Schuhe von A bis Z – das große Schuhlexikon

von Badedianette bis Bug(g)en

 

Badedianette, Badesandale

Leichte Pantolette, z.B. aus Gummi, PVC oder PU, mit einer V-förmigen Bandage, die vorne in einem und seitlich in zwei Löchern an der Laufsohle befestigt wird. Inzwischen hat dieser Schuhtyp ein modisches Revival in zahlreichen Materialien und Varianten erlebt. Weitere Bezeichnungen: Zehentrenner, Zehengreifer. Nicht universell angewendet werden darf die Bezeichnung Flip-Flop für diesen Schuhtyp, da es sich hier um eine Marke der Bernd Hummel Holding, Pirmasens, handelt.  (siehe auch: Zehentrenner)
 

Ballen

Der Ballenbereich des Leistens unterteilt sich in Innen- und Außenballen, die eine asymmetrische Form ergeben. An bestimmten Messpunkten in der Ballenpartie wird das Ballenumfangsmaß ermittelt, auf dessen Basis wiederum die Schuhweite festgelegt wird. Für Menschen mit empfindlichem Ballenbereich gibt es Polster, die auf oder unter der Decksohle angebracht werden und auftrittsdämpfend wirken.
 

Ballerina

Leichter Damenschuh mit vorne weit und rund ausgeschnittenem Schaft. Der klassische Ballerina hat eine runde Leistenform und einen flachen Absatz bis maximal 15 mm.
 

Besatz

Als Besätze bezeichnet man Teile des Oberschaftes, die auf darunter liegenden Schaftteilen befestigt werden und diese dabei ganz oder teilweise verdecken. Sie können unterschiedliche Funktionen haben, z.B. zur Verzierung dienen oder etwa auch die Schnürung eines Schuhs tragen.
 

Biese

Streifen aus Leder oder anderen Materialien, der beim Zusammennähen zweier Schaftteile zum Schutz der Naht eingearbeitet wird. Für das Einnähen einer Biese werden spezielle Nähmaschinen benötigt. Je nach Form unterscheidet man Flach- oder Wulstbiesen.
 

Biker Boot

Kerniger Stiefel mit festem Schaft und derber Sohle, der von den Funktionsschuhen der Motorradfahrer inspiriert ist.
 

Blatt

Bestandteil des Schaftes, der je nach Schuhtyp in seiner Form variiert. Das Blatt befindet sich vorne oben auf dem Fuß, bildet somit gewissermaßen das Vorderteil des Schuhs.
 

Blattschnitt

Beim Blattschnitt liegt das Blatt über den seitlichen Quartieren, was für eine gute Passform sorgt, aber auch Nachteile bieten kann für Füße mit hohem Spann, da sich die Verschlussöffnung (Schnürung) nur bis zur Blattkante öffnen lässt. Die Schnürung sollte sich beim Blattschnitt zu einem schmalen V schließen lassen. Ist dies nicht möglich, ist der Schuh zu eng. Oxfords und Full Brogues sind typische im Blattschnitt gefertigte Herrenmodelle.
 

Blockabsatz

Bezeichnung für einen blockförmigen Absatz, der aus verschiedenen Materialien hergestellt werden kann. Blockabsätze sind in der Regel mittelhoch (zwischen 25 mm und 55 mm) und verfügen über eine naturgemäß breite Auftrittsfläche. Höhere Blockabsätze (45 mm bis 55 mm) werden auch als Steilabsätze bezeichnet.
 

Blöße

In der Wasserwerkstatt der Gerberei, dem Bereich, in dem die Häute vor dem eigentlichen Gerbprozess behandelt werden, erfolgt zunächst das Entfernen von Oberhaut, Haaren, Wolle oder Borsten sowie aller nicht gerbfähigen Bestandteile. Zugleich wird das Fasergefüge der Haut gelockert. Sie ist damit gerbfähig und wird Blöße genannt.
 

Blucher

Amerikanische Bezeichnung für den Derby.
 

Boden

Das Unterteil des Schuhs, bestehend aus Decksohle, Brandsohle, Laufsohle, Absatz, Absatzdeck- bzw. -oberfleck, Gelenkstück, Ausballung und Rahmen. Die Bodenbefestigung, also die Befestigung der Bodenteile am Schaft, erfolgt in der Schuhfertigung mit unterschiedlichen Verfahren, etwa in Form des Rahmennähens oder der Ago-Klebung. An die Qualität der Bodenmaterialien werden hohe Ansprüche gestellt. Sie sollen den Fuß vor verschiedenen Untergründen schützen, einen sicheren Auftritt ermöglichen und das übermäßige Schwitzen des Fußes verhindern.
 

Bodenleder

Hartes und strapazierfähiges, zugleich ausreichend flexibles Leder, das besonders für die Verarbeitung zu Sohle und Absatz geeignet ist. Bodenleder kann in verschiedenen Gerbverfahren hergestellt werden und ist deutlich dicker als Oberleder. Es ist wasserundurchlässig und zugleich in der Lage, Wasserdampf (Transpiration) aufzunehmen.
 

Bodenpolieren

Arbeitsgang des Finish, bei dem der Schuhboden mit speziellen Poliermaschinen und Wachs behandelt wird. Das Leder wird dabei versiegelt und dadurch resistenter gegen Feuchtigkeit und Abrieb.
 

Boot

Bezeichnung für einen rustikalen halb- oder knöchelhohen Schuh (für Damen und Herren). Elegantere Modelle diesen Typs werden gemeinhin als Stiefelette bezeichnet. Neben den klassischen Schnürboots sind auch Modelle mit Elastikeinsätzen, Klettverschlüssen oder Schnallen erhältlich.
 

Bootie

Der ’kleine Bruder‘ des Boots, gemeinhin mit etwas kürzerem Schaft. Die Grenzen zwischen Boots, Booties und Ankle Boots sind fließend.
 

Boxcalf

Eines der besten Leder für die Herstellung feinster Schuhe. Boxcalf wird im Verfahren der Chromgerbung hergestellt, anilingefärbt (z.T. zusätzlich mit Deckfarbe zugerichtet) und anschließend in verschiedenen Arbeitsschritten (Stollen, Glanzstoßen) auf Hochglanz gebracht. Es besticht durch seinen satten Farbton und feinen Glanz. Die Bezeichnung ’Box‘ stammt von der früher angewandten Versandform in großen Lattenkisten (Boxen).
 

Brandsohle

Das ’Herzstück‘ eines Schuhs. Die Brandsohle verbindet Schaft und Boden. Sie wird bei der Schuhfertigung als erstes Teil auf den Leistenboden geheftet. Anschließend werden an ihr Schaft und Sohle befestigt. Dabei gibt es verschiedene handwerkliche Varianten (Macharten). Idealerweise besteht die Brandsohle aus festem, pflanzlich gegerbtem Leder, das in der Lage ist, Feuchtigkeit vom Fuß aufzunehmen. Das Leder darf sich unter Schweißeinwirkung nicht verändern (dehnen oder schrumpfen) und auch beim Biegen um 180° nicht brechen. Je nach Schuhmodell und angewandter Machart können Brandsohlen aber auch aus synthetischen oder natürlichen textilen Materialien hergestellt werden. In die Brandsohle können orthopädische Elemente wie Pelotten (z.B. zur Stütze eines Senkfußes) eingearbeitet werden, sie kann aber auch plan verarbeitet werden. Für das Rahmen- oder Zwienähen trägt die Brandsohle an ihrer Unterseite das Gemband bzw. die Einstechbahn. Der Name ’Brandsohle‘ kommt von ’Beranden‘, also ringsum beschneiden, ein Arbeitsschritt, der früher in der Schuhherstellung bei Sohlen vorgenommen wurde.
 

Brautschuhe

Die Schuhe für einen der schönsten Tage im Leben: Meist filigrane Pumps oder Sandaletten, bevorzugt in Weiß. Viele Damenschuhhersteller haben eine eigene Brautschuh-Gruppe im Sortiment.
 

Brikettsohle

Sehr dicke, stark profilierte Sohle, die vor allem in den 90er-Jahren mit teils halsbrecherischen Höhen für Furore sorgte. Gemäß dem Motto ’Alles kommt wieder‘ sind auch 2014 wieder Varianten dieses eher jungen Modethemas in einigen Kollektionen zu finden.
 

Brogue

(siehe Full Brogue)
 

Budapester

Variante des klassischen Flügelkappenschuhs, die in der ungarischen Schuhmachertradition ihren Ursprung hat. Der Budapester ist generell mit einer Derby-Schnürung versehen. Lochmuster (Lyralochung) an der Schuhspitze und an den Kanten der Schaftteile sorgen für den typisch leicht rustikalen Look. Ein Budapester ist eher kräftig und solide gebaut, hat eine breitere Form als englische Schuhmodelle. Echte Modelle dieses Typs haben eine leicht aufgeworfene Kuppe.
 

Büffelleder

Dicke, kräftige Häute der asiatischen Wasserbüffel. Sie zeichnen sich durch ein grobes, lockeres und zugleich zähes Fasergefüge aus und verfügen über einen groben Narben. Gut geeignet für rustikales Freizeitschuhwerk. Mit speziellen Prägeplatten kann die grobnarbige Optik auch bei anderen Ledern erzeugt werden. Man spricht dann von Buffoleder.
 

Bug(g)en

Auch Umbug(g)en genannt. Randliches Umbiegen und Festkleben von Schaftteilen. Dieser Arbeitsgang wird in der Schuhfertigung meist von Hand ausgeführt. Dabei wird ein Bug(g)hammer benötigt, mit dem der umgebogene Rand des Schaftteils festgeklopft wird. Viel Geschick und Fingerspitzengefühl sind für diesen Arbeitsgang vonnöten.
 


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