Alles rund um das Zukunftsforum der ANWR in Mainhausen

 

Wie kann der Handel die digitale Transformation zu seinem Vorteil nutzen? Welche Technologien sind empfehlenswert? Antworten liefert das Zukunftsforum der ANWR, das am 29. November in Mainhausen stattfindet. schuhkurier berichtet von Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen.

Der Retailmarkt steht an der Schwelle zur digitalen Transformation. Die ANWR ist überzeugt: Für alle Bereiche von der Logistik über die Customer Journey bis hin zum stationären Einzelhandel sind Daten und digitale Vernetzung der Schlüssel zur Zukunft. Das Zukunftsforum der Verbundgruppe widmet sich u.a. den Themen virtuelle Regalverlängerung und virtuelle Warenlagervernetzung. Außerdem werden neue digitale Marketing-Bausteine sowie der dann aktuelle Status von RetailLogistics und die Ergebnisse aus dem ANWR Projekt RFID vorgestellt.

In vier Messehallen auf dem ANWR Campus werden außerdem Dienstleistungspartner und Start-ups z.B. für Ladenbau, Retail-Technologie, digitale POS-Dienstleistungen sowie neue on- und offline Kommunikationsmedien präsentiert. Außerdem spricht Trendforscher Sven Gábor Jánsky über ‚Lebenswelten 2023 … und die Zukunftsmodelle unserer Branche‘.

Im Rahmen eines Projektes von ANWR und HDS/L werden aktuell die Schnittstellen für die verlängerte Ladentheke definiert. Die Ergebnisse sollen bis Jahresende vorgestellt werden. Seit August läuft zudem ein Pilotprojekt der Verbundgruppe mit Ricosta, das Alexander Hock und Kai Moewes in Mainhausen präsentierten. 

In dem Pilotprojekt von Ricosta und der ANWR wird die Plattform schuhe.de als verlängerte Ladentheke genutzt. Der Ablauf: Ein Kunde sucht einen bestimmten Schuh, der jedoch in der gewünschten Größe oder Farbe stationär nicht verfügbar ist. schuhe.de wird in diesem Fall zur verlängerten Ladentheke. Nach dem Login werden dem Händler die teilnehmenden Hersteller angezeigt – aktuell nimmt nur Ricosta teil. Online bewegt sich der Händler im digitalen Schaufenster des Herstellers, sieht Größen und Farben und kann direkt beim Lieferanten eine Bestellung auslösen. Es gelten dabei die zuvor festgelegten Konditionen. „Die Lösung sehr einfach aufgebaut, je mehr Lieferanten teilnehmen, desto besser“, erklärte Alexander Hock. Ziel sei es,  flächendeckend die Modelle der Industrie auf schuhe.de darzustellen. „Es geht uns nicht um die kurzfristige Optimierung des Ergebnisses. Wir nehmen an dem Projekt teil, um die Prozesse zu optimieren und die Verfügbarkeit zu erhöhen“, betonte Ricosta-Verkaufsleiter Kai Moewes.

Wie man online Frequenz in der Innenstadt erzeugt


Die rückläufige Frequenz beschäftigt den Handel intensiv. Wie Online-Maßnahmen für eine lebendige Innenstadt sorgen können, erläuterten Schuhhändler Klaus Rollmann und Roman Heimbold vom Online-Dienstleister Atalanda.

Klaus Rollmann ist ein aktiver Händler. Das Mitglied im ANWR-Aufsichtsrat legt großen Wert auf Ladenbau, emotionale Warenpräsentation und Nähe zum Kunden. Und doch bereiten auch Rollmann die rückläufigen Frequenzen an seinem Standort in Göppingen Schwierigkeiten. Auf der Suche nach wirksamen Gegenmaßnahmen fiel der Blick auf Wuppertal.  Hier entstand vor einigen Jahren unter Leitung von Atalanda die erste ’Online-City’. Dabei handelt es sich um eine Plattform, auf der sich lokale Händler zusammenschließen, um sich und ihre Sortimente zu präsentieren. Dabei steht der so genannte ROPO-Ansatz im Mittelpunkt: Kunden informieren sich online, gekauft wird stationär. „Wir wollen einen Service bieten, den Amazon so nicht bieten kann. Wir zeigen Produkte auf einer Art Marktplatz, die den Kunden per Same-Day Delivery zugestellt werden. In Wuppertal arbeiten wir mit DHL zusammen“, erläurtert Roman Heimbold. „Uns kam die Idee, die Wuppertal-Idee auf Göppingen zu übertragen. Sofort haben sich positive Effekte eingestellt: Es entstand eine Aufbruchstimmung. In ersten Treffen haben wir gemeinsam Ideen entwickelt. Alle zogen am gleichen Strang. Das hat sich auch auf die Stadtverwaltung ausgewirkt“, berichtet Klaus Rollmann. Angeschlossen an die Online-City Göppingen ist schuhe.de – das Sortiment von Klaus Rollmann wird über eine Schnittstelle transformiert, ohne das Mehrarbeit für den Händler entsteht. Aktuell halten sich die Bestellungen über die Online-City noch in Grenzen, berichtete Rollmann. Aber: „Wir sind bei den Kunden wieder im Gespräch.“

Podiumsdiskussion: „Lassen Sie den Kunden nicht ohne Schuh aus dem Laden“

Wie wichtig sind Daten für den Handel der Zukunft? Unter Moderation von Volker Gromer diskutierten in Mainhausen Fritz Terbuyken (ANWR Group), Verena Siemens (IT ANWR Group) und der RFID-Spezialist Harald Dittmar von Sys-Pro.
 

Volker Gromer: Was sind die großen Herausforderungen für Industrie und Handel? Und wie fällt die Reaktion der ANWR aus?


Fritz Terbuyken: Für die Industrie und für uns als Händler haben sich die Rahmenbedingungen massiv geändert. Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf das Informationsverhalten der Verbraucher. Wir alle googeln. Der Verbraucher ist früher und schneller informiert und er kennt alle Preise. Er ist bequemer geworden. Er wartet nicht mehr. Er will, dass alles sofort geliefert wird. Das führt zu neuen Herausforderungen. Durch das zunehmende Internetgeschäft dürfte ein stärkerer Druck auf die Margen erzeugt werden. Darum müssen wir unsere Prozesse schlank halten. Wer künftig Multichannel betreiben will, braucht Echtzeit-Daten. Es geht nicht mehr zu sagen: Den Schuh habe ich nicht da. Vertikale Anbieter wie Zara übertragen die modernen Monitoring-Techniken derzeit auf die Fläche. Zara kann sich jetzt schon die Bestände in allen Filialen weltweit in einem virtuellen Showroom in Zaragoza anschauen. Das hat mich selbst auch sehr erstaunt. Da gewinnt der Systemhandel momentan einige Vorteile. Wenn wir da in Zukunft mitspielen wollen, müssen wir uns einiges einfallen lassen.
 

Volker Gromer: Dazu braucht es spezielle IT-Systeme. Die Anforderungen an die IT dürften in diesem Kontext sehr hoch sein. Wie stellt sich die heutige IT-Landschaft dar? Und in 2020?


Verena Siemens: Wir müssen vom Waren- und Einkaufsverband zum Datennetzwerk werden. Wir müssen die Dinge vernetzen. Dafür brauchen wir Daten. Das ist im Moment schwierig, weil wir bei Händlern und Herstellern völlig unterschiedliche Systeme haben. Die Datenstränge, die bei uns ankommen, sind völlig unterschiedlich. Das betrifft die Datenarchitekturen. Was eigentlich noch viel schlimmer ist, das ist der Inhalt. Die Datenqualität. Nur 20% der Artikel haben eine EAN. Damit können wir keine Ware steuern, kein NOS machen. Das funktioniert nicht. Die Datenqualität ist Aufgabe des Handels. Die müssen sauber sein. Das ist eine Riesen-Herausforderung.
 

Volker Gromer: Zara, aber auch Amazon und Zalando investieren extrem in die IT. Syspro hat den Fokus auf den Mittelstand gelegt. Worauf kommt es besonders an, wenn Sie sich die Schuh- und Lederwarenbranche anschauen?


Harald Dittmar: Ich glaube, dass man aufpassen muss, dass man den Teufel nicht zu sehr an die Wand malt. Ich glaube, der Mittelstand ist in der Lage, den Vorteil zu nutzen, den er hat. Die bunte Vielfalt und das Vorort-Sein. Der normale Konsument ist vielleicht bequemer geworden, aber gerade Schuhe zieht man sich doch lieber an. Wer auf der Couch bestellt, schickt viel wieder zurück. Ich sehe den Vorteil im Handel darin, den Kunden auf die Fläche zu ziehen, weil er anprobieren will. Die Herausforderung ist, die richtigen Schuhe zur richtigen Zeit auf der Fläche zu haben. An dieser Vision arbeiten wir derzeit. Man kann mit einer vernünftigen Auswahl auf der Fläche dem Kunden vielleicht sogar das Erlebnis des Sofort-Kaufs verschaffen – oder schon mal fühlen lassen und den Schuh bestellen und nach Hause liefern. Diese Kombination der verschiedensten Dinge, das sehe ich als Stärke und Möglichkeit.
 

Volker Gromer: Viele Läden sind zu Saisonbeginn voll gepackt. Ist das richtig? Sind intelligentere Systeme sinnvoller? Eine Lösung ist Retail Logistics. Was bietet dieses System?


Fritz Terbuyken: Retail Logistics lässt sich in drei große Bausteine zerlegen: Erstens die Plattform, die physische Warenbewegungen als Dienstleistung anbietet. Das geht bis zur kompletten Logistik, die wir Händlern anbieten können. Ebenso die komplette RFID-Abwicklung. Zweitens die Bündelung von gemeinsamen Bestellungen, z.B. gemeinsam Aufträge bei Nike bündeln. Das ermöglicht bessere Preise und bessere Logistik. Und drittens die Vermittlung von Ware unter uns Händlern. Der Pilot läuft derzeit. Händler können auf Ware von Kollegen zugreifen. Das ist in Zeiten, in denen Frequenzen zurückgehen, wichtig. Die Conversion Rate muss hoch sein. Sie dürfen auf keinen Fall den Kunden ohne Schuhe aus dem Laden lassen. Wenn der Kollege den Schuh hat und wir ein Netzwerk haben, dann sollte man das spielen.
 

Volker Gromer: Wenn man RFID und Schuhbranche kombiniert, dann sind das zwei Dinge, die bislang noch nicht zusammengepasst haben. Im Textilbereich ist man schon weiter. Wo sehen Sie die großen Knackpunkte, aber auch Chancen?


Harald Dittmar: Der Nachteil, dass Schuhe und RFID nicht zusammengehen sollen, ist eigentlich ein Vorteil. Als Händler schaut man sich an, was man erreichen will: die Bestandstransparenz. Und die Möglichkeit, rechtzeitig Nachschub zu organisieren. Dafür kann man RFID nutzen. Wir haben in den letzten Jahren auch Adler Modemärkte betreut und gesehen, wie sich RFID weiterentwickelt hat. Es gibt inzwischen vernünftige Technologie, die eine hohe Zuverlässigkeit bietet. Der einzelne Händler kann die Investition ggf. nicht tätigen. Auf der anderen Seite ist die Gruppe, die das organisieren kann. Bei den Projekten, die wir mit der ANWR durchführen, gab es auch Hürden zu nehmen. Etwa die Stammdaten. Das ist uns aber gut gelungen. Wir konnten verschiedene Dinge, die im Hintergrund laufen, nutzen. Wer keine so große Fläche hat, braucht keinen Roboter. Auf einer großen Fläche kann man sich das überlegen. Was mir besonders gefällt, ist das, was man mit den Daten machen. Man kann damit auch für Kundenerlebnisse sorgen, Empfehlungen beispielsweise. Weil man weiß, was der Kunde gerade in der Hand hat.
 

Günter Althaus: „Daten im besten Sinne nutzen“


Wie wichtig sind Daten und Technik wirklich? Was kann die Verbundgruppe leisten? Fragen an Günter Althaus, Vorstandsvorsitzender der ANWR Group.

schuhkurier: Welche Erwartungen hatten Sie an das Zukunftsforum– und wurden diese erfüllt?


Günter Althaus: Wir sind extrem zufrieden. Es sind ja nicht nur Händler vor Ort, sondern auch Begleiter aus anderen Bereichen: Vertreter der Industrie, aus dem Banksektor. Das zeigt: Man will einfach wissen, was los ist. Über 880 Anmeldungen, größtenteils aus dem Kreis unserer Mitglieder, sprechen eine deutliche Sprache. Das freut mich sehr.
 

Manchen Angeboten der Verbundgruppe standen Händler in der Vergangenheit eher skeptisch gegenüber. Glauben Sie, dass der Funke hinsichtlich der neuen Tools und Konzepte nun überspringt?


Günter Althaus: Es gelingt immer besser. Denn es ist inzwischen jedem klar, dass er sich mit diesen Dingen beschäftigen muss. Wir haben dafür ein Angebot. Das kann man sich ansehen – ohne gleich eine Gesamtlösung kaufen zu müssen.  Wir haben daher beim Zukunftsforum bewusst die vier Phasen des Einkaufs zu übergreifenden Themen gemacht. Wenn ein Händler für jede der Phasen auch nur ein beim Zukunftsforum vorgestelltes Instrument für sich einsetzt, ist das ein hervorragender Anfang. Dabei kommt es besonders auf die Vernetzung zwischen den Instrumenten an. Das ist entscheidend.
 

Kritiker merken an, dass viele technische Tools um der reinen Technik willen angepriesen werden. Will der Kunde dies alles wirklich?


Günter Althaus: Der Kunde bekommt von vielen der technischen Tools ja gar nichts mit. Und im übrigen gibt es ja nicht den einen Kunden. Die Ansprüche und Erwartungen sind sehr unterschiedlich. Junge Menschen unter 35 haben beispielsweise mit dem Thema Datenschutz beispielsweise gar kein Problem. Auch viele ältere nicht.  Kunden entscheiden danach, ob ein Prozess für sie lästig ist oder hilfreich. Alles, was die Convenience erhöht, ist im Sinne der Kunden. Dazu braucht es auch Technik.  

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Digitale Vernetzung am POS – die verlängerte Ladentheke

100% Bestandsgenauigkeit auf Knopfdruck immer und überall – ein Erfahrungsbericht von Kathrin Schmidt von Schuh & Sport Mücke und Uwe Quiede von Tailorit.

„RFID identifiziert Ware zu 100%, erfasst Artikel sehr schnell, auf eine Entfernung bis zu 4 m, liest ohne Sichtkontakt, deckt Bestandslücken auf, beschleunigt die Prozesse“, so Uwe Quiede zu den Merkmalen von RFID.

Die Vorteile von RFID laut dem Experten:

  • Erhöhung der Prozesseffizienz in Logistik und Filialen,
  • mehr Zeit für den Kunden,
  • höhere Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette,
  • Erhöhung der Bestandstransparenz,
  • Geringere Inventurdifferenzen,
  • bessere Information in der Kundenberatung
  • Umsatzsteigerung
  • Hohe Bestandsgenauigkeit,
  • hohe Transparenz über den Aufenthaltsaufenthaltsort eines Schuhs,
  • schnelle Wareneingangserfassung,
  • schnelles Finden eines Artikels bei Umlagerung,
  • schnelles Finden eines Gegenstücks,
  • schnelles Erfassen an der Kasse mit Prüfung der richtigen Schuhe im Karton,
  • Erkennen falsch platzierter Produkte.


Schuh & Sport Mücke nimmt aktuell an einem Pilotprojekt teil, erste Ergebnisse werden im Dezember erwartet. „Unsere Erkenntnisse: Die Technik funktioniert und ist einsetzbar. Nicht unterschätzen sollte man die technischen Schnittstellen, mit denen man sich befassen muss“, berichtete Kathrin Schmidt. Positiv sei, dass die Mitarbeiter den Vorteil der Nutzung von RFID für ihre tägliche Arbeit erkennen. Das Auszeichnen der Ware mit mit RFID Etiketten sei nicht zu unterschätzen. Die Erfassung der Ware im Wareneingang und bei der Bestandserfassung erfordere hohe Prozessqualität. Doch letztlich sorge RFID für eine höhere Bestandstransparenz.
 

ANWR und HDS/L wollen Verkäuferinnen direkt erreichen

Im Rahmen des Zukunftsforums in Mainhausen wurde auch das Projekt ’O1 Channel’ von ANWR und HDS/L vorgestellt. Es befindet sich derzeit in der Pilotphase. Verantwortlich zeichnet bei der ANWR Group Ulrich Lüke, der auch schon einige Informationen über die neue Plattform für Verkäuferinnen bereit hielt.

Partner im Pilotprojekt sind derzeit die Schuhhersteller Ara und Ricosta. Der O1 Channel ist ein eigenes Portal, in das sich Verkaufsmitarbeiter einloggen können. Sie können dort unter anderem Videos zu Produktschulungen sehen und sich hinsichtlich ihrer Kenntnisse testen lassen. Die Videos werden in Zusammenarbeit mit einer Agentur hergestellt und wirken über eine einheitliche, ansprechende Optik. Auch eine Markenbibliothek, in der die Hersteller selbst Informationen wie TV-Spots, Firmenprofile oder Lookbooks veröffentlichen können, ist vorgesehen. Weitere Informationen zum Thema will die ANWR im ersten Quartal 2017 bekanntgeben.

Zukunftsforscher: Wie der Handel mit Veränderung umgehen sollte

Den Abschluss des Zukunftsforums am 29. November in Mainhausen bildete der Vortrag des Trendforschers Sven Gabor Jánszky. Der Experte sprach über die Geschwindigkeit der Veränderung – und über Maßnahmen, die dem Handel helfen können, diese Veränderung als Chance zu nutzen.

Veränderung an sich habe es immer gegeben, so der Referent. Das Phänomen der Geschwindigkeit sei allerdings ein wichtiger Aspekt bei der Veränderung. Der Mensch neige dazu, eine lineare Prognose für anstehende Veränderungen zu geben. Diese entwickelt sich langsam und mit geringer Steigung. Allerdings habe das Tempo in den letzten 50 Jahren mit Entstehung der ersten Computer rasant zugenommen. „ Alle 18 – 24 Monate verdoppelt sich heute die Rechenkapazität von Computern bei gleichem Preis. Alles, was mit IT in Berührung kommt, hat immer kürzere Zyklen“, so Jánszky. Prognosen linearer Art seien daher ein Fehler. „Wir kriegen die Linie aus unserem Kopf nicht weg.“ Dabei sei es richtig, eine disruptive Entwicklung mit extrem starker Steigung in kurzer Zeit erwarten.

„Falls Sie eine Strategie haben für 2020, 2025, es ist gut, dass sie sie haben. Aber sie ist falsch. Sie werden sie über den Weg anpassen müssen. Die Lücke zwischen dem, was wir uns vorstellen und dem, was wird, ist Veränderung.“

Veränderung vollziehe sich heute schneller, müsse aber als Chance begriffen werden. „Die Art, wie Sie Veränderung begreifen, als Chance oder als Gefahr, wird über Ihre Zukunft entscheiden“, so Jánszky. An dieser Frage zeige sich auch, warum einige in der Branche schnell vorangehen und andere nicht. „Die, die schneller vorangehen, sind auf einer digitalen Prognosenlinie unterwegs“, ist der Trendforscher überzeugt.

Jánszky erklärte seine These anhand eines Beispiels: Der Supercomputer Watson, der 2011 spektakulär in der Quizsendung Jeopardy gegen zwei Experten gewann, wurde später im medizinischen Bereich eingesetzt – als Speicher für alle weltweit verfügbaren Informationen über Krebs. In Zukunft könnte dieser Computer in Fallcentern eingesetzt werden. Er würde dann 80% der Anrufe vorhersehen, bevor es klingelt. „Kunden rufen einmal an und bekommen sofort die Lösung. Ist das gut oder schlecht?“, fragte der Referent. „Ich als Kunde finde das gut. Der Callcenter Agent aber würde sagen: Ich bin nur noch ein Vorleser. Kunden und Anbieter geben unterschiedliche Antworten.“

Die Zukunft, so der Experte, habe immer zwei Seiten. Auf welche Seite sich ein jeder Unternehmer stelle, sei letztlich ihm überlassen. Aber es entscheide über Erfolg und Misserfolg. JÁnszky: „Gehen Sie den Weg der Gruppe mit, so viel digitales wie möglich einzusetzen. Bereiten Sie sich darauf vor, dass Ihre bisherigen Kunden künftig anders entscheiden werden. Der Prozess der Veränderung bringt Gewinner und Verlierer hervor.“ Standard-Ansätze würden in Zukunft verschwinden. Ein Händler müsse zu einem prognostizierenden Unternehmen werden – auf Basis von Daten. Und dem Kunden Produkte und Leistungen bieten, die diese vielleicht heute noch nicht – aber in Zukunft haben wollen.
 

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Phizzard will interaktive Beratung am PoS ausbauen

Neue Einkaufserlebnisse am Point of Sale will das Unternehmen Phizzard Einzelhändlern ermöglichen. Zum Portfolio gehören Multichannel-Tools, die im Verkaufsgespräch Mehrwert bieten sollen.

Auf dem Terminal ’James‘ können Kunden eigenständig Artikel aus dem Sortiment des Händlers, weiteren Filialen, aber auch aus dem Bestand anderer Händler oder Lieferanten anschauen und auswählen. Das Verkaufspersonal bedient in Ergänzung dazu das mobile Endgerät ’Eva‘. Wird ein Artikel gewünscht, der nicht im Bestand des Händlers vorrätig ist, kann die Verkäuferin die Bestellung via Eva aktivieren. Möglich ist über den Terminal auch die Präsentation von passenden Artikeln anderer Warengruppen – Stichwort Crosselling.
Beide Geräte von Phizzard können auf die Datenbank von schuhe.de zugreifen.  Um optimale Ergebnisse zu erreichen, bietet das Unternehmen auf Wunsch umfangreiche Schulungen für das Verkaufspersonal an.
 

Phizzard: Fragen an Peer Hohn, Marketing

Welche Voraussetzungen muss ein Händler erfüllen, um mit den Lösungen von Phizzard – speziell den Terminals bzw. Endgeräten im Geschäft – arbeiten zu können?


Peer Hohn: Im Idealfall ist er bei schuhe.de dabei. Dann haben wir über unsere schuhe.de-Schnittstelle sowohl die Bestände in seinen Stores als auch die Produktbilder und alle notwendigen Produktattribute (Farbe, Material usw.).
 

Welche Kriterien sprechen für eine Installation des Terminals; welche eher für das mobile Endgerät?


Das 21,5 Zoll große Terminal (’James‘) ist grundsätzlich eher für die Kunden der Händler gedacht, während die mobilen Endgeräte (’Eva‘ = elektronische Verkaufsassistentin) für die Verkäuferinnen gedacht sind.
Mit ’James‘ können die Kunden sehen, welche Größen im aktuellen Store verfügbar sind, welche Größen noch in anderen Filialen des Händlers verfügbar sind und welche in einem ’Online-Lager‘ (Zentrallager, Lager anderer Händler oder Lager der Hersteller) verfügbar sind.
Die Kunden können sich mit ’James‘ beraten lassen und eine Bestellung eines Artikels aus einem anderen Lager auslösen. Dieses muss aber noch von einer Verkäuferin autorisiert werden.
Die Verkäuferinnen können auf der ’Eva‘ zudem noch sehen, wo genau der fehlende Artikel verfügbar ist, und sie können das Tool nutzen, um die Kundenaufträge bequem zu verwalten.
Pauschal lässt sich eines sagen: Je höher die Beratungsintensität und die Anzahl der eingesetzten Verkäuferinnen in den Geschäften sind, desto höher ist der Anteil der ’Evas‘. Bei Geschäften mit einem hohen Anteil an Selbstbedienung kann ein Kundenterminal ggf. schon ausreichen.
 

Das vollständige Interview mit Peer Hohn lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 49/2016

 

Loadbee: Infos aus der Cloud

Loadbee bietet einen Datenpool: Hersteller stellen Produktinformationen zur Verfügung, die von Händlern stationär und online genutzt werden können. Fragen und Antworten.
 

Was benötigt ein Händler, um Loadbee nutzen zu können?

Eine einfache Registrierung als Händler reicht aus, um Loadbee nutzen zu können. Loadbee kann sowohl im Onlineshop als auch im stationären Handel genutzt werden. Für die Nutzung im Onlineshop ist es egal, welches Shopsystem der Händler nutzt. Der Händler muss lediglich einen Java Script Code-Snippet in seinen Onlineshop einfügen – schon ist Loadbee für ihn verfügbar.
 

Welche Produktinformationen werden zur Verfügung gestellt?

Die Produktinformationen inklusive Fotos, Videos, Anleitungen etc. stellt der Hersteller über die Loadbee-Cloud zur Verfügung. Mit diesen Informationen wird in der Cloud ein digitales Produktprofil im Corporate Design des Herstellers erstellt. Diese digitalen Produktprofile werden an Händler und deren Kunden ausgespielt. So behält der Hersteller die komplette Kontrolle über die Darstellung seiner Daten.
 

Wie hoch sind die Kosten für Hersteller, die ihre Informationen über Loadbee zur Verfügung stellen?

Die Preise orientieren sich an der Reichweite, die der Hersteller erreichen will, an der Anzahl der Länder und Sprachen etc. Es ist möglich mit wenigen Hundert Euro zu starten.
 

Wie läuft eine Übernahme der Daten in einen eigenen Online-Shop konkret ab?

Es gibt zwei Optionen: Der Händler kann die Produktinformationen zum einen durch die einmalige Aktivierung und Einbindung direkt in seinem Onlineshop abrufen. Dies kann via Inpage Einbindung (direkt unter der Produktbeschreibung des Händlers) oder Onpage Einbindung (Button) erfolgen. Der Händler hat hierbei die freie Auswahl, welche Einbindungsart er nutzen möchte.  Die zweite Option sieht vor, dass der Händler sich die Hersteller-Daten direkt aus dem Download Center von Loadbee holt.
 

Welche Bedeutung haben vollständige Produktinformationen generell?

Beim Onlineshopping ist die Retourenquote extrem hoch. Grund dafür sind laut Loadbee oft  fehlende oder falsche Produktinformationen. Der Kunde erhält das bestellte Produkt, muss dann aber feststellen, dass z.B. das Material absolut ungeeignet ist. Die Folge: Der Kunde schickt die Ware frustriert zurück. Daher sind vollständige Produktinformationen wichtig für Händler und Hersteller. Die meisten Kunden brechen den Kauf, aufgrund fehlender Produktinformationen, einfach ab und suchen sich andere Händler oder Konkurrenzprodukte, bei denen sie alle Produktinformationen erhalten. Auch unter dem Aspekt Kundenbindung sind möglichst vollständige Informationen wichtig: Laut Loadbee kaufen Konsumenten wieder in einem Shop und eine bestimmte Marke ein, wenn sie wissen, dass sie dort alle Produktinformationen bekommen.


Socialwave: WLAN als Werbekanal

Mehr als freies Surfen: Socialwave setzt WLAN als Marketingtool ein. Darüber hinaus können Parameter wie Laufwege und Aufenthaltsdauer im Geschäft analysiert werden.
 

Socialwave ist ein junges Start-Up, das die digitale Transformation des Einzelhandels mit Hilfe des Socialwave Hotspots und den Offline Analytics herbeiführen will. Der Socialwave Hotspot ist eine rechtssichere, einfache und smarte Gäste-WLAN Lösung für Mode- und Schuhgeschäfte, Bäckereien, Fitnessstudios und vielem mehr. Die Handhabung des Socialwave Routers ist denkbar einfach: Er wird an einen bestehenden DSL-Router angeschlossen und an den Strom gesteckt. Nach diesen zwei simplen Handgriffen ist der Router einsatzbereit und kann genutzt werden. Die Anmeldung der Kunden im Socialwave-WLAN erfolgt dabei bequem über Facebook oder Email. Der Clou dabei: Die Gäste, die sich in das jeweilige WLAN einloggen, werben automatisch für dessen Betreiber. Wer sich nämlich mit dem Hotspot verbinden möchte, muss sich mit seinem Facebookprofil anmelden. Dabei wird der Gast automatisch zum Fan der Unternehmensseite und betreibt somit kostenfreies, virales Marketing. Darüber hinaus werden die E-Mail Adressen beim Login erfasst und können vom Betreiber des Hotspots für Werbezwecke genutzt werden.

Ausführliche Analysetools

Zusätzlich ermöglicht ein Analysetool dem Anbieter seine Kunden besser kennenzulernen und damit gezielter auf die Wünsche seiner Kunden eingehen zu können. Dabei werden Daten wie Geschlecht, Alter und Sprache erfasst aber auch die Besuchszeiten, die für jedes Einzelhandelsgeschäft von Bedeutung sind. Um dieses Analysetool noch weiter zu verfeinern, kann man die Offline Analytics bzw. das Tracking von Socialwave ergänzend zum Hotspot einsetzen. Diese Verbindung schafft dann ein schlüssiges und umfassendes Gesamtbild der Kunden und des Geschäftes. Das Tracking funktioniert mittels verschiedener Sensoren, die zum einen die Besucher zählen, die eingeschalteten WLAN-Signale ermitteln und zum anderen die Laufwege und Hotspots der Kunden erfassen. Später können dann Auswertungen über neue Besucher, wiederkehrende Besucher, die Bounce-Rate, die Aufenthaltsdauer der Kunden und die Zeit, die die Kunden in der Warteschlange verbracht haben, gemacht werden.


Omnea: Lokale Auffindbarkeit stärken

Mit Omnea können Einzelhändler ihre lokale Auffindbarkeit durch Firmenprofile auf den wichtigsten Portalen, Apps, Maps und Navigationssystemen optimieren.

Omnea betreibt ein reichweitenstarkes Partnernetzwerk zur Pflege von digitalen Unternehmensprofilen. Mit dem von Omnea entwickelten System lassen sich über 75 Endpunkte zentral ansteuern und dauerhaft mit aktuellen Daten bespielen. Ziel ist die schnelle, zeitgemäße Steuerung von Unternehmensprofilen und eine effektive Steigerung der digitalen Auffindbarkeit.

Das Kernprodukt von Omnea ist ein Portfolio von ca. 30 Online-Plattformen, wie Google My Business, MeineStadt, GoLocal oder GoYellow. Omnea bietet über API-Schnittstellen eine direkte Anbindung an diese Portale und Verzeichnisse und erstellt dort Unternehmensprofile, sogenannte Citations. Citations haben einen großen Einfluss auf das Google-Ranking, da Google bei einer lokalen Suche nach einem Standort die Standortdaten von Unternehmen in einer Vielzahl von Quellen untersucht und abgleicht. Einheitliche NAP-Daten (Name, Address, Phone) über viele Plattformen hinweg ’überzeugen‘ von der Aktualität und Korrektheit der Daten und verbessern das lokale Ranking.

Premium-Partner von Google

Das Google My Business Profil nimmt in diesem Portfolio einen Sonderstatus ein, da es eine besonders hohe Gewichtung unter den lokalen Ranking-Faktoren hat. Omnea besitzt als Premium-Partner von Google eine eigene Abteilung für Google My Business sowie ausreichend Ressourcen, um Tausende von Profilen extrem schnell zu bearbeiten. Omnea ist der einzige deutsche Anbieter, der die weltweite Bearbeitung der Google My Business Profile übernehmen kann, ohne auf den klassischen Verifizierungsprozess angewiesen zu sein. In der Regel können die Profile binnen weniger Tage freigeschaltet werden – ohne den üblichen Prozess mit Postkarte und Pin. Bereits geclaimte Profile können von Omnea ’überschrieben‘ werden. Andere Anbieter haben nachweislich nicht diese Möglichkeiten bei Google. Die Arbeit von Omnea ist immer konform mit den Google-Richtlinien. Unternehmen werden dazu ausführlich beraten.
Omnea war Anfang 2016 auch das erste Unternehmen in Deutschland mit einer direkten API-Anbindung zu Google My Business. Omnea bietet zusätzlich die Möglichkeit einen großen Teil des gesamten Marktes der Navigationssysteme und Kartendienste mit stets aktuellen Unternehmensstandortdaten auszustatten. Im Portfolio inbegriffen sind z.B. Here, TomTom, Garmin, Apple Maps, Bing Maps u.v.m. Da die mobilen Anwendungen von vielen Portalen auf die selbe Datenbank zurückgreifen, liefert Omnea ebenfalls Zugang zu zahlreichen Apps.        
 

Die Vorteile von Omnea

  • Mehr Reichweite durch verbesserte Google My Business Positionierung
  • Unterstützung und Stärkung der lokalen Filialunterseiten
  • Höhere Klickraten durch bessere, visuelle Darstellung
  • Zeitersparnis durch zentrale Verwaltung der Profile
  • Einheitliches Profil im Corporate Design in allen Portalen

46 Aussteller auf dem ANWR Zukunftsforum

46 Aussteller konnte die Mainhausener Verbundgruppe für das ANWR Zukunftsforum gewinnen. Welche Aussteller auf dem ANWR-Campus vertreten sind, erfahren Sie im Ausstellerverzeichnis.