Interview

China will mehr

Nach Angaben der chinesischen Handelskammer CCCLA sind die Schuhexporte aus China im ersten Halbjahr 2017 gestiegen. schuhkurier sprach mit Zhang Jie, Vize-Präsident von CCCLA.

Wie hat sich die chinesische Schuhindustrie in den vergangenen Monaten entwickelt?
 
Nachdem die Exporte in den vergangenen Jahren stagnierten, können wir für das erste Halbjahr einen Anstieg der Schuhausfuhren um 3,8% verzeichnen. 

Zahlreiche Schuhhersteller aus China haben sich mit Unterstützung der Handelskammer Ende August auf der Messe Tag it in Düsseldorf präsentiert. Warum?

Das offizielle Ziel der chinesischen Regierung ist ein upgrade der Schuhindustrie. Die Unternehmen sollen sich vom reinen Produzenten zu Markenanbietern entwickeln. Daher auch die Präsenz in Düsseldorf. Wir wollen zeigen, dass die Schuhindustrie in China ’erwachsen’ geworden ist. Dazu gehört auch, die Vertriebswege zu erweitern. Künftig soll China nicht mehr allein für große Mengen stehen, sondern ebenso für hohe Qualität.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die Industrie in China?

In erster Linie haben die steigenden Löhne dazu geführt, das einige Unternehmen ihre Schuhfabriken in andere Länder verlagert haben. Aber dennoch ist und bleibt China der mit Abstand größte Schuhproduzent der Welt. Die höheren Arbeitskosten haben im Übrigen dazu geführt, dass viele Firmen verstärkt in Automation bzw. moderne Maschinen investieren. Das erhöht die Qualität und die Zuverlässigkeit – eine sehr positive Entwicklung. 

Welchen Stellenwert genießt das Thema Nachhaltigkeit?

Einen sehr großen. Die Schuhindustrie ist hier ein Teil einer umfassenden Kampagne der chinesischen Regierung, den Einfluss der Wirtschaft auf die Umwelt zu verringern. So wurden hier bereits einige wichtige Maßnahmen eingeleitet. Letztendlich ist es unser Ziel, den Kunden einen besseren Schuh zu liefern. 

Helge Neumann / 07.09.2017 - 11:43 Uhr

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