Mode der 60er-Jahre

Ausstellungstipp: ’68 – Pop und Protest‘

Ronald Traeger (1936-1968), Twiggy 1966, © Tessa Traeger
Ronald Traeger (1936-1968), Twiggy 1966, © Tessa Traeger

Das MKG Hamburg zeigt ab Mitte Oktober eine große Ausstellung über die 68er-Bewegung. Dabei wird auch die Funktion der Mode als Ausdrucksform des Protests erläutert. 

In der Ausstellung ’68 – Pop und Protest‘ werden Bilder, Filme, Texte und Musik der Epoche zu einem komplexen Stimmungsbild vereint. Insgesamt sind rund 200 Objekte zu sehen, darunter Musikinstallationen, Mode, Filme, Fotografien, Plakate, Objekte und Raum-Ensembles. 

Das MKG in Hamburg möchte so zeigen, was die Menschen im Jahr 1968 bewegt hat: Das Bewusstsein für die eigenen Rechte und für die Möglichkeit, sie öffentlich in Form von Protest und Aufbegehren zu vertreten.

Mode als Ausdruck von Protest

Der Mode kommt in diesem Zusammenhang eine wichtige Beudeutung zu. Denn die Kleidungsstile der 68er-Generation drücken mehr aus als nur den modischen Geschmack. Mode wird zum politischen Statement. Elemente der Hippie- und Ethnokleidung, zweckentfremdete Uniformteile oder ungewohnt freizügige Mode stellen die Konventionen der Gesellschaft auf die Probe. In vielen Familien der 1960er Jahre entfaltet sich der Generationenkonflikt am Minirock, der der Modedesignerin Mary Quant zugeschrieben wird.

Die Protestmode wandert nach und nach von der Subkultur in den Mainstream. Ursprünglich als Werbemittel der Papierindustrie gedacht, lösen 1966 Papierkleider Begeisterung in den USA und in Europa aus. Die günstigen Minis in A-Linie werden von Frauenzeitschriften vertrieben und 1968 im US-Wahlkampf als Werbeträger eingesetzt. Als Poster Dresses, gestaltet vom britischen Grafikdesigner Harry Gordon, werden sie zum Symbol der neuen schnelllebigen Modewelt und stehen für die zunehmende Bedeutung von Pop-Art und Popkultur.  

Die modische Avantgarde interessiert sich für die soziale Funktion von Mode. Entwürfe wie der Business-Hosenanzug für die Frau von Yves Saint Laurent und Rudi Gernreichs Unisex-Bademode spiegeln die sich wandelnde Gesellschaft, hinterfragen Geschlechterordnungen und propagieren den unverkrampften Umgang mit Körperlichkeit und Sexualität.

Zu den an derAusstellung beteiligten Künstlern gehören unter anderem: Pierre Cardin, Harun Farocki, Rainer Werner Fassbinder, Jimi Hendrix, Dennis Hopper, Jean-Luc Godard, Yves Saint Laurent, Paco Rabanne, The Mamas & The Papas, The Who, Valie Export und Andy Warhol. 

’68 – Pop und Protest‘ ist vom 18. Oktober bis zum 17. März im MKG in Hamburg zu sehen. 

Weitere Infos finden Sie hier 

Kristina Schulze / 10.10.2018 - 10:50 Uhr

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