Schuhe von A bis Z – das große Schuhlexikon

von Gaucho Boot bis Gummistiefel


Gaucho Boot

Traditionelle Fußbekleidung der Gauchos in Südamerika. Feste Stiefel mit Absatz. Siehe auch: Western Boot.
 

Gehfalten

Unvermeidlicher Effekt, der durch das Tragen von Schuhen entsteht und sich verstärkt, je mehr sich der Schuh der Fußform anpasst. Gegen zu starke Gehfaltenbildung kann etwas getan werden: Regelmäßige Schuhpflege hält das Leder geschmeidig. Außerdem kann das Benutzen von Schuhspannern (auch Schuhformer oder -strecker genannt) entstandene Gehfalten mildern.
 

Gelenkstück

Auch Gelenkversteifung genannt. Ein schmales Holz- (meist Buche oder Birke), Metall- oder Kunststoffstück, das die Sohlenkonstruktion im Mittelfußbereich stützt. Die Breite des Gelenkstücks richtet sich nach der Breite der zwischen den Zwickeinschlägen sichtbaren Brandsohle; seine Länge nach der Schuhgröße. Das Gelenkstück verleiht dem Schuh Stabilität. Es liegt längs auf der Brandsohle und stellt somit eine Verbindung zwischen Vorderteil und Fersenbereich her.
 

Gemband

Das Gemband trägt beim maschinellen Rahmennähen die Naht, mit der Rahmen, Schaft und Brandsohle verbunden werden. Es verläuft um die Brandsohle und steht wie ein Steg von ihr ab. In der industriellen Schuhfertigung werden Gembänder vor dem Rahmennähen auf der Brandsohle befestigt.
Maßschuhmacher verwenden vielfach kein Gemband, sondern ritzen in das Leder der Brandsohle einen Schlitz (’Risslippe‘) ein, der dieselbe Funktion hat.
 

Gerbung

Bezeichnung für den Prozess der Umwandlung von Häuten in Leder, welcher einer Konservierung entspricht. Es gibt verschiedene Gerbverfahren, etwa die Chromgerbung, die am weitesten verbreitet ist, oder auch die vegetabile Gerbung.

Gegerbte Häute, also Leder, sind widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit und Fäulnisbakterien. Man unterteilt den Gerbprozess in die drei Bereiche Wasserwerkstatt, die Gerbung selbst und die Zurichtung des gegerbten Leders. Bei den Gerbarten unterscheidet man die pflanzliche bzw. vegetabile Gerbung, die Chromgerbung, synthetische Gerbverfahren und Kombinationen aus den genannten Methoden.
Weitere Gerbmethoden: Loh- und Rotgerbung, Alaun- oder Weißgerbung.
 

Ghillie-Schnürung

Bei dieser Schnürung werden keine Ösen in das Oberleder eingebracht, sondern Schlaufen aus Leder aufgenäht bzw. eingearbeitet. Die Ghillie-Schnürung wird daher auch als Schlaufenschnürung bezeichnet.
 

Gladiatoren-Sandale

(siehe auch: Römersandale)
 

Glanzstoßen

Arbeitsgang, mit dem beispielsweise Boxcalf behandelt wird. Dabei übt eine Glasrolle in streichenden Bewegungen hohen Druck auf das Leder aus. Dies bewirkt eine Festigung des Narbens, glättet die Oberfläche und sorgt für den typischen Glanz des Leders (siehe auch: Zurichtung).
 

Glasen

Arbeitsschritt im Rahmen des Finish. Geglast wird – in Fabriken mit speziellen Maschinen, beim Schuhmacher, daher der Name, mit einem Stück Glas – der Rand von Sohle und Absatz (Sohlenschnitt). Dabei werden Unebenheiten ausgeglichen und das Leder auf den anschließenden Auftrag von Pflegecremes und -lotionen vorbereitet.
 

Glattleder

Leder, die narbenseitig hergestellt wurden. Ihre Oberfläche ist glatt (im Gegensatz zu Rauleder) und hat je nach Tierart und Zurichtung eine unterschiedliche Struktur.
 

Gradieren

Das Umrechnen eines Schuhmodells in verschiedene Größen. Dabei müssen alle Schaftteile mit berechnet werden, da sich deren Dimensionen bei jeder Schuhgröße verändern.
 

Goodyear-Verfahren

Bezeichnung für die industrielle Ausführung der Befestigung des Rahmens. Sie wird mittels der Einstechmaschine durchgeführt. Der Name des Verfahrens stammt vom Erfinder der Maschine: Charles Goodyear, der 1869 das Patent auf die Maschine erhielt. Einige Jahre später, 1870, ließ er sich auch eine Doppelmaschine patentieren. Beide Maschinen werden zum Herstellen von industriell rahmengenähten Schuhen benötigt. Hersteller, die heute diese Maschinen nutzen, dürfen die Modelle ’Goodyear-welted‘ nennen, wobei ’welt‘ die englische Bezeichnung für Rahmen ist.
 

Grubengegerbtes  Leder

Gerbverfahren, bei dem die Häute vegetabil, also mit Pflanzenextrakten (z.B. von Rinden und Früchten) versetzt und in Gruben gelagert werden, bis sie durchgegerbt sind.
In Abgrenzung zum Verfahren der Grubengerbung gibt es die sogenannte Altgrubengerbung, ein altes, traditionelles Verfahren, das mit mindestens zwölf Monaten wesentlich länger dauert. Hier wird ebenfalls rein pflanzlich, allerdings ohne Extrakte, gegerbt.
 

Gummi

Sohlenwerkstoff aus natürlichem und/oder synthetischem Kautschuk. Klassische Gummisohlen sind honigfarbene Profilsohlen, die beispielsweise für Arbeits- und Sicherheitsschuhe benötigt werden. Gummi ist als Sohlenwerkstoff gut geeignet, da es bei allen Witterungsbedingungen rutschfest und abriebresistent ist. Gleichzeitig sind Sohlen aus Gummi in der Regel schwer im Vergleich zu anderen Materialien. Daher wird es gerne für optisch leichte Sohlen eingesetzt.
 

Gummistiefel

Wasserdichte Stiefel aus Naturkautschuk oder Kunststoffen, die meist im Spritzgussverfahren (also in Formen gespritzt) hergestellt werden. Hinsichtlich der Farben und Designs sind den Herstellern heute keine Grenzen mehr gesetzt. Gummistiefel sind längst weit mehr als Gebrauchsschuhe. Sie dienen auch als modisches Accessoire.


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