Asphaltgold in Darmstadt

Daniel Benz: „Online ist kein Ersatz“

Daniel Benz
Daniel Benz

Daniel Benz und sein Store Asphaltgold in Darmstadt sind aus der deutschen Sneakerszene nicht mehr wegzudenken. Im Interview mit schuhkurier spricht er über seinen zweiten Laden, Social Media und Nike.

In einer Rangliste der erfolgreichsten deutschen Handelsunternehmen auf Instagram tauchte vor kurzem auch Asphaltgold auf. Wie ist es gelungen, in einer Liga mit Zalando zu spielen?

Seit 2008 bespielen wir leidenschaftlich unsere Social-Media-Kanäle. Speziell unsere Kompetenz in Sachen Turnschuhkultur und die entsprechende Ästhetik haben uns hier besonders auch bei Instagram schnell wachsen lassen. Wir versuchen innovativ zu bleiben und waren weltweit einer der ersten Shops, der  Sneaker auch am Fuß, draußen auf der Straße inszeniert hat. Heute macht das im Prinzip jeder Store.

Wie wichtig sind Instagram und Facebook als Frequenzbringer für den Onlineshop und die Stores in Darmstadt?

Enorm wichtig! Beide Kanäle sind in unserer Kernzielgruppe komplett etabliert, und ein Lifestyle-Produkt passt perfekt in dieses Format.

Wie hoch ist der Aufwand, mit dem die verschiedenen Social Media Kanäle betrieben werden?

Ein gewisser Aufwand ist gegeben, keine Frage. Mehrere Kollegen arbeiten Vollzeit dafür. Kreativprozesse und operative Aufgaben machen eben viel Arbeit. Natürlich haben wir inzwischen aber auch eine gewisse Routine.

Gibt es auch Kooperationen mit Influencern?

Bislang nur bedingt. Künftig wollen wir diesen Bereich aber verstärken. Hier muss es zwischen Influencer und Asphaltgold einfach passen. Wir sehen uns im Übrigen jedoch selbst als meinungsbildende Instanz.

Warum wurde kürzlich ein zweiter Laden in Darmstadt eröffnet?

Das Sortiment ist stark gewachsen, nicht nur bei Sneakern, sondern auch im Bereich Premium-Streetwear. Unsere Ladenfläche am Friedensplatz kam dabei stark an ihre Grenzen. Über den neuen AGC Store haben wir jetzt die Möglichkeit, das Sortiment zu splitten und der Ware wieder Luft zum Atmen zu geben.

Hat der stationäre Handel eine Zukunft? 
 

Unbedingt! Ein stationärer Sneakerstore hat etwa gegenüber einer Videothek klare Vorteile. Vor allem dann, wenn die Physis einen Produktes einen wichtigen Stellenwert hat, ist der stationäre Verkauf nicht wegzudenken. Textilien und Schuhe müssen sich gut anfühlen und natürlich auch passen. Bei Schuhen kommt oftmals noch einiges an Storytelling dazu. Hier kann Online nicht den kompletten Job erledigen.   

Wer hat aktuell die Nase vorn: Adidas oder Nike?

Adidas ist aktuell etwas innovativer bei Produkt und Marketing. Nike ist aber wieder stark am Drücker und hat zusätzlich ein ebenso starkes Archiv, welches künftig wieder mehr zum Tragen kommen wird.

Was wird Deiner Meinung nach ’the next big thing‘ im Sneaker-Bereich?

Ich denke, dass sich weiterhin die beiden Stränge Retro und Innovation entwickeln werden und es hoffentlich auch immer wieder zu spannenden Kombinationen  kommt. Das 90s-Thema ist noch nicht erledigt. ’Bulky‘-Silhouetten aus Running und Basketball sind bei modischen Kunden weiter gefragt. 

Helge Neumann / 23.08.2017 - 09:27 Uhr

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