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ANWR Schuh GmbH: Online-Umsätze wachsen

ANWR: Überblick über Online- und stationäre Umsätze. (Chart: ANWR)
ANWR: Überblick über Online- und stationäre Umsätze. (Chart: ANWR)

Anlässlich der Campus Second stellte die ANWR Schuh GmbH Zahlen zur Geschäftsentwicklung vor. Die beiden Geschäftsführer Fritz Terbuyken und Michael Decker präsentierten außerdem neue Module und Serviceangebote.

Das Zentralregulierungsvolumen der ANWR Schuh/Garant sank im ersten Halbjahr 2019 um 2,5% auf 474 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 486 Mio. Euro). Damit bewege man sich, so Geschäftsführer Michael Decker, „auf hohem Niveau, aber leicht rückläufig.“ Spürbar sei eine Tendenz der Händler, weniger einzukaufen.

Die Umsatzentwicklung wiederum ist im ersten Halbjahr 2019 mit +1,8% positiv – im Gegensatz zum Vorjahreszeitraum mit -2,9%.

Große Unterschiede gibt es bei der regionalen Verteilung der Umsätze. So sei die Entwicklung vor allem in den südlichen Bundesländern schwächer ausgefallen als beispielsweise im Osten Deutschlands. 

Wie sich Händler, die auch online Schuhe verkaufen, im Vergleich zu rein stationär agierenden Unternehmen entwickeln, dazu hatte die ANWR Schuh eine separate Aufstellung vorbereitet. So lagen die aufgelaufenen Umsätze von Januar bis Juni im Schnitt bei +1,6%. Die Umsatzentwicklung allein im Juni lag um 14,2% im Plus.

Der rein stationäre Handel war aufgelaufen um -0,7% unter dem Vorjahr, während er allein im Juni eine Umsatzsteigerung um 9,7% erreichte. Händler, die mindestens 5% ihres Umsatzes online erwirtschaften, erreichten aufgelaufen ein Plus von 3,0% (nach Retouren), während ihre Umsätze allein im Juni um 17,7% gestiegen waren.

Erstmals, so Michael Decker, sei deutlich erkennbar, dass Händler, zu deren Geschäftsmodell auch der Onlinehandel gehört, bessere Umsätze erzielen als solche, die auf den rein stationären Handel setzen.

Zugleich mahnte der ANWR Schuh-Geschäftsführer, dass der schnelle Einstieg in den Onlinehandel auch schnell Rendite kosten könne. Unterhalb von Preislagen um die 50 Euro empfehle es sich nicht, Schuhe online anzubieten. Im übrigen gelte es, sehr genau zu analysieren, welche Schuhe im Internet zu welchen Preisen angeboten werden sollten. Im Schnitt kommen die ANWR-Händler auf einen Online-Umsatzanteil von 21%. Man unterstütze seine Mitglieder dabei, diesen Bereich „nachhaltig rentabel“ zu bespielen. Zu den meistgebuchten Serviceleistungen der ANWR Schuh GmbH gehöre es, so Decker, Händler dabei zu beraten, ihr Sortiment kanalspezifisch und möglichst rentabel anzubieten. Mit Qualibet verfüge man über ein optimal geeignetes Tool. Auch schuhe.de und darüber der Zugang zu verschiedenen Plattformen seien sinnvolle Möglichkeiten, um Online-Umsätze zu generieren.  
 

ANWR Großhandel: „Vermittler zwischen Industrie und Fachhandel“

 

Mit verschiedenen Angeboten baut die ANWR Schuh GmbH ihre Position als Mittler zwischen den Herstellern und den Mitgliedsunternehmen weiter aus. Man gewähre den Händlern „sicheren Zugang zu den wichtigen Sportmarken“, heißt es seitens der Verbundgruppe. Mit dem eigenen Großhandel habe man den Bedarf an Sneakern „gut abfedern“ können, erklärte Fritz Terbuyken. 
Auch verschiedene vertikale Module wie Sneakerwand und die Exklusivmarke Longo bewähren sich nach Überzeugung der Verantwortlichen. Speziall die Sneakerwand entwickele sich sehr gut und bringe den teilnehmenden Händlern nachweislich mehr Kunden in die Geschäfte. Aktuell sind 150 Wände installiert. Der Umsatzanteil dieses Moduls steige mit der Umsatzgröße des Geschäfts, so Michael Decker. Vor diesem Hintergrund habe man für Unternehmen in kleineren Umsatzgrößen eine Sneakerwand als „S-Modul“ mit etwas geringerer Artikelanzahl entwickelt. Damit sei es diesen Unternehmen möglich, betriebswirtschaftlich bessere Ergebnisse zu erzielen. 

Überblick Sneakerwand:

Klassisches L-Modell: 45 Artikel inklusive Durchlaufartikel, schlanke Erstversorgung mit einem Paar/Größe (6 Paar/Artikel), für Standorte mit Umsätzen über 700 TEUR empfohlen

Schlankes S-Modul: 30 Artkel inklusive Durchlaufartikel, Erstversorgung s.o., für Standorte mit Umsätzen von 400 bis 700 TEUR empfohlen

 

Auch ein NOS-Modul gehört zum Leistungsumfang der ANWR Schuh GmbH. „Wir lernen, wie man bestimmte Basics ganzjährig spielen kann“, erklärte Fritz Terbuyken. Das Thema soll in Summe weiter ausgebaut werden. Mit der Eigenmarke Longo und der Marke Xti will die Verbundgruppe auch den Exklusivmarkenbereich weiter ausbauen. Speziell Longo habe sich als „Umsatzgenerator" entwickelt, so Fritz Terbuyken. Man schaffe damit eine klare Abgrenzung zum Wettbewerb. Für Longo wird neu ebenfalls ein vertikales Modul angeboten, das 19 Modelle (neun Artikel mit Tiefußbett und zehn Artikel mit Wechselfußbett) umfasst und automatisch nachbestückt wird. Der Händler wählt mindestens fünf Artikel zur automatisierten LIeferung aus, mindestens sechs Paar pro Modell, wobei die Größen frei wählbar sind. Zugang zu diesem Modul haben Händler von ANWR und Garant. 
 

Messen: Konzept hat sich bewährt

 

Hinsichtlich der Informations- und Orderveranstaltungen in Mainhausen sehen die Verantwortlichen das bestehende Konzept bestätigt. Die Campus First mit einem ersten Überblick über neue Modethemen wird in der kommenden Saison am 4. und 5. Februar und damit wieder Dienstags und Mittwochs stattfinden. Bei der Campus Second will man an der Tagesfolge festhalten. Eine Neuerung gibt es im Namen der ANWR Order Fashion Days. Hier liegt der Fokus auf modischen Marken. Die ANWR Order Sport wiederum ist wichtig für Sneaker bzw. für den Sportbereich. 
 

Neues Konzept für Komfortschuhe

 

Als Ergebnis einer Formatanalyse präsentiert die Mainhausener Verbundgruppe ein neues Konzept für Komfortschuhe, das mit 20 Händlern getestet wurde. Es zielt auf die Generation 50+, die modebewusst, service- und beratungsorientiert sei. Das Konzept „Comfort & Trendschuh“ umfasse die intensive Begleitung der teilnehmenden Händler im Hinblick auf Ware, Personal, Service und Marketing. Ein eigener Ladenbau oder die Erweiterung als Franchise-Konzept sind allerdings nicht vorgesehen. Michael Decker erklärt: „Vor allem kleinere Geschäfte, die bislang noch Damen- und Herrenschuhe anbieten und über eine Kinderschuhabteilung verfügen, können sich im Bereich Komfortschuhe profilieren.“ Die bislang teilnehmenden Händler verzeichneten laut Decker Umsatzzuwächse um bis zu 15%. Die Verbundgruppe berät teilnehmende Händler bei der Einrichtung des Konzepts. Geplant ist in Zukunft auch die Möglichkeit einer Laufanalyse und das Angebot von orthopädischen Einlegesohlen.


„Chefinfo“ mit Zahlen und Analysen

 

Mit einem neuen Panel will die ANWR interessierten Händlern konkrete Zahlen für ihre Arbeit an die Hand geben. Die „Chefinfo" als neues Format biete umfangreiche Informationen hinsichtlich Bestseller-Artikeln, Durchschnittspreisen, Abverkaufszahlen etc. 245 Filialen melden aktuell ihre Ergebnisse in das Panel. Diese Zahlen werden für die „Chefinfo" aufbereitet, so dass die teilnehmenden Händler einen hilfreichen Überblick erhalten. Das Format soll weiter ausgebaut werden. 
Neu ist auch ein Angebot zum Strategiecheck, den die ANWR Group ihren Händlern dringend empfiehlt. Am 30. Oktober soll in Mainhausen ein Strategietag stattfinden, der im Rahmen von Workshops den Händlern hilfreiche Impulse geben soll. Im Rahmen einer Podiumsrunde unter dem Motto „Von der Praxis für die Praxis“ sollen Händler die Möglichkeit haben, mit Experten zu diskutieren. Ein Vortrag von Prof. Dr. Dirk Funck soll zudem erklären, wie Unternehmen überhaupt eine Strategie für sich definieren können. 

 

Ausblick: „Es steht 1:0"

 

Was den Verlauf der F/S-2019-Saison und die Erwartungen an die kommenden Monate angeht, zeigt man sich in Mainhausen zuversichtlich. Viele Händler hätten in der Sommersaison erfolgreich Lagerbestände abgebaut. Basics seien gut abgeflossen; der Sneakeranteil bleibe hoch, so Fritz Terbuyken. „Wir gehen nicht mit einem Minus ins zweite Halbjahr – es steht 1:0“, so Terbuyken. Die Herbst/Winter-Saison sei bereits gut gestartet; „die Saison könnte gut werden, wenn ein richtiger Herbst kommt.“
Für F/S 2020 sieht man bei der ANWR viel Farbe, einen insgesamt zunehmenden Anteil an offener Ware und einen weiterhin hohen Sneakeranteil. 

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Petra Steinke / 21.08.2019 - 09:00 Uhr

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