Neuer Messerhythmus – neue Ordertermine

Branche diskutiert Saisontaktung

Schuhhandel und -industrie analysieren die Pläne der ANWR, einhergehend mit einem neuen Messerhythmus eine neue Taktung der Order und der Einsteuerung neuer Ware einzuführen. Es gibt viel Zuspruch, aber auch Bedenken.

Viel wurde auf und auch nach der Messe First in Mainhausen über die Pläne der ANWR diskutiert. Dabei stand für die meisten Marktteilnehmer fest, dass eine neue Taktung durchaus sinnvoll ist. So heißt es bei Tamaris laut einer Mitteilung er ANWR, eine stärkere Berücksichtigung von Lieferfenstern passe in die strategische Ausrichtung des Kollektionsaufbaus. Auch Unternehmen wie Ecco, Paul Green, Skechers, Bugatti, Ricosta und Bullboxer sprechen sich nach Angaben der ANWR für die neuen Quartalsmessen aus.

Auf schuhkurier-Nachfrage unterstreicht auch Andreas Schaller, Geschäftsführer Lloyd: „Wir müssen es wieder schaffen, zu einem Zeitpunkt am Markt zu sein, zu dem es möglich ist, die Ware regulär zu verkaufen. Das ist schwer genug, aber für die Zukunft dringend notwendig.“ Eine neue Saisontaktung setze allerdings nicht nur die verbale Willensbekundung der großen Anbieter voraus, sondern die tatsächliche Umsetzung, betont Schaller. Auch bei Ara gibt es ’grünes Licht‘ für die Pläne der ANWR, „weil wir, zumindest was den modischen Bereich angeht, im Vergleich zur Bekleidungsbranche und den Sportschuhherstellern schon noch anders ’getaktet‘ sind“, erklärt Vorstandsmitglied Stefan Frank. Eine Annäherung an den Textilbereich wäre daher sinnvoll, “insbesondere um näher an den Verkaufszeitraum zu rücken und dem Handel genügend Spielraum zu geben, um die Sortimente saisonaler einzusteuern und die Warenbilder attraktiver zu gestalten.“

 

„Im November nicht besser informiert als im August“

 

Es gibt allerdings auch Unternehmen, die aufgrund ihrer Leadtimes um die richtigen Liefertermine fürchten. Wenn erst im November Aufträge für Frühjahr/Sommer platziert werden, ist diese Ware frühestens Ende März verfügbar – das könnte zu spät sein, so das Argument. Und: „Im November weiß der Händler auch noch nicht besser als im August, welche F/S-Themen die Renner sind“, brachte es ein Marktteilnehmer auf den Punkt.

Der BDSE unterstreicht: „Vier Liefertermine pro Saison und die Möglichkeit zur Einzelpaar-Nachbelieferung wären sehr hilfreich. Hier sind Industrie und Handel gleichermaßen gefordert. Denn gestaffelte Liefertermine der Schuhkollektionen müssen bei den Einkäufern auch in deren Orderplanung und eine zeitliche Limitverteilung einfließen. Das passiert sicher noch zu wenig.“ So müsse sich auch der Handel intensiver um eine Entzerrung der Einkaufsbudgets und – damit oftmals gekoppelt – der Wareneingänge bemühen.

Weitere Statements aus der Branche lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 33/2017

Petra Salewski / 16.08.2017 - 10:27 Uhr

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