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Gute Vorsätze: So werden sie wahr!

Wieso werden so viele gute Vorsätze nicht realisiert? (Foto: Unsplash)
Wieso werden so viele gute Vorsätze nicht realisiert? (Foto: Unsplash)

Alle Jahre wieder wird im Dezember eine geistige to-do-List geschrieben. Bis Ende 2018 muss alles besser sein. Doch gute Vorsätze erweisen sich immer wieder als tückische Hürde, wie die Anzahl der Fitnessstudio-Abmeldungen Anfang Februar unterstreicht. I love shoes geht heute dem Mythos ’Gute Vorsätze‘ auf den Grund.

Manche haben sich längst dem Versagen gebeugt. Gute Vorsätze schafft man einfach nicht. Wieder andere genießen es, sich jedes Jahr aufs Neue utopische Ziele zu stecken, die dann mit Einbruch des Frühjahrs offiziell der dicken Akte ’gescheitert‘ beigelegt werden. Doch warum klappen so viele gute Vorhaben einfach nicht? Ist es der Fluch des Jahresbeginns oder ist es die persönliche Herangehensweise? Was kann man tun, damit die Ziele erreicht werden können?

I love shoes klärt über den Brauch des Brechens aller Vorsätze auf und gibt Tipps, wie Sie Ihre Vorhaben langfristig realisieren können.

1. Gute Vorsätze mit gesundem Realismus

Die alljährlich neu festgelegten Vorsätze, die im kommenden Jahr unbedingt erfüllt werden müssen ähneln sich immer wieder. Mit dem Rauchen wird jedes Jahr aufgehört, hätte man in jedem Jahr so viele Kilos abgespeckt, wie man sich im Dezember des Vorjahres vorgenommen hat, hätte sich manch einer bereits in Luft aufgelöst und wenn all die guten Taten umgesetzt werden würden, müsste keine Suppenküche mehr nach freiwilligen Helfern suchen, denn die Liste der Unterstützer wäre für das nachfolgende Jahrzehnt bereits gut gefüllt.


Warum also müssen es jedes Jahr die gleichen Vorhaben sein? Wie wäre es damit: Sie wollen abnehmen? Dann nehmen Sie sich Kleinigkeiten vor, die im Alltag leicht umgesetzt werden können. Statt Cola können Sie beispielsweise Wasser trinken, statt sich vorzunehmen täglich mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, setzen Sie sich doch das Ziel mindestens zwei Mal pro Woche aktiv zu werden.

Das Geheimnis der scheiternden Vorhaben liegt in ihrer erdachten Größe, in ihrer gefühlten Unerreichbarkeit. Lebenswandel brauchen Zeit und sind in der Regel nicht zeitgebunden durchführbar. Es ist eine Frage der Einstellung und das sich diese nicht pünktlich am 31. Dezember um 12 Uhr Mitternacht kategorisch ändert, liegt auf der Hand.

2. Kein Komplettverzicht

Ebenfalls beliebt sind selbstauferlegte, strenge Restriktionen. Ab morgen wird am 31. Dezember weder Fleisch noch Süßigkeiten gegessen und das hält dann knapp eine Woche. Wer Komponenten der alltäglichen Lebensgestaltung optimieren oder reduzieren möchte, der sollte von knallhartem Verzicht auf schleichende Reduktion umsteigen. Werden Sie doch einfach ein bisschen veganer und verzichten Sie in einem ersten Schritt an einem beliebigen Wochentag auf tierische Lebensmittel. Stufenweise kann dieser eine Tag ausgebaut werden.


Hilfreich ist auch immer bewusster zu essen, auf die Qualität von Lebensmitteln zu achten und bestimmte Einkaufsgewohnheiten kritisch zu reflektieren. Ihr Vorsatz kann statt ’ab morgen gibt es kein Fleisch mehr‘ lauten: ’ab morgen werde ich besser darauf achten, was ich zu mir nehme und ob die Produkte meinem Körper gut tun‘. Konsequent saisonal zu essen kann dem ebenfalls entgegenkommen, und das hilft auch noch der Umwelt.

Noch ein Geheimtipp: Je konkreter und detaillierter Ihr Vorsatz formuliert ist, desto genauer wissen Sie, wo Sie ansetzen müssen. Seien Sie außerdem nicht zu streng zu sich – erlauben Sie sich bewusst Kompromisse.

3. Es sind die Kleinigkeiten im Leben

Ihre Vorsätze müssen nicht immer nur auf die Klassikerbereiche abzielen, die allein schon durch den ihnen anhaftenden Ruf schwierig artikulierbar sind und oft kleinlaut zurückgezogen werden. Sie sind ein Umweltfreund, wissen aber nicht genau, welchen Beitrag Sie zu einer besseren Welt leisten können? Ein Beispiel wäre, dass Sie weniger Plastikmüll produzieren, indem Sie auf Lebensmittel ohne unnötige Verpackungen umsteigen. Eine klitzekleine Änderung, die sich nicht nur auf Ihr ethisches Empfinden, sondern auch auf Ihre Ernährungsgepflogenheiten auswirken kann.

Außerdem können Sie planen, weniger Lebensmittel wegzuwerfen, oder ihre Reste regelmäßig an Hilfsbedürftige zu spenden. Hiermit schlagen Sie ebenfalls zwei Fliegen mit einer Klappe: Das Sozialbewusstsein wird gestärkt und das Vorhaben kann dazu beitragen, dass Sie Ihren Konsum unbewusst konkreter hinterfragen. In Deutschland wirft jeder Bürger im Jahr durchschnittlich 80 Kilo Lebensmittel in die Tonne – das muss nicht sein und Sie können der eine sein, der aus der Statistik fällt.

4. Nicht lange überlegen

Haben Sie alle Tipps beherzigt, ihre Ziele realistisch formuliert und auf Kleinigkeiten geachtet, aber es will einfach nicht klappen? Die Willenskraft scheint einfach nicht ausreichend vorhanden zu sein? Quatsch!

Ein Geheimnis derer, die es beispielsweise wirklich schaffen, drei Mal wöchentlich den Yoga-Kurs zu absolvieren und überwiegend gesundes Fitness-Food essen, ist, dass es für sie bereits zu Normalität geworden ist. Es gehört zum Alltag und daher denken sie gar nicht soviel darüber nach, wie Sie es vielleicht aktuell noch tun. Studien zufolge müssen Menschen eine Handlung über mehrere Tage und Wochen hinweg konsequent einüben, damit sie als Bestandteil des eigenen Lebens anerkannt wird – versuchen Sie also dran zu bleiben und den inneren Schweinehund immer wieder zu besiegen.

5. Passt der Vorsatz zu Ihnen?

In vielen Vorsatz-Konflikten sollten Sie sich aber auch die Frage stellen, ob das Ziel überhaupt mit Ihnen und Ihrer Persönlichkeit harmoniert. Müssen Sie wirklich Sport treiben und fühlen Sie sich unwohl? Oder sind Sie ein leidenschaftlicher Genussmensch, der mit seiner bisherigen Lebensart tendenziell glücklicher gelebt hat? Vielleicht sind Sie sehr gebildet, aber eben keine Person, die an klassischer Musik und Theaterstücken Gefallen findet? Viele Dinge, von denen wir überzeugt sind, sie besser machen zu können, erweisen sich für den einen als sinnvoll und für den anderen als überflüssig. Es kommt auf Ihre Persönlichkeit, Ihr Lebensgefühl und Ihre Einstellung an. Nur wenn Ihr individuelles Ziel mit Ihren Bedürfnissen übereinstimmt, kann es langfristig erfüllt werden.

Fragen Sie konkret nach: Was stört mich an meiner Lebensweise und was möchte ich gerne ändern? Es müssen nicht immer die Standard-Versprechen des Rauchstopps, des Sozialengagements oder der Diät sein. Sie können alternativ auch einen handyfreien Tag einlegen, auf Ökostrom umsteigen, weniger und dafür hochwertigere Kleidung kaufen, ein fremdes Land alleine erkunden, die Wohnzimmerwand neu streichen oder sich eine Wüstenspringmaus zulegen. Es liegt ausschließlich an Ihnen und nicht an gesellschaftlichen Erwartungen.

I love shoes wünscht viel Spaß beim Gute Vorsätze fassen, denn ein Vorsatz klappt ebenfalls fast nie: Nie wieder Vorsätze festzulegen.

Sarah Amadio / 28.12.2017 - 09:11 Uhr

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