Schuhe von A bis Z – das große Schuhlexikon

von Pantolette bis Pumps

 

Pantolette

Bezeichnung für einen leichten sommerlichen ’Schlupfschuh‘, der nur vorne am Fuß gehalten wird und hinten offen ist. Flache Modelle dieses Typs für den Hausgebrauch werden als ’Pantoffel‘ bezeichnet; elegante Variationen tragen oft auch die Bezeichnung ’Sabot‘ oder ’Mule‘. Seit einigen Saisons sind Pantoletten in verschiedenen Versionen im Trend; und auch in jungen Herrenkollektionen erfreuen sich sportliche, flache Pantolettenmodelle zunehmender Beliebtheit.
 

Pariser Stich

Bezeichnung für das französische Schuhlängenmaß, das in Einheiten von je 6,66 mm eingeteilt ist. Das Stich-Maßband startet bei 15 Stich (entspricht 10 cm) und endet bei 50 Stich (33,33 cm). Gemeinhin wird der Pariser Stich für die Größenangabe in Schuhen herangezogen. Größen im Pariser Stich sind etwa 38 und 39 für Damen bzw. 44 und 45 für Herren.
 

Pechfaden / Pechdraht

Ein mit Pech ummantelter Hanffaden, der besonders reißfest und zugleich geschmeidig genug zum Nähen ist. Einige Maßschuhmacher drehen den Faden noch selbst aus Hanf und nutzen ihn zum Einstechen und zum Annähen der Schuhsohle (Doppeln). Heute wird statt Pechdraht meist Nylon verwendet.
 

Peep-Toe

Bezeichnung für einen Pumps, dessen Oberleder an der Spitze eine kleine Aussparung aufweist, durch die ein Teil der Zehen (v.a. die Großzehe) sichtbar wird. Sehr elegant und daher häufig bei Abend- oder Cocktailschuhen.
 

Pelotte

Kleines, etwa dreieckiges Teil aus Leder oder anderen Materialien, das auf die Decksohle aufgeklebt werden kann, um das Quergewölbe des Fußes zu entlasten bzw. Druckstellen zu verhindern. Im Orthopädiehandwerk werden Pelotten z.B. bei der Herstellung von Einlagen direkt eingearbeitet. Furniturenhersteller bieten auch Einlegesohlen mit integrierter Pelotte an, die den Fußkomfort erhöhen sollen.
 

Penny-Loafer

Die ’leichte‘ Variante des klassischen Herrenschuhs. Zum Hineinschlüpfen, denn die Schnürung kann man sich sparen. Ein Penny-Loafer ist ein Freizeitschuh, der in Kombination mit dem eleganten Anzug eher unpassend wirkt. Dafür ergänzt er wunderbar das Jeans- und Poloshirt-Outfit.
 

Perforation

Ausstanzung im Leder aus optischen Gründen oder ggf. auch um den Komfort im Sinne der Luftzirkulation zu verbessern. Perforationen werden häufig bei sommerlichen Modellen eingesetzt.
 

Perlato

Leicht schimmerndes Leder, eher an Perlmutt erinnernd als an Lackleder.
 

Pfennig-Absatz

Absatz mit einer Auftrittsfläche, die etwa dem Durchmesser eines Pfennigs entspricht... was nicht viel ist...
 

Plateau

Generell spricht man von Plateau, wenn die Sohle nicht nur am Absatz, sondern auch im vorderen Fußbereich deutlich dicker als üblich ist (ca. 8 bis 12 mm). Hinsichtlich ihres Laufkomforts sind hohe Plateauschuhe generell bedenklich, da sie den natürlichen Abrollvorgang beim Gehen behindern und zudem auch das Stolpern und Umknicken fördern können. Andererseits gleicht ein Plateau auch den hohen Absatz aus.
 

Polieren

Typische Handbewegung in jeder Finishabteilung: das kräftige Polieren des Oberleders. Pflege- und Imprägnierprodukte sowie Farbcremes werden aufgetragen und dann mit Kraft in das Leder gerieben – so bringt man es auf Hochglanz. In der industriellen Schuhfertigung erfolgt das Polieren auch maschinell. Beim Polieren feiner Schuhe daheim ist der Perlonstrumpf ein Geheimtipp, der es in sich hat. Und wenn keine Creme zur Hand ist, reicht auch Speichel durchaus, um Leder zum Glänzen zu bringen.
 

Polyurethan (PU)

Polymer, das zur Herstellung von Sohlen eingesetzt wird. Je nach Formulierung der chemischen Substanzen ändert sich die Dichte, die wiederum das Gewicht des Endproduktes bestimmt, und die Härte (sehr weich, elastisch, gummiartig, dehnbar oder auch spröde und hart). PU-Sohlen werden als Formsohlen in der Montage verklebt oder direkt an den Schaft angeschäumt. Polyurethan ist je nach Materialqualität relativ abriebbeständig, leicht und kann einen ’trockenen‘, kunststoffähnlichen Charakter oder einen ’feuchten‘, gummiartigen Griff haben.
 

Polyvinylchlorid (PVC)

Sohlenmaterial, das in kompakter oder geschäumter Form Anwendung findet. Für bestimmte Schuhtypen ist es sehr gut geeignet, weist gleichzeitig aber auch Nachteile auf: Es ist nicht kältebeständig, wird dann sehr hart und brüchig. PVC wird auch aus ökologischen Gründen nicht gerne eingesetzt, da es beim Verbrennungsprozess, beispielsweise in der Müllverbrennung, Salzsäure freisetzt.
 

Ponyfell

Einsatz von Fell (durchaus nicht unbedingt Ponyfell, sondern häufig Kuhfell) als Schaftmaterial.
 

Porc

Bezeichnung für Schweinsleder. Es wird auch in der Schuhbranche eingesetzt und kann als Ober- oder Futterleder verarbeitet werden.
 

Prägen

Verfahren, bei dem Leder oder auch  Kunstleder mit reliefartig gemusterten Prägeplatten unter Druck eine Struktur erhält. Es werden verschiedene Prägeverfahren eingesetzt, deren Ergebnis meist Leder ist, dessen ursprüngliche Oberfläche nicht mehr erkennbar ist und das täuschend echt umgeformt wurde.
 

Profilsohle

Sohle aus Kunststoff mit strukturierter Oberfläche, um Rutschsicherheit zu gewähren. Im Sport- und Outdoorbereich sind profilierte Sohlen besonders wichtig, werden aber auch in modischen, jungen oder komfortorientierten Kollektionen eingesetzt. Die Profilsohle erfüllt vielfach auch eine optische Funktion.
 

Pumps

Der eleganteste Damenschuh überhaupt! In der Regel ist der Schaft aus einem Stück Leder geschnitten. Der Pumps hat einen hohen bis mittleren, meist sehr schlanken Absatz (mindestens 30 mm). Erstmals traten Pumps in der Schuhmode des 17. Jahrhunderts auf; verstärkt kamen sie seit dem Kaiserreich auf. Seit den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts gehören Pumps, mit gewissen Schwankungen von Saison zu Saison, zum modischen Standard.




 


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