EU-Abkommen

Geteilte Meinungen in Brasilien

Der brasilianische Schuhherstellerverband Abicalçados begrüßt grundsätzlich das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem südamerikanischen Handelsblock Mercosur, äußert allerdings auch Sorgen darüber.

Heitor Klein, Geschäftsführer von Abicalçados, wartet zwar noch genauere Informationen zum Handelsabkommen und dessen Auswirkungen auf die brasilianischen Schuhunternehmen ab, erklärte jedoch, dass es sich dabei im Prinzip um eine positive Entwicklung handle. Er erklärte, dass die brasilianischen Schuhunternehmen auf ihrem Heimatmarkt einen stärkeren Wettbewerb durch europäische Schuhhersteller befürchten. Derzeit unterliegen in Europa hergestellte Schuhe, die nach Brasilien importiert werden, einer Einfuhrsteuer von 35%.

Made in Europe?

Der Verband hat die brasilianische Regierung um eine Klärung gebeten, was genau 'Made in Europe' bedeutet. Es sei zu befürchten, dass europäische Schuhhersteller kostengünstig in Asien produzieren und ihre Schuhe dann fälschlicherweise als 'Made in Europe' labeln. Der Abicalçados fordert daher, dass Schuhe aus der EU mindestens zu 60% in Europa hergestellt werden müssen.

In die andere Richtung

Brasilianische Schuhhersteller exportierten im Jahr 2018 17,7 Millionen Paar Schuhe in die EU, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 14% entspricht. Von dem Abkommen erhofft sich der Verband eine Senkung der EU-Zölle von 17% auf 0%, um eine Trendwende im Export zu erzielen.

 
Mara Mechmann / 11.07.2019 - 10:08 Uhr

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