Virtuelle Produktion

Caprice investiert in Deutschland und Asien

Der Schuhanbieter Caprice will sich neu ausrichten und seine Position als „innovativer Schuhproduzent“ stärken. Dabei soll Pirmasens eine wichtige Rolle spielen. Ein siebenstelliger Betrag wurde in Technik und Modernisierung investiert.

Der Hauptsitz des Unternehmens in der Schuhstadt soll demnach „Schnittstelle zwischen einzelnen Produktionsstandorten in Asien und Europa“ werden, teilt das Unternehmen mit und gibt außerdem für das Ende Mai ablaufende Geschäftsjahr „Rekordzahlen bei Umsatz und Absatz“ bekannt. Konkretere Angaben hierzu gibt es jedoch nicht.

Den Kern der Modernisierung des Gebäude-Komplexes in Pirmasens bilde, so Caprice, ein neu errichtetes Technologie- und Schulungszentrum, das es ermöglichen soll, die Produktion von Schuhen entlang der internationalen Wertschöpfungskette live zu verfolgen.

 

Neuer Technikbereich am Standort Pirmasens

 

Mit Gesamtinvestitionen im siebenstelligen Bereich wolle man in Pirmasens die Weichen für die kommenden Geschäftsjahre stellen, teilt das Wortmann-Tochterunternehmen mit. Neben einer Umgestaltung des Eingangsbereich des Unternehmenssitzes wurde auch in einen neuen Technikbereich investiert. Dieser soll zum „Knotenpunkt zwischen den Modellabteilungen und den Produktionen im In- und Ausland“ werden. Einzelne und bisher voneinander getrennte Arbeitsbereiche sollen somit noch näher zusammen rücken und gezielt aufeinander abgestimmt werden. Weitere Investitionen flossen laut Caprice in den Maschinenpark und die Anschaffung innovativer 3D-Drucker und -Scanner. Mithilfe dieser Technologie sollen digitale Modelle von Sohlen und Absätzen direkt vor Ort gestaltet und Prototypen erstellt werden.

Auf einer zweiten Ebene in der Fertigungshalle wurde zudem eine gläserne Schulungsplattform geschaffen, welche es ermöglichen soll, den gesamten Produktionsablauf von oben in seinen einzelnen Schritten zu verfolgen. Die Schulungsplattform verfügt über eine Kapazität von 40 Plätzen und wurde nach Unternehmensangaben mit modernster Kommunikations- und Informationstechnologie ausgestattet. Ein speziell entwickeltes LED- Lichtkonzept soll den Schulungsteilnehmern alle Produktionsschritte visuell näherbringen. Die Steuerung der Lichtanlage soll mit Hilfe einer eigens entwickelten App erfolgen und situationsabhängig angepasst werden können. Eine an der Hallendecke befestigte 8 qm große LED-Videowand bietet laut Caprice zudem die Möglichkeit, sich mit allen internationalen Produktionsstandorten zu vernetzen und die Schuhfertigung visuell direkt vor Ort zu erleben. Die einzelnen Fabriken, die für die Live-Schaltungen mit High-Speed-Anschlüssen und modernstem Video-Equipment ausgestattet wurden, sollen dadurch zu einer verlängerten Werkbank der Unternehmens- zentrale werden, von der aus die gesamte Bandbreite der Produktion veranschaulicht werden kann.

 

Schulungskonzept für Caprice-Mitarbeiter

 

Mithilfe des neuartigen Schulungskonzeptes sollen, so die Planung bei Caprice, eigene Führungs- und Nachwuchskräfte sowie Schuhhändler und deren Verkaufspersonal besser aus- und weitergebildet werden. Gleichzeitig bestehe ein unmittelbarer Kontakt zum technischen Personal vor Ort. „Technische Probleme können noch im laufenden Produktionsprozess interaktiv zwischen der technischen Leitung in Pirmasens und den deutschen Technikerteams in den Fabriken erörtert und gelöst werden. Die dadurch entstehende Einsparung von Zeit und Geld wird signifikant sein“, so der geschäftsführende Gesellschafter Jürgen Cölsch. „Die Live-Schaltung zu den Produktionsstandorten in Asien und Europa gewährt den Schulungsteilnehmern proaktiv Einblicke in die hohen lokalen Arbeits- und Sozialstandards“, so Cölsch. 

In Verbindung mit der Modernisierung am Hauptsitz in Pirmasens wurden weitere Investitionen an den Produktionsstandorten in Myanmar und Pakistan getätigt. Beide Fertigungsstätten wurden hin zur autarken Stromversorgung umgerüstet. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es in diesen Ländern wiederholt zu Engpässen in der öffentlichen Energieversorgung kam, welche die laufenden Produktionsabläufe behinderten. Darauf haben Caprice und ihre Produktionspartner nun reagiert“, so Cölsch. Für die Flagship-Factory in Pakistan wurde in Kooperation mit einem Partner vor Ort ein 12.000 qm großes Solarfeld mit über 3.000 Paneelen auf dem firmeneigenen Areal erbaut. Hierbei handelt es sich nach Unternehmensangaben um die größte Photovoltaikanlage zur industriellen Nutzung in ganz Pakistan. Die Anlage soll im September von Jürgen Cölsch, den pakistanischen Partnern und der deutschen Botschafterin in Betrieb genommen. Caprice-Schuhe sollen damit in Pakistan ausschließlich mit Sonnenenergie gefertigt werden.In Myanmar wurden Hightech-Generatoren angeschafft, die unabhängig vom öffentlichen Netz die dortige Produktionsstätte mit über 1.000 Beschäftigten mit Strom versorgen. „Sowohl Pakistan als auch Myanmar sind aufstrebende Produktionsländer. Durch die Investitionen in die Infrastruktur dieser Produktionsstätten stellen wir sicher, dass Wettbewerbsvorteile generiert werden. Hierdurch können wir unseren Kunden kurze Lieferzeiten, ein hervorragendes Preisniveau sowie eine gleichbleibend hohe Qualität garantieren. Jede unserer Fabriken befindet sich hinsichtlich Qualität und Arbeitsbedingungen schon heute auf europäischem Niveau. Diese Bereiche werden auch in Zukunft Schwerpunkt unserer Investitionen sein“, so Jürgen Cölsch.

Petra Salewski / 31.05.2017 - 10:12 Uhr

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