Warenhäuser

Der Deal steht: Karstadt und Kaufhof fusionieren

Die Fusion der Warenhaus-Unternehmen Karstadt und Kaufhof ist fix: Die beiden Eigentümer, die kanadische HBC und Signa aus Österreich, haben am 11. September einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet.

Zum neuen gemeinsamen Unternehmen von Signa und HBC gehören die Galeria Kaufhof GmbH, die Karstadt Warenhaus GmbH, das gesamte Einzelhandelsgeschäft von HBC Europe (Saks OFF 5TH, Galeria Inno in Belgien, Hudson‘s Bay in den Niederlanden) sowie auch Karstadt Sports und der gesamte Lebensmittel- und Gastronomiebereich beider Unternehmen (Dinea, Galeria Gourmet, Karstadt Feinkost, Le Buffet). Es verfügt über 243 etablierte Standorte in Innenstadtlagen Europas und beschäftigt insgesamt 32.000 Mitarbeiter. Signa Retail wird 50,01% der Anteile an der Holdinggesellschaft halten und HBC 49,99%. Das neu entstehende Handelsunternehmen wird von Karstadt-CEO und Signa Retail Geschäftsführer Dr. Stephan Fanderl geleitet. Zu seinem Team gehören Führungskräfte von Galeria Kaufhof und Karstadt. Zudem werden die E-Commerce-Plattformen galeria-kaufhof.de, saks-off-5th.de, inno.be, hudsonsbay.nl, dinea.de, karstadt.de, karstadt-restaurant.de, karstadt-reisen.de, hood.de, kisura.de und karstadtsports.de zusammengeführt.

Signa beteiligt sich an Immobilien

Im Rahmen der Partnerschaft erwirbt die Signa Prime Selection AG 50% am europäischen Immobilienbestand von HBC. Zu diesem Immobilienportfolio gehören zukünftig 39 Immobilien aus einem bestehenden Joint Venture von HBC in Europa sowie 18 weitere Immobilien, die sich bislang im Eigentum von Galeria Kaufhof befinden. HBC wird weiterhin 50% der Immobilien halten. Der Kaufhof-Standort in Köln und das Carsch-Haus in Düsseldorf werden zu 100% von der Signa Prime Selection AG übernommen. Die daraus erzielten Erlöse sollen in das operative Geschäft investiert und zur Rückführung der Verbindlichkeiten verwendet werden. Die entsprechenden Verträge zwischen HBC und Signa wurden bereits unterschrieben. Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden.

„Gemeinsam Herausforderungen meistern“

„Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Signa und sind zuversichtlich für die Zukunft. Diese Partnerschaft ist eine kluge und strategisch sinnvolle Entscheidung. Sie schafft für beide Unternehmen die Voraussetzungen, das Geschäft zu stärken und die Herausforderungen im deutschen Einzelhandel zu meistern“, erklärte Helena Foulkes, CEO von HBC. Sie sei überzeugt, dass es die beste Lösung für Kunden, HBC, unsere Mitarbeiter und die Stadtzentren sei, in denen wir tätig sind. „Gemeinsam werden wir uns darauf konzentrieren, die Möglichkeiten im Markt zu nutzen sowie unsere Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und sie an die sich ändernden Bedürfnisse der Kunden anzupassen“, so Foulkes weiter. „Jetzt beginnt eine Phase, die von harter Arbeit, großen betrieblichen Herausforderungen und fordernden Marktveränderungen geprägt ist. Gemeinsam können wir nun die Möglichkeiten der Digitalisierung und die Stärken des Einzelhandels in Innenstadtlagen besser nutzen als jemals zuvor“, ergänzte Dr. Stephan Fanderl, CEO von Karstadt Warenhaus und Geschäftsführer von Signa Retail.

Keine Angaben zu Stellenabbau und Standorten

Angaben zu Stellenstreichungen bzw. Standortschließungen machten die beteiligten Parteien zunächst nicht. Anfang September war in Medienberichten von einem massiven drohenden Stellenabbau im Zuge der Fusion spekuliert worden. Tausende Arbeitsplätze sollen bedroht sein. „Es ist skandalös, als Vertretung der Beschäftigten über Medien erfahren zu müssen, dass angeblich 5.000 Stellen gestrichen werden sollen“. Kaufhof habe bereits im letzten Jahr fast 1.300 Stellen gestrichen. „Wie wollen wir eine sichere Zukunft für das Unternehmen planen, wenn es immer weniger Menschen auf der Verkaufsfläche gibt“, so Hoepfel. Der Karstadt-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl erklärte: „Es geht hier um Menschen. Wir erwarten, dass man mit unseren Kolleginnen und Kollegen verantwortlich umgeht.“

Michael Frantze / 11.09.2018 - 10:24 Uhr

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