E-Commerce

Amazon-Beschäftigte streiken am Prime Day

Streiks bei Amazon: Am so genannten Prime Day am 17. Juli haben die Beschäftigten des Onlinehändlers die Arbeit niedergelegt und für einen Gesundheitstarifvertrag demonstriert.

Am 17. Juli haben die Beschäftigten von Amazon gestreikt. „Die Botschaft ist klar: Während der Onlineriese sich bereichert, wird an der Gesundheit der Beschäftigten gespart“, sagte Stefanie Nutzenberger, für den Handel zuständiges Bundesvorstandsmitglied von Verdi. Nicht anders sei zu verstehen, warum Amazon sich einem Tarifvertrag verweigere. Die Amazon-Beschäftigten kämpfen laut der Gewerkschaft seit Jahren mit gesundheitlichen Belastungen. Lange Schichten, kilometerlange Wege, monotones Arbeiten und schwere körperliche und psychische Belastung sorgten für etliche gesundheitliche Probleme. Deswegen fordern die Beschäftigten vertraglich geregelte Maßnahmen zur Entlastung.

Amazon bietet Obsttage statt Tarifvertrag

Dagegen biete der Konzern als gesundheitsfördernde Maßnahme Obsttage an. Ein Hohn, findet Nutzenberger: „Der Arbeitgeber hat die Verantwortung, für das körperliche und das psychische Wohl seiner Beschäftigten zu sorgen. Diese Verantwortung vernachlässigt Amazon seit Jahren und verweigert seinen Leuten das Recht auf festgeschriebene Regeln – in einem Tarifvertrag. Das wollen sich die Beschäftigten nicht länger bieten lassen und nutzen den verkaufsträchtigen Schnäppchentag – auch Amazon Prime Day genannt – für Streiks.“

Auch in Spanien und Polen fanden Aktionen der Beschäftigten statt, um auf ihre Arbeitsbedingungen hinzuweisen.

Helge Neumann / 17.07.2018 - 13:20 Uhr

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