Modebranche

Gerry Weber beendet Insolvenzverfahren

Store von Gerry Weber in Bielefeld. (Foto: Gerry Weber)
Store von Gerry Weber in Bielefeld. (Foto: Gerry Weber)

Neustart für Gerry Weber: Das Amtsgericht Bielefeld hat mit Wirkung zum 31. Dezember 2019 das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung der Gerry Weber International AG aufgehoben.

Gerry Weber International AG (GWI) hatte am 25. Januar 2019 Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Am 18. September nahmen die Gläubiger den Insolvenzplan an, der am 25. Oktober Rechtskraft erlangte und seitdem umgesetzt wird. Als sogenannte Plansponsoren fungieren die Investoren Robus Capital Management Ltd., Whitebox Advisors LLP und J.P. Morgan Securities plc, die neue Mittel von bis zu 49 Mio. Euro zur Gläubigerbefriedigung und zur Finanzierung des operativen Geschäfts bereitstellen und im Gegenzug 100 % des Aktienkapitals der GWI übernommen haben.

Gerry Weber: „Unternehmen im Normalbetrieb“

Johannes Ehling, Vorstandssprecher der GWI: „Das neue Jahr beginnt für Gerry Weber wieder als Unternehmen im Normalbetrieb mit einer soliden Kapitalbasis, neuen Eigentümern und mit einem klaren Konzept für die Zukunft. Wir haben die Insolvenzphase genutzt, um die bereits zuvor eingeleitete Restrukturierung und Neuausrichtung unseres Geschäfts konsequent voranzutreiben. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können stolz auf das sein, was in dieser Zeit erreicht wurde. Jetzt sollte unser Blick nur noch nach vorne gehen.“ Dr. Christian Gerloff, ehemaliger Generalbevollmächtigter der GWI, ergänzte: „Gerry Weber hat wieder eine Zukunft. Das Insolvenzverfahren ist ein Musterbeispiel für das gelungene Zusammenspiel aller Beteiligten in der Eigenverwaltung. Nur so war es möglich, ein solch großes und komplexes Verfahren innerhalb nicht einmal eines Jahres zu beenden und dabei die weit überwiegende Anzahl der Arbeitsplätze, nämlich rund 3.600 bei Gerry Weber und diejenigen bei der früheren Tochtergesellschaft Hallhuber, zu erhalten. Schnelligkeit und Klarheit über den weiteren Weg sind insbesondere in der schnelllebigen Modebranche sehr wichtige Kriterien, um das Vertrauen der Kunden und der Geschäftspartner zu behalten und das operative Geschäft zu sichern."

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wurde die Schließung von 230 der international 1.230 Filialen beschlossen, etwa ein Viertel der Geschäftsaufgaben entfällt auf Hallhuber.

Helge Neumann / 02.01.2020 - 10:13 Uhr

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