Premiere auf der Simac

Atom Lab zeigt vollautomatisierte Schuhherstellung

Dr. Jörg Tillack (rechts) und Lukas Breuers, Digitaldruck-Spezialisten bei Covestro (Foto: Covestro)
Dr. Jörg Tillack (rechts) und Lukas Breuers, Digitaldruck-Spezialisten bei Covestro (Foto: Covestro)

Der Forschungs- und Innovationsbereich des Schuhmaschinenherstellers Atom, Atom Lab, zeigt auf der Simac Tanning Tech Fachmesse in Mailand erstmals einen vollautomatisierten Prozess für die Schuhproduktion.

Während der dreitägigen Simac Tanning Tech Fachmesse (20. bis 22. Februar 2018) stellt Atom Lab an seinen Stand in Halle 14 einen vollautomatisierten Prozess für die Schuhproduktion vor. Stand-Besucher können sich 3D-gedruckte Sohlen und Obermaterialien aussuchen und sich daraus individuell Schuhe fertigen lassen.

Da die Verklebung der Laufsohle mit dem Schuhobermaterial der technisch anspruchsvollste Schritt sei, hat Covestro eine Lösung entwickelt, die auf Polyurethan-Rohstoffen für Klebstoffe, welche mittels Digitaldruck auf der Außensohle oder dem Obermaterial aufgebracht werden können.

Digitaldruck von Klebstoffen

Für die Applikation verwendet Atom Lab eine Variante des Schmelzschichtverfahrens (Fused Filament Fabrication, FFF, oder Fused Deposition Modeling, FDM). Bei diesem Verfahren kommen laut Covestro Stränge schmelzfähiger Klebstoffe – so genannte Filamente – zum Einsatz, die aufgeschmolzen werden. Die Klebstoffschmelze wird nach einem vorgegebenen digitalen Druckbild aufgebracht. Sohle und Obermaterial werden anschließend unter Druck gefügt.

Wie Covestro berichtet verlaufe die Applikation unter Verwendung von Klebstoff-Filamenten schnell und effizient. Sie sei darüber hinaus sehr präzise und reproduzierbar und auch für saugende Substrate gut geeignet. Durch den Einsatz des festen Filaments werde zum Beispiel keine Trocknung benötigt. Der Klebstoff zeichne sich durch eine hohe Anfangsfestigkeit aus. Da der Auftrag aus der Schmelze erfolgt, sei der Klebstoff bereits aktiviert. Bei genügend langer offener Zeit könne daher auf eine Wärmeaktivierung vor dem Verpressen verzichtet werden. Insgesamt lassen sich somit zwei Prozessschritte einsparen, heißt es Seitens von Covestro.

Breite Erfahrung in der additiven Fertigung

Bei der erarbeiteten Technologie- und Materiallösung kam Covestro seine Erfahrung in der additiven Fertigung zugute. Das Unternehmen beschäftigt sich mit den gängigen Druckverfahren und entwickelt zurzeit ein breit gefächertes Sortiment an Materialien. Dazu gehören auch Filamente und Rohstoffe für das FFF-Verfahren, das bisher vor allem im Rapid Prototyping eingesetzt wird.

Polyurethan-Klebstoffe haben sich in der Schuhherstellung bestens bewährt. Sie sind gut zu verarbeiten und ergeben flexible und gleichzeitig starke und haltbare Klebeverbindungen mit hoher Stoßfestigkeit. Covestro bietet ein umfangreiches Programm an Rohstoffen für ein- und zweikomponentige Klebstoffe, die oft in enger Zusammenarbeit mit Formulierern entwickelt werden.

Michael Frantze / 19.02.2018 - 13:15 Uhr

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