Rechtsstreit

Balenciaga Duftbäumchen sorgt für Konflikt

Dieser Schlüsselanhänger in Form eines Duftbäumchens sorgt für einen neuen Rechtsstreit gegen Balenciaga. (Foto: Balenciaga)
Dieser Schlüsselanhänger in Form eines Duftbäumchens sorgt für einen neuen Rechtsstreit gegen Balenciaga. (Foto: Balenciaga)

Balenciaga ist dafür bekannt, günstige Alltagsgegenstände aufzugreifen und sie als gehypte Mode-Objekte zu inszenieren. Prominentes Beispiel: Der blaue Ikea-Shopper ’Frakta‘. Jetzt folgte ein Schlüsselanhänger im Design des baumförmigen Auto-Erfrischers und zieht einen Rechtsstreit nach sich.

Demna Gvasalia ist der Creative Director von Balenciaga. Er steckte hinter dem berühmten Ikea-Lookalike, das für Schlagzeilen sorgte und von Mode-Liebhabern gefeiert wurde. Während das Original zu einem Cent-Betrag bei dem schwedischen Möbelunternehmen mitgenommen werden konnte, wurde für das Pendant des High-End-Labels eine stolze Summe von 2000 Euro verlangt. Im Jahr 2017 folgte ein ähnlicher Clou: Eine Umhängetasche in den Farben Weiß, Gelb und Blau. Mit dem blauen Slogan ’The Power of Dreams‘ und dem Balenciaga-Logo erinnerte das Design an die Plastik-Taschen von Edeka. Die Edeka-Tüte setzt auf die Werbe-Zeile ’Wir lieben Lebensmittel‘, ordnet aber alle Motive ähnlich an wie das Luxus-Pendant von Balenciaga.

Der Hype um Balenciaga wurde noch größer, als der Sneaker ’Triple S‘ den Markt ins Seufzen versetzte. Mit den bulligen Schuhen in verwaschenen Farben wurde der neue Trend ’Dadcore‘ geboren.

Jetzt hat sich Demna Gvasalia aber anscheinend (erneut) zu weit aus dem Fenster gelehnt, denn die neuen Schlüsselanhänger des Labels sehen den weltweit bekannten Duftbäumchen, die zahllose Autospiegel zieren und die Luft im Wageninneren erfrischen sollen, verblüffend ähnlich. Die Farbauswahl ist nahezu identisch mit dem der Car-Freshener, ebenso die Tannenbaum-Silhouette. Nur Logo und Preis unterscheiden sich maßgeblich vom Original. 195 Euro müssen für den Anhänger von Balenciaga über die Ladentheke wandern ­– seinen Design-Vater gibt es bereits für 3 Euro zu kaufen.

Das Unternehmen hinter den Duftbäumchen ’Car-Freshener‘ hat jetzt gegen die Design-Kopie des Labels geklagt. Befürchtet wird Verwechslungsgefahr mit den baumförmigen Luft-Erfrischern, die bereits seit dem Jahr 1952 in eben diesem Look verkauft werden.

Der aktuelle Rechtsstreit setzt die Kritik am Copy-and-Paste-Vorgehen des Kreativdirektors fort: Schon im vergangenen Jahr zog ein Souvenir-Großhändler wegen einer Markenrechtsverletzung vor Gericht. Tasche und Geldbörse der spanischen Luxus-Marke hatten hierbei zu große Ähnlichkeit mit New-York-Merchandise-Artikeln.

 
Sarah Amadio / 24.10.2018 - 15:31 Uhr

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