„Veränderte Kundennachfrage“

Zalando streicht Prognose zusammen

Robert Gentz, CEO bei Zalando (Foto: Zalando/Daniel Hofer)
Robert Gentz, CEO bei Zalando (Foto: Zalando/Daniel Hofer)

Umsatzwachstum und EBIT sollen laut einem Update des Unternehmens deutlich unterhalb der Analystenschätzungen liegen. Man erwarte länger anhaltendere Herausforderungen, als zunächst angenommen.

Grund sei eine Verschlechterung der makroökonomischen Bedingungen im 2. Quartal, teilt das Unternehmen mit. Zudem sei der Indexwert für das Verbrauchervertrauen in der EU im Juni weiter gesunken. Der Ausblick des Unternehmens für das Geschäftsjahr 2022 von Anfang Mai habe zwar die Herausforderungen berücksichtigt, aber auch erste Zeichen einer möglichen Erholung. Nun gehe man von makroökonomischen Herausforderungen aus, die länger anhalten und intensiver sein werden, als zunächst angenommen.

Für das zweite Quartal 2022 erwartet Zalando nun ein Wachstum des Bruttowarenvolumens (GMV), ein Umsatzwachstum und bereinigtes EBIT, die deutlich unterhalb der Analystenschätzungen liegen werden: Man gehe von einem Anstieg des Bruttowarenvolumens um 3 bis 7% auf 14,8 bis 15,3 Mrd. Euro aus. Es werde zudem erwartet, dass der Umsatz zwischen 0% und 3% auf 10,4 bis 10,7 Mrd. Euro steigen wird, wobei sich das bereinigte EBIT im genannten Zeitraum auf 180 bis 260 Mio. Euro belaufen werde. Investitionen (Capex) von 350 bis 400 Mio. Euro seien geplant.

Ein vom Unternehmen erhobener Median zum 31. Mai 2022 hatte noch 5,0% GMV-Wachstum, 1,5% Umsatzwachstum und 104 Mio. Euro bereinigtes EBIT in Aussicht gestellt. Das zweite Quartal sei profitabel, nun aber schwächer als erwartet, so Zalando.

Die angepasste Prognose geht von einer Beschleunigung des Wachstums sowie einer deutlichen Verbesserung der Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte 2022 aus. Gründe dafür seien Maßnahmen zur Anpassung des Angebots an die sich verändernde Kundennachfrage und zur Steigerung der Effizienz in allen Kostenbereichen. Mit der Senkung der Marketinginvestitionen und der Anpassung der Investitionen in die Logistikinfrastruktur sowie der Einführung eines Mindestbestellwerts in 15 weiteren Märkten habe man bereits begonnen.

Robert Gentz, Co-CEO, erklärt: „Während das aktuelle Umfeld zwar unsere finanzielle Entwicklung negativ beeinflusst, bleiben unsere Strategie und langfristigen Ziele unverändert. Unsere Vision ist nach wie vor, der Starting Point for Fashion in Europa zu sein. Es gibt viele ungenutzte Chancen im Modemarkt, die wir nutzen können, und wir sind entschlossen, die Branche zum Besseren zu verändern. Durch Effizienzsteigerungen im gesamten Unternehmen und gezielte Investitionen werden wir langfristig noch besser positioniert sein, um unsere Strategie umzusetzen. Wir stellen uns den Herausforderungen und passen uns an, um gestärkt daraus hervorzugehen.“
Die Ergebnisse für das zweite Quartal 2022 werden am 4. August 2022 veröffentlicht.

 
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Petra Steinke / 23.06.2022 - 18:44 Uhr

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