Statistisches Bundesamt

Zahl der Insolvenzen sinkt

Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juni 2022 um 7,6% gegenüber Mai 2022 gesunken. Der Handel ist weiterhin stark betroffen. 

Der im Mai beobachtete Anstieg (+8,4% gegenüber April 2022) hat sich somit nicht fortgesetzt. Die Insolvenzzahlen waren im Verlauf der Corona-Pandemie durch gesetzliche Sonderregelungen und Wirtschaftshilfen zeitweise deutlich zurückgegangen; seit Mai 2021 sind keine Sonderregeln aufgrund der Corona-Pandemie mehr in Kraft.
Im April 2022 haben die deutschen Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 1.248 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren 6,4% weniger als im April 2021. 
Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus den im April 2022 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf knapp 1,4 Mrd. Euro. Im April 2021 hatten sie bei rund 2,5 Mrd. Euro gelegen. 

Baugewerbe mit den meisten Insolvenzen – Handel auf Rang 2

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im April 2022 im Baugewerbe mit 221 Fällen (April 2021: 215; +2,8%). Es folgte der Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 187 Verfahren (April 2021: 195; -4,1%). 

Beim zeitlichen Vergleich der Insolvenzzahlen für Unternehmen ist laut Statitsischem Bundesamt zu beachten, dass das Insolvenzgeschehen in den Jahren 2020 und 2021 von Sonderregelungen geprägt war. Von Anfang März 2020 bis Ende 2020 war die Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen infolge der Corona-Pandemie ausgesetzt. Diese Regelung galt bis Ende April 2021 weiterhin für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch ausstand. Für diese Unternehmen wurde die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens erst zum 1. Mai 2021 wieder vollumfänglich eingesetzt. 

Beruhte der Eintritt einer Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung auf den Auswirkungen der Starkregenfälle oder des Hochwassers im Juli 2021, war die Insolvenzantragspflicht bis 31. Januar 2022 ausgesetzt. 

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Petra Steinke / 13.07.2022 - 09:20 Uhr

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