Legwear im Schuhhandel

„Socken haben eine Menge Potential“

Socken und Strümpfe können interessante Nebenprodukte für den Schuhhandel sein. (Foto: Nick Page/Unsplah)
Socken und Strümpfe können interessante Nebenprodukte für den Schuhhandel sein. (Foto: Nick Page/Unsplah)

Socken und Strümpfe zählen zu den Zusatzprodukten, mit denen der Schuhhandel punkten kann. Zum Schuh der Strumpf dazu – das ist naheliegend und kann gut funktionieren. Händlerinnen und Händler berichten von ihren Erfahrungen, Experten geben Tipps zum Thema.

Fast jedes Schuhgeschäft – sei es der inhabergeführte Laden am Marktplatz oder der Filialist im Shopping Center – führt zusätzlich zum Kernsortiment eine Reihe von Furnituren, darunter meist auch Socken und Strümpfe. Das Sortiment ist dabei unterschiedlich ausgeprägt, von schwarzen Herrensocken im Multipack über Füßlinge für Ballerinas bis hin zu modischen Statement-Strümpfen mit farbenfrohem Muster.
Die Pandemie hat allerdings aus Sicht von Johanna Ferner, Einkaufsleitung Fashion & Accessoires bei der Verbundgruppe SABU in Heilbronn, auch dem Strumpfwaren-Segment im Schuhhandel zugesetzt: „Der Umsatzanteil mit Socken und Strümpfen ist derzeit relativ gering. Das hat auch mit Corona zu tun. In dieser Phase hatten viele Händler Accessoires und damit auch Socken und Strümpfe weniger im Fokus.“ Für erreichbar und sinnvoll hält Ferner einen Umsatzanteil von Socken und Strümpfen im Bereich von 3% bis 5%. „Legwear ist ein Sortimentsbereich, der einfach und dankbar ist. Über EDI lässt sich dieses Segment gut und ohne größeren zusätzlichen Aufwand bearbeiten. Man sollte das Thema nicht unterschätzen, auch wenn es viele alternative Angebote, selbst im Lebensmittel- und Drogeriebereich, gibt.“ SABU hat aktuell laut Ferner 25 Lieferanten mit 40 Marken gelistet, die ausschließlich oder neben anderen Warengruppen Socken und Strümpfe anbieten. „Blickt man auf Marke läuft vor allem der niederländische Anbieter Marcmarcs gut, der auf außergewöhnlichere Designs setzt und damit den Zeitgeist trifft: „Die Socken bleiben einfarbig, aber werden zum Beispiel durch einen verspielten Bund aufgelockert“, beschreibt der Händler die aktuellen Sockentrends in seinem Geschäft.

Socken werden bunter

Marc Schreiber vom Soester Schuhhaus Schreiber mit sieben Filialen in Westfalen sieht Potenzial im Thema Socken, es müsse jedoch auch ernst genommen werden: „Wer einfach nur an der Kasse fragt, ob der Kunde noch ein Paar Socken dazu haben möchte, wird meistens ein ’Nein‘ zurück- bekommen.“ Ein entsprechender Platz im Store-Design oder Verkaufsschulungen könnten dabei helfen, das schlummernde Potenzial zu heben. Modisch werden die Socken immer bunter, stellt Schreiber fest. Bei Frauen sind auch Glitzerelemente oder Rüschen gerne gesehen. Socken sind für ihn ein Ganzjahresgeschäft und aktuelle Trends machen sie für das Frühjahr/Sommer-Geschäft besonders attraktiv: „Eigentlich immer verpönt gewesen, tragen Jugendliche Sandalen mit Socken als Gegenbewegung und machen sie zur Mode.“ Nicht mehr auf Socken im Sortiment verzichten möchte auch Thorsten Menz, Inhaber des Kinderschuhladens Lolle & Bolle in Düsseldorf. Er hat Strümpfe, Stoppersocken, Strumpfhosen und Leggins der dänischen Marke MP Denmark im Angebot. „Für mich sind das interessante Nebenprodukte, von denen ich täglich welche verkaufe. Ich bestelle monatlich Ware nach.“

Vor allem Stoppersocken seien sehr beliebt – als Hausschuh-Ersatz, der dem Barfuß-Laufgefühl näherkomme, so Thorsten Menz. Aber auch beim Kauf des ersten Kinderschuh-Paars würden Eltern häufiger zu Socken oder Strumpfhosen greifen. „Das sind dann oftmals auch Spontankäufe. Die Kunden sehen die Produkte, die bei uns an der Kasse ausgestellt sind und nehmen gleich zwei, drei Paare mit, passend zu den neuen Schuhen oder zu der Kleidung des Kindes.“ Zur Wahl stehen bei Lolle & Bolle die Basisfarben Grau, Blau und Rosa. Je nach Saison nehme Thorsten Menz andere Trendfarben hinzu. „In der F/S Saison läuft Baumwolle gut, im H/W Merino”, sagt er zur bevorzugten Materialwahl.
Axel Schöll, Geschäftsführer von Schuh Schöll, beobachtet in seinem Geschäft, dass Socken und Strümpfe typische Mitnahmeartikel sind. „Da greift man an der Kasse mal eben zu und nimmt sich ein, zwei Paar mit.“ Er bietet Sneakersocken von Skechers und Stricksocken von Camano an. „In klassischen, zeitlosen Farben, dunklere Töne wie Blau und Schwarz, in der F/S-Saison auch schonmal Beige.“ Der Umsatzanteil sei gering: „Auf das Jahr gesehen verkaufen wir vielleicht ca. 300 Paar.“

Gute Präsentation im Geschäft

Auch Lisa Volk, Geschäftsführerin von Schuh Volk in Elzach, sieht viel Potential in Socken und Strümpfen – auch wenn diese aktuell nur bis zu vier Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen würden. In ihren Filialen bietet sie eine große Bandbreite an – von Wandersocken über modische Strümpfe bis hin zu Sneakersocken. Präsentiert werden sie in Schütten oder an der Wand. Zu den Marken gehören Puma, Levis, Marcmarcs, Lowa und mehr. „Füßlinge, Sneakersocken oder klassische Strümpfe sind typische Mitnahmeartikel. Spannend wird es im Bereich modische Strümpfe. Die bieten eine schöne Gelegenheit, unsere Kompetenz beim Kunden sichtbar zu machen. Wer pimpt seinen Lieblingsschuh denn nicht gerne mit einem coolen Söckchen auf?“ Deshalb spreche Lisa Volk häufig mit ihren Mitarbeitern darüber, das Thema Socken bei der Beratung zu integrieren. „Die Socken werden direkt zum Schuh angeboten, um den Style abzurunden.“

 
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Redaktion schuhkurier / 27.05.2022 - 09:54 Uhr

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