E-Commerce und mehr

Diese Amazon-Projekte sollten Sie kennen

Vom Social Media Kanal über Logistik bis hin zur eigenen Fabrik – was plant Amazon? schuhkurier stellt die wichtigsten Konzepte des Online-Riesen vor.

Amazon Spark  

 

Amazon hat für alle Prime-Kunden in den USA in der Amazon-App eine neue Funktion namens ’Spark‘ gestartet. Dabei handelt es sich im Kern um einen eigenen Social-Media Kanal, der Benutzer und Shop verbindet. User können über Spark erworbene Produkte teilen und dazu Stories, Ideen und Bilder posten. Die anderen Prime-Mitglieder können dann in Form von Kommentaren oder ’Smiles‘ reagieren. Spark kombiniert somit den gängigen Amazon Shop mit Funktionen, die man von sozialen Netzwerken wie Pinterest und Instagram kennt. Das Ziel von Spark ist es, die Interaktionen, die rund um die Produkte in sozialen Netzwerken stattfinden, in Amazons Universum zu verlagern. Um Spark zu nutzen, müssen Prime-Mitglieder zunächst persönliche Interessen auswählen, nach denen die Ergebnisse gefiltert werden. Zu diesen werden den Usern im Anschluss Bilder ausgespielt. Ist das gezeigte Produkt bei Amazon verfügbar, erscheint ein Einkaufswagen-Icon rechts oben im Bild. Mit einem Klick auf den Button können Nutzer den Artikel dann direkt beim Marktplatz-Betreiber erwerben.  

 

Amazon Echo Look  

 

Amazon kommt ins Schlafzimmer. Das E-Commerce Unternehmen hat eine erste Kamera vorgestellt, die mit dem digitalen Assistenten Alexa verbunden ist. ’Echo Look‘ soll vor allem Styling-Tipps geben. Per Sprachbefehl können Fotos und Videos aufgenommen werden. Das Gerät ist dazu mit einer 5-Megapixel-Kamera und einem LED-Licht ausgerüstet. Fotos und Videos werden in der Amazon Cloud gespeichert und mit der Echo-Look-App synchronisiert. Anschließend lassen sich die Bilder über soziale Medien teilen. Darüber hinaus bietet die App die Möglichkeit, zwei Outfits über die Funktion Style Check zu vergleichen. Dies soll mit Hilfe künstlicher Intelligenz und Experten-Empfehlungen erfolgen. In den USA ist die Amazon-Kamera mit Sprachassistentin, die rund 200 Dollar kostet, noch nicht frei verkäuflich, sondern wird bislang nur an ausgewählte Kunden geliefert.  

 

Amazon Wardrobe  

 

Das Konzept von Amazon Wardrobe ist einfach: Prime-Kunden in den USA können sich bis zu 15 Artikel zur Anprobe nach Hause liefern lassen. Anschließend haben sie eine Woche Zeit, Schuhe und Bekleidung anzuprobieren. Was nicht gefällt oder passt, kann über eine bereitgestellte Box zurückgeschickt werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern bezahlen die Kunden nur die Teile, die sie behalten. In der Regel müssen Kunden bislang meist im Voraus die Gesamtsumme bezahlen und erhalten nach der Retoure eine Erstattung. Um die Retourenquote zu senken, bietet Amazon außerdem Rabatte: Wer drei oder vier Teile behält, bekommt 10% Rabatt. Kunden, die fünf oder mehr Teile behalten, erhalten 20%. Zur Auswahl stehen rund 1 Mio. Produkte. Ob der Service nach dem Start in den USA auch in Deutschland angeboten wird, ist noch unklar.   

Amazon Dragon Boat  

 

Die Konkurrenz von Amazon kommt aus dem Osten. Plattformen wie Alibaba und Wish bringen chinesische Produzenten und Kunden weltweit zusammen. Zur Abwehr hat Amazon das Logistik-Projekt Dragon Boat gestartet. Das langfristige Ziel: Die Lieferkette zwischen China und Indien auf der einen Seite und Europa und den USA auf der anderen Seite mit einer eigenen Logistik zu kontrollieren und so das Geschäftsmodell FBA (Fulfillment by Amazon) zu stärken. Das Modell: Produzenten in Fernost liefern ihre Waren direkt an ein asiatisches Logistik-Hub von Amazon, das anschließend den Weitertransport in die Läger in Europa und die USA übernimmt. Über ’Dragon Boat‘ könnte sich Amazon zu einem relevante Player in der Logistik-Branche entwickeln. Betroffen sind jedoch vor allem auch Zwischenhändler, die bislang Fracht- und Büro- arbeiten in Verbindung mit transnationalem Handel erledigt haben. Diese Aufgaben könnte künftig Amazon übernehmen. 

 

Amazon Factory  

 

Experten erwarten, dass Amazon im laufenden Jahr zum größten Bekleidungshändler der USA aufsteigen wird. Das Onlineunternehmen hat zudem erste Eigenmarken entwickelt, unter anderem auch ein Herrenschuhlabel. Um die etablierten Prozesse in der Bekleidungs- und Schuhindustrie zu beschleunigen, hat Amazon im Frühjahr ein Patent für eine on-demand Produktionsanlage zugesprochen bekommen. Die Anlage, die Artikel erst nach der Bestellung durch die Kunden fertigen soll, beruht wesentlich auf der Verbindung aus Datenanalyse und automatisierten Produktionsprozessen. Der Ablauf: Ein Computer nimmt die Bestellungen an. Dann beginnt er mit der Herstellung. Er ordnet die Stoffbahnen an, so dass sie möglichst wenig Schnittreste hinterlassen, bedruckt die Stoffe und sorgt dafür, dass das System möglichst effizient arbeitet. Kameras sollen den Ablauf überwachen. Zu dem System gehören ein Textildrucker, eine Nähmaschine, die von einem Roboter bedient wird, und die Fertigungsstraße. Aus der Patentanmeldung geht hervor, dass Amazon das Konzept auch für die Herstellung von Schuhen einsetzen will.  

Helge Neumann / 26.07.2017 - 12:07 Uhr

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