„Same-Day-Delivery ist enorm wichtig“

Was kann Bringoo?

Bringoo will Same-Day-Delivery auch für den Schuhhandel ermöglichen. (Foto: Bringoo)
Bringoo will Same-Day-Delivery auch für den Schuhhandel ermöglichen. (Foto: Bringoo)

Schnell, schneller, am schnellsten. Das Start-Up Bringoo will Same-Day-Delivery für den stationären Fashionhandel ermöglichen. Wie funktioniert das Konzept? Fragen an Mitgründer Robert Kosobucki.

Wie wichtig ist das Thema Same-Day-Delivery für den Schuh- und Modehandel?

Enorm wichtig. Der lokale Handel wird durch neue Läger, Lieferketten und kompetitive E-Commerce Konzepte zunehmend disrupiert; gleichzeitig haben zwei Drittel der Deutschen keinen Zugang zu Same-Day-Delivery. Einzelhändler und Städte geraten aufgrund der steigenden Nachfrage nach Online-Konnektivität und dem damit zusammenhängendem Wachstum stark unter Druck. Es fehlt lediglich eine innerstädtische Logistikinfrastruktur, die Konsumenten Zugang zu den bestehenden Sortimenten der Kaufleute ermöglicht. Damit werden zum Beispiel auch lokale Angebote konkurrenzfähiger und spontane Kaufanlässe wie die Fußballschuhe für den Abend abgedeckt – ohne sie von den großen Onlinelagern oder Konzernen zu beziehen.

Wie funktioniert Bringoo?

Bringoo ist ein technologiegetriebenes Delivery-Start-up, das den lokalen Handel online bringt. Eine App ermöglicht Kunden eine Sofort-Lieferung aus Einzelhandelsgeschäften wie Apotheken, Bekleidungsgeschäfte, Blumen-, Mode-, Bücher- und Lebensmittel-Märkte.

Was muss ein interessierter Händler leisten?

Interessierte Händler teilen lediglich Produktinformationen wie Preise, EANs, etc. mit Bringoo und können innerhalb weniger Stunden auf der Plattform partizipieren. Bringoo übernimmt im Anschluss, je nach Kooperationsmodell, die Auslieferung und Kommissionierung. Auch bestehende Liefergeschäfte von lokalen Kaufleuten können angeschlossen werden.

Was ist mit Retouren?

Retouren können wie üblich via Post oder im Geschäft abgewickelt werden. Wir haben jedoch auch die Möglichkeit, mit derselben Geschwindigkeit auch Retouren anzubieten. Es kommt ganz darauf an, was der Partner mit uns anbieten möchte.

Welche konkreten Projekte sind geplant?

Wir planen eine deutschlandweite Expansion mit starken Partnern wie Peek & Cloppenburg oder ganzen Einkaufszentren. Außerdem weiten wir bestehende Partnerschaften derzeit sehr stark aus. Als Star-tup arbeiten wir sehr agil, was sowohl für Konzerne als auch lokale Player eine Chance bietet. Wir möchten regionale Angebote in ein digitales Shoppingcenter transformieren.

Gibt es Beispiele aus anderen Ländern, die Ihnen als Vorbild dienen?

Bringoo ist sehr ähnlich wie Instacart, das in ländlichen und städtischen Regionen der USA seit einigen Jahren viel Resonanz erhält. Wir haben das Geschäftsmodell jedoch auf den ganzen Einzelhandel ausgeweitet und unsere App dem Nutzen des deutschen Marktes entsprechend entwickelt.

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Helge Neumann / 17.02.2022 - 08:58 Uhr

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