Initiative zur Vermeidung von Schadstoffen

ARD-Sendung testet Schuhe – CADS-Initiative reagiert

Am 24. Mai berichtete das ARD-Verbrauchermagazin ’Markt‘ über Tests von Schuhen auf mögliche Schadstoffbelastung. Im Fokus standen dabei Chrom VI sowie Amine, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Die CADS-Initiative übte Kritik an der Bewertung der Ergebnisse.

Wie in der Sendung ’Markt‘ berichtet wird, habe man in der Vergangenheit „immer wieder Chrom VI in Leder gefunden: 2006, 2009 und 2014.“ Nun wolle man erneut nach Schadstoffen in den Produkten verschiedener Schuhhersteller suchen.Gekauft wurden dafür je fünf Paar Damen- und Herrenschuhe von unterschiedlichen Anbietern. Untersucht wurden die Schuhe im Bremer Umweltinstitut auf Chrom VI und aromatische Amine. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Weder wurde Chrom VI gefunden, noch konnten andere verbotene Stoffe nachgewiesen werden. Alle getesteten Modelle entsprachen demnach den gesetzlichen Vorgaben. In der Sendung folgte auf diese an sich guten Ergebnisse die Frage: „Reicht das?“ Herangezogen wurden dann die Vorgaben des IVN Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft, dessen Grenzwerte für bestimmte Stoffe in Leder strenger sind als die gesetzlichen Regelungen. Lediglich drei getestete Schuhe entsprachen den Richtlinien des IVN. Andere Marken lagen teils deutlich über dem IVN-Grenzwerten. In der Sendung wurde nach diesem Ergebnis angeregt, strengere gesetzliche Grenzwerte einzuführen. 

 

CADS: „Bewertung sachlich nicht nachvolllziehbar“

 

Die Initiative CADS bezieht in einer Mitteilung Stellung zum Tenor der Sendung: Man begrüße die Tatsache, dass sich ein Verbrauchermagazin mit der Schadstoffthematik von Schuhen beschäftigt. Jedoch sei die zu Grunde gelegte Bewertung sachlich nicht nachvollziehbar.„Anilin und p-Phenylendiamin sind chemische Bausteine zur Herstellung einer Vielzahl an Farbstoffen“, heißt es in der Mitteilung. „Diese Farbstoffe können z.B. zum Färben von Leder und Textilien verwendet werden. In den Farbstoffen kommen Anilin und p-Phenylendiamin in gebundener Form vor, d.h. sie liegen nicht frei vor, sondern sind im Farbstoff fest verankert. Im Allgemeinen geht von Anilin und p-Phenylendiamin in gebundener Form keine Gefahr für die Gesundheit aus.“ Die Wahl der Nachweismethode sei ein entscheidender Faktor zur Beurteilung der Ergebnisse, so CADS weiter. Nach Informationen des WDR sei der Nachweis mit den derzeit gültigen Methoden zur Bestimmung von Azo-Farbstoffen durchgeführt (DIN EN ISO 17234) worden. Bei den so ermittelten Werten handele es sich nicht ausschließlich um frei vorliegendes Anilin bzw. p-Phenylendiamin, da bei diesen Methoden eine reduktive Spaltung der Azofarbstoffe durchgeführt werde, das heißt die Farbstoffe würden für den Nachweis mit einem aggressiven Reagenz zerstört und dadurch in ihre Bausteine zerlegt. Die so ermittelten Gehalte stellen laut CADS immer die Summe an eventuell frei vorliegendem und fest gebundenem Anilin bzw. p-Phenylendiamin dar. Um aber ausschließlich den Gehalt an freiem Anilin und p-Phenylendiamin zu ermitteln, müsste nach Einschätzung der Initiative die Normmethode DIN EN ISO 17234 zunächst ohne vorherige reduktive Spaltung durchgeführt werden. Werde hierbei freies Anilin und p-Phenylendiamin gefunden, sollten weitere Tests zur Ermittlung der unter physiologischen Bedingungen frei migrierbaren Anteile an Anilin und p-Phenylendiamin erfolgen. Manfred Junkert, Geschäftsführer von CADS – Cooperation at DSI, bedaure, dass die Redaktion des WDR sich nicht zuvor mit der Organisation CADS in Verbindung gesetzt hat, um ein neutrales Ergebnis zu erzielen, heißt es weiter.

Petra Salewski / 31.05.2017 - 10:05 Uhr

Weitere Nachrichten