschäft einzusteigen. Die drei Unternehmer aus Nottuln im Münsterland wollten Socken ohne lange Lieferwege herstellen und haben daher auch ihren Markennamen Godesock für Gute Socke aus dem Plattdeutschen entlehnt, das in Dörfern und Kleinstädten im Münsterland noch verbreitet ist. Angst davor, während Pandemie und Lockdown ein Unternehmen zu starten, hatten die drei nicht, so Bartsch: „Man wusste ja gar nicht, wie lange die Pandemie andauern würde. Und wir dachten uns: Wenn das mit den Socken floppt, haben wir halt für uns Socken bis zum Lebensende produziert.“

 

Aus der Region für die Region

Der ursprüngliche Plan war, lokal zu produzieren und im stationären regionalen Handel mit dem Vertrieb zu beginnen. Während aufgrund der Pandemie schnell klar war, dass auch ein Online-Direkt-Shop nötig werden würde, war eine lokale Strumpfstrickerei rasch gefunden. Die Baumwolle stammt vom schwäbischen Unternehmen Otto Garne und nach einigen Testläufen, bei denen die Gründer und ihre Bekannten die Socken ausprobierten, wurden Ende 2020 die ersten verkaufsfähigen Socken produziert. Das wichtigste Ergebnis der Testläufe: Die Socken werden in Zweierschritten von Größen produziert, so sollen sie auch wirklich jedem gut passen. Bekannt wurden die Socken zunächst vor allem durch Mundpropaganda in Nottuln und Umgebung sowie über Instagram. Im ersten Quartal 2022 wurden bereits um die 1.000 Paar Socken verkauft.

 

Praktische Farbakzente

Die Socken sind schlicht gehalten und mit kräftigen Farbakzenten versehen. Sie sind schwarz oder weiß, akzentuiert mit Logo und Größenangabe in knalligen Burgund-, Türkis- und Silbertönen. Damit soll auch das Sortieren in der Wäsche besonders schnell gehen, weil jedem Sockentyp eine Farbe zugeordnet ist: Sneakersocken ein türkisfarbenes Logo, Businesssocken eines in Silber und Alltagssocken eines in Burgundrot. Geplant sind für die Zukunft neue Farben, Muster, Sockentypen und limitierte Aktionen. Unter anderem wird über einen limitierten Launch von Tennissocken nachgedacht. „Wir bekommen immer wieder Anfragen für mehr Farben und Muster und werden da auch noch etwas verspielter, aber Socken mit Avocados und Spiegeleiern wird es bei uns nicht geben“, verrät Bartsch, was mit der Marke zukünftig geplant ist.

Simplizität steht auch bei Produktion und Verpackung im Vordergrund, damit unnötige Ressourcen eingespart werden. Während Socken normalerweise vor dem Verpacken gebügelt und gewaschen werden, spart sich Godesock diesen Schritt, weil die meisten Menschen frischgekaufte Socken ohnehin noch einmal waschen. Die Socken werden in einfachen Pappverpackungen verpackt. „Man braucht keine Hochglanzverpackung oder eine Karte, auf der steht ’Danke für den Einkauf‘. Sowas wird sowieso sofort weggeschmissen“, ist Bartsch überzeugt. Nach einem Bericht im WDR bemerkten die Gründer, dass die Marke noch einmal wesentlich bekannter geworden ist, weswegen man nun mit deutlich steigenden Verkaufszahlen rechnet. „Noch während die Sendung lief, bimmelte das Handy immer wieder, weil neue Bestellungen reinkamen“, erinnert sich Robert Bartsch. Nun will man sich auch wieder seinem ursprünglichen Plan widmen und sich auch mit stationären Händlern vernetzen. Bisher waren die Socken nur bei befreundeten Händlern platziert, unter anderem einer Autowerkstatt, doch nun wird geplant, auch mit Schuhhändlern in Kontakt zu treten.

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Christopher Mastalerz / 27.05.2022 - 10:30 Uhr

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