Schuhe von A bis Z – das große Schuhlexikon

von California bis Croupon

 

California

Bezeichnung für eine Machart, bei der Schaft, eine Plateau-Zwischensohle und die Brandsohle vor dem Aufleisten durch eine Naht (mit Hilfe einer Säulen-Kettenstich- bzw. Schaft-Nähmaschine) miteinander verbunden werden.  Schaft und Zwischensohlenbezug (California-Streifen) werden anschließend kantengleich auf die Brandsohle aufgenäht, wobei ein bereits geschlossener Schaft entsteht. Dieser wird auf den Leisten aufgezogen und mit Hilfe von Wärme und Feuchtigkeit geformt. Eine Zwischensohle (Einlage) wird auf die Brandsohle geklebt, der Bezug der Zwischensohle eingeschlagen und wiederum mit ihr verklebt. Danach erfolgt das Aufbringen der Laufsohle (Langsohle).

Zur Herstellung von California-Schuhen werden spezielle Leisten benötigt. Sie werden beim Öffnen deutlich kürzer, damit der Schaft ohne Schwierigkeiten aufgezogen werden kann. Anschließend wird der Leisten lang gestreckt und dabei der Schaft stramm über den Leisten gezogen.

Das California-Verfahren, ursprünglich in Asien beheimatet, kam Mitte der Vierziger Jahre aus den USA nach Europa. Es wird überwiegend zur Herstellung von leichten Hausschuhen angewendet.
 

Camouflage

Tarnmuster des Militärs in Beige- und Olivtönen, das immer wieder auch modisch eine Rolle spielt. Es kommt in der Oberbekleidung ebenso zum Einsatz wie bei Schuhen.
 

Captoe

Variante des Schnürschuhs oder Boots mit aufgesetzter Kappe auf der Spitze. Sie kann farblich kontrastierend oder auch Ton in Ton gehalten sein.
 

Chap Boot

Extrem lange Sitefel mit eng anliegendem Stretch-Schaft, der das Bein bis weit in den Oberschenkel umschmiegt. Ursprünglich eher Funktionsschuh für bestimmte Berufe, die das Arbeiten mit und im Wasser erfordern. Heute meist Accessoire für erotische Outfits.
 

Chelsea-Boot

Knöchelhoher Boot ohne Reißverschluss, dafür aber mit charakteristischen Elastikeinsätzen am Schaftrand, die den Einstieg erleichtern. Modisch wirken kontrastfarbene Stretcheinsätze.
 

Chevreau(x)

Chromgegerbtes, glattes Oberleder aus Ziegen- oder Zickelfellen. Es wird in der Regel anilingefärbt, kann aber auch mit Deckfarbe zugerichtet werden. Es zeichnet sich durch einen festsitzenden Narben, Weichheit, Glanz und einen charakteristischen Griff aus. Ziegenleder kommt häufig bei der Herstellung feiner Handschuhe zum Einsatz.
 

Chromgerbung

Industrielles Gerbverfahren auf der Basis von Chromsalzen. Dabei werden die Felle in der Wasserwerkstatt der Gerberei gereinigt und von Haaren befreit. Diese Blößen (enthaarte Häute) werden in sich drehenden Fässern mit Chrombrühe zusammengeführt. Dieser Prozess dauert etwa acht Stunden. Anschließend wird mit alkalischer Lösung gespült, wobei sich das Chrom im Leder ablagert und dort fixiert wird. Man spricht von der so genannten ’Abstumpfung‘. Nach diesem Arbeitsgang werden die Häute aufgrund ihrer nun blau-grauen Farbe ’Wet Blues‘ genannt. Wet Blues können nach Belieben gefärbt und zugerichtet werden. Die Chromgerbung ist ein rationelles Verfahren, weil es den gesamten Gerbprozess erheblich abkürzt. Zudem besitzt chromgegerbtes Leder sehr gute Eigenschaften: Es ist elastisch, reißfest und verfügt über ein dichtes Fasergefüge. Boxcalf wird im Chromgerbverfahren hergestellt.
 

Chrom VI

Chemische Bezeichnung CrO3, Oxid des Chrom, das sich durch nicht sachgerecht durchgeführte Chromgerbung bilden kann. Chrom VI ist sehr giftig und gilt als krebserregend. Es kann schon in geringer Dosierung starke Kontaktallergien auslösen und steht im Verdacht, auch die Erbsubstanz zu schädigen. Für die Schuhbranche ist Chrom VI eine Herausforderung. In der Gerbung ist es möglich, über die Anwendung der richtigen Verfahren und die Nutzung optimaler Zusatzstoffe die Bildung von Chrom VI zu vermeiden. Tendenziell ist Chrom VI eher ein Problem bei preiswerteren Ledern, bei deren Herstellung auf kostenintensive Zusatzstoffe möglicherweise verzichtet wird.
 

Chucks

Bezeichnung für knöchelhohe Turnschuhe mit Baumwollschaft und Gummisohle. Das Original sind die Chucks des US-amerikanischen Sportlabel Converse, benannt nach dem Baseball-Kultstar Chuck Taylor. Chucks gehören zu den meistkopierten Schuhtypen und haben sich zum Klassiker entwickelt. Hersteller Converse geht immer wieder gerichtlich gegen Kopien im Markt vor.
 

Chukka Boot

Chukka Boots, auch als Desert Boots bekannt, sind leichte, knöchelhohe Booties, meist aus Rauleder, mit dünner, flexibler Sohle und legerer Schnürung (meist zwei oder drei Ösen). Der Name Chukka ist der Sportart Polo entlehnt.
 

Clog

Bezeichnung für einen pantoffelartigen Schuh, der als Strand-, Haus- oder Straßenschuh getragen werden kann. Klassische Clogs sind Modelle mit Holzsohlen und Lederschaft.
 

Cocktailschuh

Eleganter Damenschuh, meist Pumps oder Sandalette, mit hohem, schlankem Absatz von 55 bis 80 mm Höhe.
 

Cordovan

Pferdeleder, das idealerweise aus den sogenannten Shells, den Kruppen oder oberen Gesäßbacken des Pferdes gewonnen wird (Shell-Cordovan). Cordovan hat einen tiefen, satten Glanz, den es vor allem seiner speziellen Behandlung in der Gerberei verdankt. Das Leder ist typischerweise mit einer sehr feinen Porenstruktur ausgestattet und daher weniger luftdurchlässig als z.B. Kalbleder.
 

Cosy-Machart

(engl. bequem, behaglich) Bezeichnung für eine Machart, mit der vor allem Hausschuhe aus Textilien oder soften Ledern hergestellt werden. Mit der ’Cosy‘-Naht werden dabei Futterschaft, Oberschaft und Laufsohle verbunden. Diese Schuhe sind leicht, anschmiegsam und flexibel.
 

Croupon

Kernstück des Leders, das z.B. für die Schuhfertigung verwendet wird. Beim Crouponieren, dem Beschneiden des fertigen Leders, werden Hals und Seitenpartien entfernt. Übrig bleibt dann der Croupon.
 


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