Ausbildungsmarkt

Ausbildbungsplätze im Einzelhandel bleiben begehrt

Stefan Genth
Stefan Genth

Der Einzelhandel in Deutschland stellt laut den aktuellen Ausbildungsmarktzahlen der Bundesagentur für Arbeit die meisten Ausbildungsplätze. Das berichtet der Handelsverband Deutschland (HDE).

Bereits zu Beginn des Berichtsjahres 2018/19 haben die Handelsunternehmen in Deutschland knapp 27.200 Stellen für die Ausbildung Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel und gut 16.700 Ausbildungsstellen zum Verkäufer bzw. Verkäuferin angeboten. Damit belegten die beiden Kernberufe des Einzelhandels die ersten beiden Plätze aller angebotenen Ausbildungsstellen der rund 330 anerkannten Ausbildungsberufe. 

 

„Die Branche nimmt ihre Verantwortung für die Ausbildung junger Menschen ernst und baut ihr Angebot stetig weiter aus. Bewerber haben gute Chancen einen Ausbildungsplatz im Handel zu bekommen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Außerdem wächst nicht nur die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen, sondern auch das Angebot an Berufen im Handel: Seit August 2018 gibt es den neuen Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce. Damit will der Handel seinen Nachwuchs systematisch und qualifiziert auf eine Karriere im Online-Handel vorbereiten. Mit knapp 1.400 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen für das erste Ausbildungsjahr wurden bereits alle Erwartungen an den neuen Beruf übertroffen. „Wir erwarten in diesem Jahr noch deutlich mehr Stellenangebote und Bewerber. Der Beruf Kaufleute im E-Commerce wird die Erfolgsgeschichte der stark ausbildenden Handelsbranche fortsetzen“, so Genth weiter.

 

Karriere mit einer abgeschlossenen Lehre ist im Einzelhandel der Regelfall. Mehr als 80% der Führungskräfte haben laut dem HDE ihren Werdegang mit einer Ausbildung begonnen. Trotzdem hätten die Handelsunternehmen in den letzten Jahren zunehmend Probleme, alle ihre Ausbildungsstellen mit passenden Bewerbern zu besetzen. Der HDE fordert deshalb mehr Wertschätzung für die berufliche Bildung ein: „Die guten Entwicklungschancen, die eine duale Berufsausbildung bietet, müssen noch mehr in den Vordergrund rücken. Der Schwerpunkt darf nicht immer nur auf eine immer höhere Akademikerquote gelegt werden“, so Genth weiter. Die berufliche Bildung müsse insgesamt gestärkt werden und in allen allgemeinbildenden Schulen – auch den Gymnasien – solle eine umfassende Berufsorientierung erfolgen, die Karrierewege mit einer Ausbildung aufzeigt. Vor allem sollten Hochschulzugangsberechtigte auf die erfolgreichen Abiturientenprogramme im Handel hingewiesen werden, bei denen innerhalb von drei Jahren bis zu drei Abschlüsse erreicht werden können und die mit einer verkürzten Aus- und Fortbildung sowie dem Ausbilderschein in kurzer Zeit zur Führungskraft qualifizieren.
 

Michael Frantze / 07.03.2019 - 14:24 Uhr

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