Schuhe von A bis Z – das große Schuhlexikon

von Kalbleder bis Kropfschnitt

 

Kalbleder

Leder, das aus den Häuten von jungen Rindern gewonnen wird, die ausschließlich mit Milch ernährt werden. Es zeichnet sich durch ein dichtes Narbenbild und eine feste Struktur aus.
 

Kaltfutter

Lederfutter im Stiefel oder Schuh, das keine übermäßig wärmende Wirkung hat; daher ist das Modell eher nicht für sehr niedrige Temperaturen geeignet.
 

Karrée

Leistenform, deren Spitze vorn leicht abgeflacht und in der Aufsicht eckig ist. Je nach Modetrend sind karréeförmige Spitzen mehr oder weniger gefragt.
 

Keder

Ein in der Form an ein Hufeisen erinnerndes Lederstück, das bei der handwerklichen Schuhherstellung vor dem eigentlichen Absatzaufbau auf dem hinteren Sohlenbereich befestigt wird. So entsteht in der Mitte ein kleiner Hohlraum, die Fersenbettwölbung. Auf dem Keder wird dann aus mehreren Absatzflecken der Absatz aufgebaut.
 

Keilabsatz

(siehe auch: Wedges)

Bezeichnung für keilförmige Absätze, je nach Form als Lang-, Kurz- oder Stegkeil zu spezifizieren.
 

Kettenstich

Im Schuhhandwerk wichtige Stichform, die zum Beispiel beim Rahmennähen eingesetzt wird: Der Stich wird durch ineinander gezogene Schlingen meist aus einem einzigen Faden gebildet. Die Naht sieht auf der Unterseite wie eine Kette aus, auf der Oberseite wie beim Doppelsteppstich.
 

Kinderschuhe

Ihre Bedeutung hinsichtlich der gesunden Entwicklung von Kinderfüßen wird leider immer noch häufig unterschätzt. Bereits im Kindesalter wird der Grundstein für spätere Deformationen und damit einhergehende Fußbeschwerden gelegt. Schuhfachgeschäfte bieten in der Regel das Vermessen der Füße nach dem WMS-System (Weitenmaßsystem, auch Bezeichnung für die Weiten weit, mittel, schmal) an. Dabei wird nicht nur die benötigte Schuhgröße, sondern auch die Weite ermittelt. Entscheidend ist dabei, dass die benötigten Größen und vor allem Weiten im Sortiment auch verfügbar sind. Auch andere Geräte, die etwa die Innenlänge des Schuhs messen, werden eingesetzt. Das Verpassen von Kinderschuhen erfordert viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit den kleinen Kunden und ausreichend Know-how, um die Passform eines Schuhs beurteilen zu können. Kinder sollten erst dann regelmäßig Laufschuhe tragen, wenn sie sicher laufen können. Grundsätzlich gilt dabei: So wenig Schuh wie möglich, um dem Fuß eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Es empfiehlt sich, Kinderfüße alle zwei bis drei Monate nachmessen zu lassen.
 

Klebezwicken

Bezeichnung für einen Arbeitsschritt der Schuhmontage, bei dem der Zwickeinschlag auf der Brandsohle mit Hilfe von Klebstoff befestigt wird. Die Klebeflächen werden vor dem Auftrag des Klebstoffs aufgeraut, um eine bessere Verbindung zu ermöglichen.
 

Klebstoff

Ohne Klebstoffe ist die Schuhfertigung heute nicht mehr denkbar. Im industriellen Sektor haben verschiedene Klebstoffe bei Schaftfertigung und Montage längst wichtige Aufgaben übernommen. Aber auch bei der handwerklichen Fertigung kommen Klebstoffe zum Einsatz, die einzelne Arbeitsschritte beschleunigen können.

Klebstoffanbieter verfügen über ein breites Spektrum an verschiedenen Substanzen, die je nach Materialart und späterem Verwendungszweck der Schuhe eingesetzt werden. So muss beim maschinellen Klebezwicken beispielsweise ein Klebstoff eingesetzt werden, der unter Hitze schnell flüssig wird, eine hohe Haftkraft besitzt und rasch erkaltet (so genannter Hot Melt-Klebstoff). Wird von Hand gezwickt, nutzen Schuhhersteller meist Neoprenklebstoffe. Beim Anbringen der Laufsohle wird diese meist mit Klebstoff eingestrichen, der dann unter Hitzeeinwirkung aktiviert wird und seine Haftkraft voll entwickelt.
 

Komfort

Wohl das wichtigste Element beim Schuhkauf. Ein Schuh muss beim ersten Anziehen passen und darf nicht drücken. Das schmerzhafte Einlaufen, gelegentlich sogar einhergehend mit Blasen oder Schwielen, ist keineswegs notwendiges Übel beim Kauf neuer Schuhe. Ausnahme: Rahmengenähte Schuhe, die anfangs sehr steif sind und im wörtlichen Sinne ’eingelaufen‘ werden müssen. Modische Aspekte wie etwa eine spitz zulaufende Leistenform oder auch sehr hohe Absätze sind selten komfortabel und nicht gesund für Fuß und Körper.
 

Kork

Wichtiger Werkstoff, der vor allem bei der handwerklichen Schuhfertigung zum Einsatz kommt. Aus Korkschrot wird beispielsweise die Ausballmasse hergestellt, die etwa als auftrittsdämpfendes Element bei rahmengenähten Schuhen zum Einsatz kommt. Aus Presskork können auch Sohlen hergestellt werden, die z.B. als Zwischensohlen verarbeitet werden können. Bei leichten, modischen Sommerschuhen wird Kork auch als Sohlen- und Absatzmaterial eingesetzt. Häufig wird inzwischen auch Korkschrot in Kombination mit Latex oder Kunststoffen als Sohlenmaterial verwendet.
 

Kroko

Krokodilleder, das aus den Häuten von Krokodilen oder Alligatoren hergestellt wird. Zur Fertigung von Schuhen oder auch Lederwaren wird meist das weichere Bauchleder verwendet; die Schuppen auf dem Rücken der Tiere sind zu hart für eine Verarbeitung zu Lederwaren. Krokodilleder kann mit unterschiedlichen Gerbverfahren hergestellt werden.
 

Krokoprägung

Täuschend echt und auf den ersten Blick oft nicht zu erkennen: Kalbleder, das dem echten Krokodilleder optisch in nichts nachsteht. Die Herstellung krokogeprägten Leders ist relativ aufwändig; das fertige Material im Endeffekt aber deutlich günstiger als das Leder echter Reptilien.
 

Kropfschnitt

Schaftform von Stiefeln, bei der eine laschenartige Ausbuchtung auf dem Vorderteil (Blatt) zu finden ist. Häufig bei Reitstiefeln.


 


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